
Bergkristall
Unsere Kirche feiert verschiedene Feste, welche zum Herzen dringen, beginnt Stifters Weihnachtserzählung: Man kann sich kaum etwas Lieblicheres denken als Pfingsten und kaum etwas Ernsteres und Heiligeres als Ostern, doch eines der schönsten Feste feiert die Kirche fast mitten im Winter, das Fest der Weihnacht. Wie in vielen Ländern der Tag vor dem Geburtsfeste des Herrn der Christabend heißt, so heißt er bei uns der heilige Abend, der darauf folgende Tag der heilige Tag und die dazwischen liegende Nacht die Weihnacht, schreibt Stifter, und beschreibt, wie die Bewohner mit Lichtern oder auf dunklen, wohlbekannten Pfaden aus schneeigen Bergen an bereiften Wäldern vorbei und durch knarrende Obstgärten zur Kirche eilen, aus der die feierlichen Töne kommen. Es hat sich fast in allen christlichen Ländern verbreitet, dass man den Kindern die Ankunft des Christkindleins als ein heiteres, glänzendes, feierliches Ding zeigt, das durch das ganze Leben fortwirkt und manchmal noch spät im Alter bei trüben, schwermütigen oder rührenden Erinnerungen als Rückblick in die einstige Zeit durch den öden Nachthimmel fliegt.






