
Aus der Chronika eines fahrenden Schülers
Vor funfzehn Jahren machte es mir Freude, die folgende einfache Geschichte niederzuschreiben, beginnt Brentanos Vorwort zur zweiten Fassung: Sie sollte nur die Einfassung mehrerer schöner altdeutschen Erzählungen sein, die sie mit mancherlei Ereignissen aus dem Zusammenleben des alten Ritters Veltlin von Türlingen und seiner drei Töchter unterbricht. So lieb ich das Gedicht hatte, blieb es doch unterbrochen, der Sinn der Leser schien dazu zu fehlen, gesteht Brentano, doch nun, da diese Erzählung wieder in seine Hände gefallen sei, versuche er, sie den Lesern erneut vorzulegen. Im Jahr, da man zählte nach Christi, unsers lieben Herrn, Geburt 1358, am zwanzigsten Tage des Maimonats, beginnt dann die eigentliche Erzählung, hörte ich, Johannes, der Schreiber, die Schwalbe in der Frühe an meinem Kammerfenster singen und ward innigst von dem Morgenlied des frommen Vögeleins erbauet, bedachte auch auf meinem Bettlein, wie die Schwalbe in dauernder Freude lebet.






