
Der arme Raimondin
Es war in der Zeit, als der große Revolutionskrieg in den Niederlanden eine für die deutschen Waffen günstigere Wendung zu nehmen schien, als eines Abends der würdige alte Rochus, ein Priester aus Aquiscinet, nach einem kleinen Walde ging, beginnt Brentanos Erzählung, in welchem an diesem Tage die Vorwacht der Franzosen von einem Hinterhalt französischer Emigranten überfallen worden war. Der Pater Rochus folgte damit der Anweisung eines Zettels, den ihm ein französischer Offizier der siegenden Partei durch einen Bauern hatte zukommen lassen: Euer Hochwürden werden dringend aufgefordert, heute abend noch in dem Wäldchen einen jungen feindlichen Soldaten aufsuchen zu lassen, den ich verwundet in dem Gehölz habe sinken sehen. Seine Gegenwehr war so verzweifelt, dass er mir die höchste Achtung einflößte, schreibt der Offizier weiter, ich bot ihm vergebens die ehrenvollste Gefangenschaft an, endlich streckte ihn ein Schuß aus meinem Haufen nieder, und ich konnte nichts für ihn tun, als ihn bei den Meinigen für tot anzugeben.






