
Ein Gang durch die Katakomben
Wir sind so gewohnt worden, unsere Voreltern als gute dumme Hanse zu betrachten, beginnt Stifters Essay: dass, wenn von was immer für geistiger Größe die Rede ist, wir sogleich mit den Fortschritten unsrer glorreichen Zeit da sind, und dass, wenn von einer Dummheit die Rede ist, die dort oder da geschehen, wir sogleich schreien, dies sei doch unglaublich. Ich aber frage, warum sollte es denn nicht geschehen?, entgegnet Stifter, und erklärt, was wir auch in gewissen Richtungen gewonnen hätten, sei doch meistens nur Eigentum einzelner oder weniger geblieben, während das, was wir verloren hätten, alle verloren hätten. Die Wissenschaft, die Industrie, in gewissen Zweigen auch die Kunst hätten erstaunliche Fortschritte gemacht, schreibt er weiter, aber er fragt, wie vielen das Menschlich-Gute, das diese Dinge brachten, tatsächlich zuteilgeworden sei, oder ob die Masse nicht in denselben Banden des Rohen gefangen liege wie einst, nur eben in beweglicheren und polierteren Banden.






