Die Liebe des Ulanen 2: Napoleons letzte Liebe

9. Kapitel

 

Es war am vierzehnten Juni, nur ganz kurze Zeit nach dem Erzählten, als ein jugendlicher Reiter in höchster Eile von Lüttich nach Namur sprengte. Er hatte Civilkleider an, aber auf der von preußischem Militär reich belebten Chaussee gab es manchen Offizier, der ihn vertraulich grüßte, wenn er an ihm vorüberflog. In Namur angekommen, fragte er nach dem Quartier des Feldmarschall's Blücher.

Dort angekommen, meldete er sich sofort zur Audienz und wurde sogleich vorgelassen. Bei dem Marschalle befanden sich eben Gneisenau, der Generalmajor von Grolman, welcher Generalquartiermeister war, und der Adjutant Major von Drigalski. Trotz der Anwesenheit dieser hochgestellten Persönlichkeiten ging Blücher dem Eintretenden höchst erfreut entgegen. »Königsau! Junge!«, rief er. »Bringt Dich der Teufel schon wieder zurück? Hast Du mich etwa in Lüttich gesucht?«

»Ja, Exzellenz. Ich wusste noch nicht, dass Sie Ihr Hauptquartier nach Namur verlegt haben.«

»Das war notwendig, denn es geht los, mein Sohn. Keile setzt es, fürchterliche Keile! Aber wer sie zunächst bekommt, das weiß man nicht. Weißt Du es vielleicht?«

»Auch nicht. Aber wer sie bekommen soll, das wenigstens weiß ich.« »Ah! Wer denn?«

»Euer Exzellenz.«

»Wie? Wa – wa – was?«, fragte der Alte. »Ich? Ich soll die Keile kriegen? Wer sagte das denn?«

»Der Kaiser selbst.«

»Er selbst? Dann ist er verrückt, total verrückt, was ich übrigens schon längst nicht mehr bezweifelt habe. Aber zu wem hat er es denn gesagt?« »Zu Ney, Grouchy und Drouet.«

»Ha, das sind lauter hübsche Kerls, die ich wohl noch unter die Fäuste bekommen werde. Bist Du etwa verwandt mit Einem von ihnen, ha?« »Danke für diese Ehre, Exzellenz!«

»Na, ich dachte beinahe, weil Du so genau weißt, was sie mit dem Napoleon gesprochen haben.«

»Ich habe sie belauscht.«

»Wo denn?«

»Auf dem Meierhofe Jeanette.«

»Dort? Wohin Du Dein Mädel geschafft hast? Dort war der Bohneaaparte?« »Ja, Exzellenz.«

»Was wollte er denn dort?«

»Hm! Ich glaube, er hatte die Absicht, mich um meine Braut zu bringen.« »Du flunkerst wohl, he?«

»Nun, Tatsache ist, dass er der Margot eine förmliche Liebeserklärung gemacht hat.«

»Donnerwetter! Der sollte sich doch lieber um ein Paar warme Filzschuhe und um ein seliges Ende bekümmern! Erzähle!« »Exzellenz, es ist da sehr viel Privates dabei, dessen Bericht eine sehr kostbare Zeit wegnehmen würde. Darf ich nicht lieber vorher über die strategischen Absichten Napoleons berichten, welche sofortige Dispositionen unsererseits notwendig machen?« »Natürlich! Rede also! Wird er angreifen?«

»Ja.«

»Wann?«

»Morgen oder spätestens übermorgen.«

»Gut! Je eher die Prügel, desto wärmer sind sie. Aber wen?« »Sie, Exzellenz.«

»Nicht Wellington?«

»Nein. Ich kenne auch den Grund, weshalb er zunächst Sie angreift.« »Lass ihn hören, mein Sohn!«

»Er sagte, Euer Exzellenz seien schnell und hitzig, Wellington aber überlege und wäge gern ab. Greife er den Letzteren an, so wäre Feldmarschall Blücher schnell mit der Hilfe bei der Hand –« »Das ist wahr. Wir werden ihn schon kurranzen.« »Greife er aber Ew. Exzellenz an, so würde Wellington wohl so lange zaudern und sinnen, bis die Preußen geschlagen sind.« »Höre, Junge, der Kerl ist doch noch nicht ganz so sehr verrückt, wie ich dachte. An dem Zeuge ist sehr viel Wahres. Nehmen wir uns also wohl in Acht.«

Königsau erzählte nun weiter Alles, was er auf Jeanette erlauscht und dann auch später während seines Rittes noch erfahren hatte. Es stellte sich heraus, dass in Folge dieser Berichte allerdings schleunige Dispositionen nötig waren, welche den Marschall so in Anspruch nahmen, dass er erst am Abende eine kurze Zeit für Königsau übrig hatte. Da saßen sie denn beisammen, ein Jeder eine brennende Tonpfeife in der Hand, und der Leutnant erzählte die Erlebnisse der letzten Tage ausführlich. Blücher unterbrach ihn öfters durch einen kräftigen Fluch, eine drastische Bemerkung, oder eine Frage, welche bewies, mit welchem Interesse er diese Erzählung verfolgte. Als Königsau geendet hatte, meinte der Marschall: »Du glaubst also, dass dieser Richemonte Euch auch noch weiter verfolgt hat?«

»Ich denke es.«

»So hältst Du Deine Margot also auch in Gedinne nicht für sicher?« »Nein, obgleich der brave Florian sie bewacht.« »Hm! Was Du mir da erzählst, ist der reine Roman. Aber es ist ein sehr wahrer Roman, welcher ernst genommen sein will. Wir wissen nicht, was die nächste Zeit bringt, und darum soll ein jeder das Seinige tun. Auch Du.« »Geben Exzellenz mir Gelegenheit dazu.«

»Sogleich, mein Sohn. Weißt Du, was jetzt das Notwendigste für Dich ist?« »Ich bitte, es erfahren zu dürfen.«

»Du musst Dir Dein Mädel zu erhalten suchen.« »Exzellenz.«

»Schon gut! Ich weiß, was Du sagen willst. Aber indem Du so für Dein Glück sorgst, kannst Du zu gleicher Zeit auch dem Vaterlande einen großen Dienst erweisen. Ahnest Du, worauf ich ziele?« »Vielleicht auf die Kriegskasse?«

»Ja. Du denkst, dass Richemonte bestrebt sein wird, sich ihrer so rasch als möglich zu bemächtigen?«

»Ja.«

»Nun, so ist es notwendig, dass wir ihm zuvor kommen. Aber wie? Der Ort liegt in Feindes Land.«

»Es wird bald das unserige sein.«

»Ja; aber bis dahin kann der Teufel die Kasse geholt haben. Man müsste sie wenigstens bewachen, bis wir kommen.«

»Das ist entweder zu gefährlich oder zu umständlich oder zu langwierig, Exzellenz.«

»Weißt Du einen besseren Plan?«

»Ich meine, dass es genügen würde, die Kasse herauszunehmen und ihr eine neue Stelle anzuweisen. Da kann sie liegen, bis die Preußen kommen, und dieser Richemonte findet sie nicht.«

»Donnerwetter, Junge, das ist wahr! Willst Du das übernehmen?« »Von Herzen gern!«

»Warum aber hast Du es nicht bereits getan?«

»Ich hatte die nötigen Kräfte nicht. Auch gehören treue und verschwiegene Leute dazu.«

»Ja; die müsste ich Dir mitgeben. Wie viele brauchtest Du?« »Mit zehn Mann glaube ich, es fertig zu bringen.« »Gut, Du sollst sie haben. Suche sie Dir selbst aus. Wie Du es aber anfängst, das ist ganz und gar Deine eigene Sache. Als Extrabelohnung für Dich aber werde ich dafür sorgen, dass der schändliche Meuchelmord, welchen dieser Richemonte an seinem Cumpan begangen hat, nicht verschwiegen bleibt!«

 

Einige Tage später zog durch den Ort Gedinne ein zerlumpter Kerl, dessen Kleider kaum zureichten, seine Blöße zu bedecken, desto mehr Lappen aber hatte er um seinen Kopf gewickelt. Am Wirtshause blieb er stehen, als besinne er sich, ob es möglich sei, auch ohne Geld einen Schluck zu erlangen. Da klopfte es von innen an das Fenster. »Komm herein, Kerl, wenn Du Hunger hast!«, rief eine laute Stimme. Das ließ sich der Mann nicht zweimal sagen. Er trat in das Haus und dann in die Stube. Dort saßen verschiedene Gäste, alle aus dem Orte gebürtig, vielleicht außer Einem, eben Demjenigen, welcher den Vagabunden hereingerufen hatte.

Als dieser eintrat, waren Aller Augen auf ihn gerichtet. Man schüttelte missbilligend die Köpfe, und der Wirt fragte: »Mensch, wer bist Du?« »Ein armer Savoyard«, antwortete er bescheiden. »Was willst Du hier?«

»Ich weiß nicht, was ich soll. Dieser Monsieur hat mich gerufen.« Da wendete sich der Wirt an den Bezeichneten und fragte: »Monsieur, warum bringen Sie mir solche Leute in die Stube?« Der Gefragte war ein noch junger Mann von anständigem Äußern. Er blickte den Wirt von oben bis unten an und fragte: »Kennen Sie mich?« »Nein«, lautete die Antwort.

»Nun, so will ich Eure Frage verzeihen. Ich hoffe, dass Ihr ein guter Franzose seid?«

»Das bin ich, Monsieur!«

»Und diese anderen Herren auch?«

»Ja.«

»Habt Ihr von dem Armeelieferant Baron von Reillac gehört?« »Den Millionär? Den kennen wir Alle, wenigstens seinen Namen.« »Nun gut. Er ist plötzlich spurlos verschwunden, und ich bin von dem Kaiser beauftragt, nach ihm zu forschen, da man ein Verbrechen ahnt.« »So seid Ihr wohl Procurator?«

»Ja. Aus Paris. Wenn ich also diesen Mann hereinkommen lasse, weil ich ihm die Not, den Hunger und den Durst ansehe, so werde ich es wohl verantworten können!«

»Ihr habt Recht, Monsieur! Tut, was Euch beliebt. Nur seht zu, dass dieser Mann auch mit Legitimation versehen ist!«

»Das soll sogleich geschehen.« Und sich zu dem Vagabunden wendend, fügte er hinzu: »Was bist Du eigentlich?«

»Ich war Besitzer eines Affen und eines Murmeltieres«, antwortete der Gefragte in seinem savoyardischen Dialecte. »Ich war mit diesen meinen Ernährern bis hinein nach Holland. Da kam ich in die Hände der Preußen, und sie nahmen mir meine Tiere und auch mein Geld ab. Nun bettle ich mich nach Hause!«

»Lass Dir auf meine Rechnung zu essen und zu trinken geben, armer Teufel, und setze Dich mit her zu mir!«

Der Savoyarde folgte dieser Einladung wie Einer, dem ein großes Glück begegnet, und ließ sich das, was ihm vorgesetzt wurde, vortrefflich schmecken. Der Procurator ließ sich in ein gleichgültiges Gespräch mit ihm ein, welches zuweilen bis zum Flüstertone herabsank. »Sind Alle beisammen?«, fragte er in einem Augenblicke, in welchem Niemand auf sie horchte.

»Alle bis auf einen«, antwortete der Savoyarde. »Und die Werkzeuge?«

»Liegen im Walde, Herr Korporal.«

»Lass den Korporal! Ich wundere mich über die Virtuosität, mit welcher Du Deine Rolle spielst.«

»Sie ist nicht schwer. Wo treffe ich den Herrn Leutnant?«

»In dem einsamen Hause am Anfange des Waldes.« »Welchen Namen führt er?«

»Du fragst nach dem Florian. Das Andre findet sich. Die Befehle des Leutnants bringst Du nach dem Rendezvous. Jetzt will ich gehen. Halte auch Du Dich nicht zu lange hier auf.«

Der vermeintliche Procurator bezahlte seine Zeche und entfernte sich. Der Savoyarde folgte sehr bald diesem Beispiele. Er hatte das Zimmer noch nicht lange Zeit verlassen, so trat ein weiterer neuer Gast ein. Er blickte sich im Kreise um und sagte im vornehmen Tone: »Ich bin der Kapitän Richemonte und fand den Maire nicht zu Hause. Man sagte mir, dass er hier sei.«

Da erhob sich einer der Anwesenden.

»Der Maire bin ich, Monsieur«, sagte er. »Was wünschen Sie?« »Eine Auskunft.«

»Ich stehe zu Diensten.«

»Hat sich in letzter Zeit die Einwohnerschaft Ihres Ortes vermehrt?« »Ja, allerdings.«

»Wie?«

»Wir haben in zwei Wochen eine Geburt gehabt.« »Pah! Unsinn! Das meine ich nicht, sondern ob vielleicht Fremde bei Ihnen sich niedergelassen haben.«

»Nein, das ist nicht der Fall.«

»Müssen Besuche bei Ihnen angemeldet werden?« »Ja.«

»Sind solche Anmeldungen eingegangen?«

»In letzter Zeit gar nicht.«

»Gut. Ich suche nach drei Personen, zwei Damen und einem Knecht; die Damen sind Mutter und Tochter. Sie müssen sich in dieser Gegend verborgen halten, und ich würde Denjenigen, der sie mir nachweisen könnte, sehr gut belohnen.«

»Würden Sie mir diese Personen beschreiben können?« »Ist vielleicht nicht nötig. Die Tochter soll sehr schön sein.« »Eigentümlich. Heut wird nur immer gesucht. Soeben war ein Procurator aus Paris da, welcher auch Jemand suchte.«

»Ah! Wen suchte er?«

»Einen Baron Reillac, welcher Armeelieferant ist und verschwunden sein soll.«

Der Kapitän verfärbte sich. »Wohin begab sich der Procurator von hier aus?«

»Ich weiß es nicht, Monsieur.«

»Gibt es noch Militär hier?«

»Nein. Es lag sehr vieles hier; aber da der Kaiser gestern die Schlacht bei Ligny gewonnen hat, wird er den Feind immer weiter nach Norden drängen, und so wurden die Truppen von hier fortgezogen. Befehlen Sie Etwas?« »Ein Glas Wein.«

Der Kapitän setzte sich und trank seinen Wein schweigend aus. Er schien in seinem Innern außerordentlich beschäftigt zu sein. Als er das Haus verlassen hatte, schlug er den Weg nach Paliseul ein. Unterwegs sprach er laut mit sich, blieb stehen, ging weiter und blieb abermals stehen. »Verdammtes Unglück«, brummte er. »Die Armee gewinnt Schlachten, und ich darf mich nicht vor dem Kaiser, das heißt, also in Reih und Glied sehen lassen. Warum verlor ich doch die Spur dieser verteufelten Weiber! Könnte ich wenigstens diesen Königsau erwischen!«

Er schritt weiter, blieb abermals stehen und fuhr fort: »Diese Kriegskasse wird mich für Alles entschädigen. – Aber ist es denn auch wirklich wahr, dass eine dort vergraben liegt? Warum überzeuge ich mich nicht lieber, anstatt dieser Margot nachzurennen, ohne sie zu finden! Dort liegt Reillac noch unbegraben. Wenn man ihn findet. Waren die drei Grenadiers wirklich tot? Wenn Einer noch lebte und als Zeuge gegen mich aufträte! Ich habe mich nicht überzeugt, ob das Leben wirklich aus ihnen gewichen sei. Ich werde heut in Paliseul bleiben und morgen mit dem Frühesten hinauf nach der Schlucht gehen, um die Sache in Ordnung zu bringen.« Er blieb stehen und horchte. Es war ihm, als ob er ein Geräusch gehört habe, dem entfernten Donner ähnlich. »Sollte man sich wieder schlagen?«, fragte er sich. »Pah! Mordet Euch immer hin; aber lasst mir nur die Kriegskasse.« Er ahnte nicht, dass er sich auf dem gegenwärtigen Wege von Dem entfernte, was er so sehnsüchtig gesucht hatte. Drüben am Waldesrande stand nämlich ein kleines Häuschen. Es sah nicht reich, aber hübsch und sauber aus. Der Besitzer war ein Freund und Verwandter Florians und war gern bereit gewesen, die beiden Frauen aufzunehmen und zu verbergen. In den letzten Tagen war ihm dies freilich schwer geworden. Es hatte viel Militär im Orte gelegen, und auch ihm hatte man reichliche Einquartierung gegeben. Darum war er gezwungen gewesen, die Frauen im Keller zu verbergen. Jetzt aber befanden sie sich in dem kleinen Giebelstübchen, während er mit Florian in dem Gärtchen saß und über allerlei plauderte.

Da plötzlich stockte das Gespräch und Beide horchten. »Hast Du es gehört, Florian?«, fragte der Wirt. »Ja«, antwortete der Gefragte, »schon einige Male.« »Das ist ein Erdbeben!«

»Nein, wie Donner. Ich bemerke es bereits seit Mittag.« »Sollte es eine Schlacht sein?«

»Jedenfalls.«

»So werden die Deutschen abermals geschlagen!« Bei diesen Worten blickte er den Kutscher forschend von der Seite an. »Warum gerade wieder die Deutschen?«, fragte dieser. »Ich denke es mir.«

»Das wäre Dir wohl sehr lieb?«

»Nein. Du weißt, dass ich kein geborener Franzose bin. Aber weil Du gar so heimlich mit mir tust, wird es mir wohl auch erlaubt sein, mit meinen Gesinnungen Versteckens zu spielen.«

»Das bringst Du gar nicht fertig. Ich weiß doch, dass Du ein braver Kerl bist.«

»Warum also hast Du kein Vertrauen zu mir?« »Kein Vertrauen? Worüber hättest Du in dieser Beziehung zu klagen?« »Ich habe wohl zu klagen. Habe ich nicht bereits seit heute früh bemerkt, dass fremde Gestalten sich da drüben im Walde befinden, welche von Zeit zu Zeit nach meinem Hause blicken?«

»Das habe ich noch nicht bemerkt«, meinte Florian sehr aufrichtig. »So sage, wer eigentlich jener Herr war, welchen Du mit den Damen zu mir brachtest?«

»Hm! Es ist mir zwar von ihm verboten; aber ich weiß, dass ich Dir Vertrauen schenken darf. Er ist ein Deutscher.« »Ein Deutscher? Ah, da hat er viel gewagt!«

»Allerdings. Aber er hat noch mehr gewagt, als Du von ihm weißt. Ich werde Dir erzählen.«

Und er erzählte. Der Wirt hörte sehr aufmerksam zu. Als Florian geendet hatte, sagte er: »Das klingt, als hättest Du es in einem Buche gelesen; aber ich will es Dir glauben. Doch siehe, da kommt Einer mit einem Wägelchen gefahren. Gewiss ein Hausierer. Wollen einmal sehen, was er hat.« Der Mann, welcher sich jetzt langsam dem Hause näherte, hatte rotes fuchsiges Haar und eben solchen Bart. Er war zwar nicht lumpig, aber beinahe lüderlich gekleidet und zog einen vierräderigen Karren nach sich. Als er das kleine Vorgärtchen erreichte, griff er an die Mütze und grüßte. Die beiden Männer begaben sich zu ihm.

»Womit handelt Ihr?«, fragte der Wirt. »Was habt Ihr zu verkaufen?« »Nichts«, antwortete er. »Ich kaufe im Gegenteile ein.« »Was?«

»Knochen, altes Eisen, Zinn und Ähnliches. Habt Ihr nichts für mich?« Florian hörte die Stimme, blickte den Mann scharf an, schlug sodann die Hände zusammen und rief: »Ist es möglich, Monsleur! Aber wahrhaftig, Sie sind fast gar nicht zu erkennen. Diese Perücke und der Bart verstellen Sie ganz.«

»Wer ist es denn?«, fragte der Wirt.

Da griff Florian schnell zu, nahm dem Mann die Mütze und die Perücke ab und sagte: »Da sieh einmal selbst!«

Vor den Beiden stand – Königsau.

»Verzeihen Sie die Täuschung!«, sagte er. »Aber ich nehme an, dass Florian Ihnen wohl bereits gesagt hat, dass ich ein Deutscher bin?« Ehe der Wirt noch antworten konnte, wurde eben das kleine Giebelfensterchen geöffnet, und die Stimme Margots ertönte: »Hugo, mein Hugo! Darf ich hinunter kommen?«

Er blickte mit glücklichem Lächeln empor und antwortete: »Nein, sondern ich komme zu Dir.«

Und im Nu war er in das Haus getreten und flog die Treppe empor. Sie öffnete und lag in seinen Armen. »Ich sah Dich kommen!«, sagte sie. »Und Dein Herz klopfte vor Liebe und Seligkeit?«, lächelte er. »Ah, ich erkannte Dich ja nicht. O, diese hässlichen roten Haare!« »Wenn Du wüsstest, wer mich soeben auch nicht erkannte.« »Wer war es?«

Er trat mit ihr in das Stübchen, begrüßte vorerst auch die Mutter und deutete sodann zum Fenster hinaus.

»Siehst Du den Mann da auf dem Wege nach Paliseul?« »Ja.«

»Dieser Mann ist kein Anderer als Dein Bruder.« »Der Kapitän?«, fragte sie erschrocken.

»Ja.«

»Hat er Dich erkannt?«

»Nein. Er hat wohl geglaubt, mich bereits einmal gesehen zu haben, und darum hat er mir so lange nachgeblickt; aber erkannt hat er mich sicherlich nicht.«

»Das würde auch ein großes, großes Unglück sein, denn er sucht nach uns. Der Wirt erzählte, dass er überall nach zwei Damen und einem Knechte frage. Aber, Lieber, welcher Umstand führt Dich wieder zurück?« »Der Feldmarschall schickt mich in die Berge, um die Kriegskasse in Sicherheit zu bringen.«

»Fortschaffen? Das ist ja unmöglich.«

»Ich soll ihr nur eine andere Stelle geben, damit der Kapitän sie nicht findet. Ich habe Leute hierher bestellt, welche heute eintreffen werden.« »Ist es wahr, dass die Preußen eine Schlacht verloren haben?« »Ja, bei Ligny. Sie wurden fast erdrückt, da Wellington nicht Stand halten konnte. Dafür aber werden sie heute eine desto bedeutendere gewinnen. Hast Du gehört, dass man sich wieder schlägt?« »Ja. Wo wird es sein?«

»Am Süden von Brüssel, vielleicht in der Gegend von Waterloo.« »Aber wenn die Verbündeten doch nicht siegen?« »Sie siegen; das ist meine Überzeugung.«

»Wie hat der Marschall Dich empfangen?«

Auf diese Frage hin kam er in das Erzählen. Dies nahm ihn so sehr in Anspruch, dass er den Savoyarden gar nicht bemerkte, welcher sich dem Hause näherte. Als dieser die beiden Männer bemerkte, grüßte er sehr höflich und fragte: »Verzeihung! Wohnt ein Monsieur Florian hier?« »Ja; der bin ich«, antwortete der Kutscher.

Der Fremde betrachtete ihn aufmerksam und sagte dann: »Ich habe mich bei Ihnen nach Jemandem zu erkundigen.«

»Nach wem?«

»Das darf ich nicht sagen.«

»Ah«, nickte der Kutscher, »Sie sind eingeweiht. Sie meinen den Herrn Leutnant Königsau?«

»Allerdings«, antwortete der Andere. »Ist er anwesend?« »Er ist soeben erst gekommen. Wollen Sie ihn sprechen?« »Ja.«

»Ich werde ihn holen.«

Er ging und brachte den Leutnant von den Damen herab. Als dieser den Savoyarden bemerkte, stieß er ein helles Lachen aus und sagte: »Prächtig, Kunze! In Dir sucht Niemand einen Preußen. Was hast Du mir zu sagen?« »Dass sie alle da sind, außer Einem.«

»Wer ist es?«

»Ich weiß es noch nicht.«

»Die Werkzeuge sind da?«

»Ja.«

»Darf man wissen, um was es sich handelt?«

»Jetzt noch nicht. Kann ich meinen Wagen sicher bei Ihnen einstellen?« »Das versteht sich.«

»Er enthält außer den Knochen und dem alten Eisen, welches nur als Firma dient, Gewehre und Munition, welche wir brauchen. Hören Sie die Kanonade? Es scheint heiß herzugehen.«

»Gebe Gott nur den Verbündeten Sieg«, sagte Florian. »Er wird diesen Wunsch erhören, und unser Siegeszug wird ein schnellerer sein als das vorige Mal.«

Die Männer besprachen dieses Thema noch einige Zeit, und dabei merkte Königsau, dass er dem Wirte vollständig vertrauen könne. Später kehrte er zu den Damen zurück, denen es ein Trost war, ihn wieder bei sich zu sehen. Margot hatte sich von ihrer Verwundung völlig erholt. Sie war schön und reizend wie immer und freute sich im Stillen innig darüber, dass der Geliebte heute nicht den Schlachtgeschossen ausgesetzt war. »Was wird Napoleon tun, wenn er siegt?«, fragte sie.

»Er wird sofort Herr des Rheines sein.«

»Und wenn wir siegen?«

»So stehen wir binnen einer Woche vor Paris und diktieren einen Frieden, welcher gewiss nicht wieder gebrochen wird. Und weißt Du, was hernach geschieht, meine Margot?«

»Was?«, fragte sie lieblich errötend.

»Dann wirst Du Deinen Siegeszug nach Berlin antreten.« »Unter Deinem Schirme und Schilde, ja, Geliebter.« Sie legte die Arme um ihn und flüsterte ihm zu: »Weißt Du denn noch, dass du mir teurer warst als sogar der Kaiser?«

»Ja«, sagte er. »Und das werde ich Dir niemals vergessen.« Der Tag verging; aber der Kanonendonner wollte nicht aufhören. Noch am späten Abende war er zu vernehmen. Ja, er schien sogar immer näher zu kommen.

Gegen Mitternacht begab der Leutnant sich zu dem Stelldichein im Walde, wo er zehn Mutige und kräftige Burschen fand, welche ganz geeignet waren, auch in Feindesland ein Abenteuer auszuführen, wie das projectierte eines war. Der Karren mit den Waffen wurde geholt und dann trat man den nächtlichen Weg an.

Sie erreichten den Fuß der Höhe mit Tagesanbruch und begannen dann den Aufstieg. Der Forst lag still und menschenleer. Sie gelangten nach der Schlucht, ohne von Jemand gesehen zu werden. »Hier ist es«, sagte der Leutnant zu den Leuten. »Haltet hier Wache, bis ich zurückkehre. Ich werde einen passenden Ort suchen, welcher in nicht zu großer Entfernung liegen darf.«

Wer den Sprecher jetzt sah, hätte ihn allerdings nicht für einen preußischen Husarenleutnant gehalten, denn er trug Perücke und roten Bart, gerade so, wie auch die Anderen in ihrer Verkleidung steckten. Als er sich entfernt hatte, lagerten sich die Anderen zwischen den Büschen, um seine Rückkehr zu erwarten. »Pfui Teufel, was stinkt da?«, fragte Einer. »Herrgott, eine Leiche hier hinter dem Strauche!« Sie traten näher. Es war der Körper Reillacs.

»Das wird der französische Baron sein, von welchem der Herr Leutnant erzählt hat«, meinte der Corporal. »Er sagte, dass wir ein Document darüber ausstellen würden.«

Erst nach längerer Zeit kehrte Königsau zurück. Es war nicht leicht gewesen, einen passenden Ort zu finden. »Grabt ein!«, befahl er. Bei der Arbeit so rüstiger Hände ging das Bloßlegen der Kriegskasse rasch von statten. Es wurde aus abgeschnittenen Stämmchen eine Trage gemacht, mit deren Hilfe man sie nach ihrem neuen Bestimmungsort brachte. Dort wurde sie sehr vorsichtig eingegraben, worauf man noch vorsichtiger jede, auch die geringste Spur vertilgte. Dann zog der Leutnant Papier und Stift hervor, um einen Situationsplan auszufertigen, mit dessen Hilfe es einem Dabeigewesenen leicht war, den Platz wieder zu finden. Während dieser Arbeit war es über Mittag geworden. Die Leute nahmen einen kurzen Imbiss zu sich und kehrten dann nach der Schlucht zurück, um das dort offen gelassene Grab wieder zuzuwerfen. Auch der Kapitän Richemonte hatte sein gestriges Vorhaben ausgeführt. Er hatte sich mit einem Spaten versehen und war mit dem heutigen Morgen in die Berge gegangen. Er hatte die Absicht, Reillac einzuscharren und sich dann zu überzeugen, ob die Kriegskasse denn auch wirklich vorhanden sei. In der Schlucht angekommen, ging er ahnungslos auf die bewusste Stelle zu, blieb aber starr vor Schreck stehen, als er das Loch bemerkte, dessen glatt gedrückte Seiten zur Evidenz bewiesen, dass sich hier ein großes Gefäß befunden habe. »Fort! Weg!«, rief er. »Herrgott, ich komme zu spät!« Es war ihm, als sei alles Leben aus seinen Gliedern gewichen. »Das ist nur vor kurzer Zeit geschehen«, fuhr er fort, »denn die Erde ist noch ganz frisch. Wer aber ist es gewesen?« Er blickte umher, konnte aber nichts finden, was ihm einen Anhalt hätte bieten können. Er stampfte den Boden mit dem Fuße und rief: »Nun ist auch diese Hoffnung hin! Gewiss ist es dieser Königsau gewesen. O, ich wollte, ich hätte ihn in diesem Augenblicke hier bei mir! Wie sollte er meine Rache fühlen!« Grad zu dieser Zeit kehrte Königsau nach der Schlucht zurück. Er dachte an nichts weniger als daran, dass er Jemand da antreffen werde. Daher erstaunte er, als er einen Menschen an dem offenen Loche heftig gestikulieren sah. Er winkte seinen Leuten, ihm leise zu folgen, und schlich sich auf den Fußspitzen vorwärts. Er erkannte den Kapitän und legte ihm die Hand auf den Arm.

»Mit wem sprechen Sie hier, Kapitän Richemonte?«, fragte er. Der Gefragte fuhr herum und wurde leichenblass vor Schreck. »Wer – wer seid Ihr?«, stammelte er.

»Schatzgräber, grad wie Sie, aber glücklicher. Doch, Sie kommen uns grad gelegen. Treten Sie doch gefälligst einmal zu dieser Leiche. Kennen Sie dieselbe?«

Richemonte blickte jetzt dem Sprecher schärfer in das Gesicht. »Verflucht!«, knirschte er. »Königsau.«

»Ja, ich bin es! Aber haben Sie keine Sorge; ich werde Ihnen nichts zu leide tun. Nur gestehen sollen Sie mir, dass Sie der Mörder dieses Mannes sind.« »Den Teufel werde ich gestehen, aber dieses nicht.« Bei diesen Worten bemühte er sich, von der Faust Königsaus loszukommen. Dieser aber hielt ihn fest. »Sie geben wenigstens zu, dass diese Leiche diejenige Ihres Freundes Reillac ist?«, fragte er. »Was geht mich dieser Kadaver an!«

»Mir auch recht! Aber da wollen wir dem Herrn doch einmal in die Taschen sehen. Haltet ihn fest!«

Er wurde trotz seines Sträubens so fest gehalten, dass er sich nicht zu bewegen vermochte. Er schäumte vor Wut, konnte aber doch nicht verhindern, dass Königsau die Börse und die Brieftasche des Ermordeten zum Vorscheine brachte. Beides war mit dem Namen und Wappen Reillacs versehen.

»So, das ist genug«, meinte der Leutnant. »Mehr brauchen wir nicht. Ich werde diese Gegenstände behalten und an geeigneter Stelle deponieren. Nehmt ihm die Waffen, und gebt ihm einen Fußtritt. Das ist Alles, was er von uns zu fordern hat.«

Man kam diesem Befehle sofort nach. Dann wurde die Leiche untersucht und begraben. Ein kurz abgefasstes Protocoll, an Ort und Stelle abgefasst und von sämtlichen Leuten unterschrieben, steckte er zu sich; dann wurde der Rückweg angetreten.

Richemonte wusste nicht, wie ihm geschehen war. Er hatte kein Wort zu sprechen gewagt und sogar den Fußtritt ruhig hingenommen. Er hatte dann den Fuß des Berges erreicht, als ob es im Traume geschehen sei. Dann aber kam er zu sich. Er blieb stehen, ballte einen Augenblick die Faust und rief: »Rache! Rache! Ich weiß jetzt Alles! Dieser verkleidete Offizier ging nach dem einsamen Hause. Dort wird sich seine Dulcinea befinden. Man wird ja sehen, was geschieht.«

Er eilte so, dass er noch vor Anbruch des Morgens nach Gedinne kam. In dem Orte schlief kein Mensch. Eine flüchtige Soldatenschaar, welche noch jetzt da rastete, hatte die Meldung gebracht, dass der Kaiser völlig geschlagen und Frankreich verloren sei. Da gab es ein Jammern und Klagen, welches dem Kapitän höchst willkommen war. Er ergriff das Wort und erzählte, dass er diesen braven Patrioten elf deutsche Spione in die Hände liefern wolle. Die Braut des Anführers befinde sich jedenfalls in dem einsamen Hause am Waldesrande.

Die Bürger des Ortes ließen sich nicht so leicht hinreißen wie die Soldaten, welche sofort unter Richemontes Führung nach dem Häuschen zogen, es besetzten und die Bewohner desselben gefangen nahmen. Während Einige als Wache zurückblieben, zogen die Andern den »deutschen Spionen« entgegen, um sie zu vernichten.

Die Preußen hatten es nicht für nötig gefunden, sich jetzt nun noch zu zerstreuen. Königsau hatte ihnen dies angeraten und sich dann von ihnen getrennt. So kamen sie, die Karre mit sich führend, ahnungslos daher; da krachte eine Salve, und alle Zehn stürzten, zum Tode getroffen, zu Boden. Richemonte untersuchte sie. »Der Anführer ist nicht dabei«, sagte er. »Er wird noch nachkommen. Er darf uns nicht entgehen.« Er täuschte sich. Königsau hatte unterwegs daran gedacht, dass er von Richemonte auf seinem Wege zum Waldhäuschen beobachtet worden sei, und das hatte ihn besorgt gemacht. Daher trennte er sich von dem langsamen Zuge seiner Leute und eilte ihnen voraus. Dabei schlug er durch Dick und Dünn die grade Richtung ein und wurde so von Richemonte nicht getroffen.

In der Nähe des Häuschens angekommen, merkte er sofort, was geschehen war; aber er bemerkte auch, dass die Besatzung keine vielzählige sein werde. Was er aber nicht bemerkte, das war eine preußische Husarenpatrouille, welche am abliegenden Waldesrande dahergeritten kam. Er schritt auf das Häuschen zu und trat ein. Der an der Tür stehende Posten wollte es ihm verwehren, aber in demselben Augenblicke hörte er Margots Stimme um Hilfe rufen. Sofort riss er die Pistolen hervor und drang ein. In der Stube rang Margot mit vier Soldaten. Der Wirt und Florian lagen gebunden in der Ecke, und Frau Richemonte war ohnmächtig. Die vier Schüsse krachten, und die vier Angreifer stürzten tot zu Boden; aber der Posten war dem Leutnant gefolgt.

Margot stieß einen schrillen Warnungsruf aus. Königsau wollte sich schnell umdrehen, aber es war zu spät. Der Pallasch des Franzosen saußte durch die Luft und fuhr ihm in den Kopf. Er sank nieder und Margot neben ihm. Unterdessen war die Patrouille aus dem Walde hervorgebrochen. Der sie befehligende Offizier hielt an und schaute sich um. Da fielen in dem nahen Hause vier Schüsse, und dann hörte man einen schrillen Angstschrei. »Was ist das? Dort kämpft man!«, sagte der Offizier. »Vielleicht bedarf man unserer Hilfe. Vorwärts!«

Sie sprengten herbei, sprangen ab und drangen ein. Da sprang gerade eben der Franzose, welcher den Hieb gegen Königsau geführt hatte, zum Fenster hinaus, da er sich nicht anders retten konnte. Aber der Husar erkannte auf den ersten Blick, was hier geschehen war, und sandte ihm eine Kugel nach, welche auch ihr Ziel nicht verfehlte.

Florian und der Wirt wurden ihrer Fesseln entledigt und erfuhren, dass eine größere preußische Truppenabteilung im Anzuge sei, so dass sie nun nichts mehr zu befürchten hatten. Sie erzählten in kurzen Umrissen, was geschehen war, und mussten auf Befehl des Offiziers die Damen nach oben bringen.

Königsaus Kopfwunde war lebensgefährlich. Er erhielt einen notdürftigen Verband, bis nach ungefähr einer Stunde die erwähnten Truppen ankamen und ein Arzt sich seiner annehmen konnte. Dieser schüttelte höchst bedenklich den Kopf, gab aber doch der inzwischen wieder zu sich gekommenen Margot eine tröstliche Antwort, obgleich er ihr nicht erlaubte, den Geliebten zu sehen.

Richemonte kehrte nicht nach dem Hause zurück; er hatte unterwegs von dem Anrücken der Preußen gehört und es vorgezogen, sich nicht in eine gar zu große persönliche Gefahr zu begeben. Von der Verwundung seines Todfeindes wusste er allerdings noch nichts. –

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