
Der Wille zur Macht: Eine Auslegung alles Geschehens
Große Dinge verlangen, dass man von ihnen schweigt oder groß redet, heißt es im Motto dieser von Max Brahn neu ausgewählten und geordneten Sammlung. Nietzsche, erklärt das Vorwort, hatte die Absicht, in einem zusammenhängenden Werk den Gesamtertrag seiner Lehre darzustellen; die Titel und die Gesichtspunkte der Ordnung wechselten, doch die einheitliche Idee blieb bestehen, seine Philosophie übersichtlich darzustellen, ohne neue Grundideen einzuführen. Alle so verschieden erscheinenden Lehren seiner einzelnen Entwicklungsperioden seien nur Variationen desselben Themas, eine Grundmelodie, die dem aufmerksam Hinhörenden stets durchtöne, auch wenn seine Neigung, die gerade im Vordergrund stehenden Gedanken gewaltsam zu betonen, die Nebentöne oft deutlicher vernehmen lasse als den Grundton. Ein trauriger Gedanke sei es, dass seine Erkrankung die Vollendung gerade dieses Werkes verhindert habe, an dem er, wie sein eigener, auf den 17. März 1887 in Nizza datierter Plan zeigt, seit 1882 ununterbrochen gearbeitet und Einzelaufzeichnungen gemacht habe.






