Die Magie der Empathie
Die Magie der Empathie
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 10 Teile geteilt.
›Finn«, kam es mir recht matt über die Lippen. Dann sah ich, dass die ganze Hochzeitsgesellschaft um uns herumstand und besorgt auf mich hinabblickte. Auch sah ich dich vor Finn und mir knien. Und Steff rief mit ihrem Handy gerade den Krankenwagen.
„Mensch, Mensch, Zerlina, was machst du für Sachen, hm?‹ fragte Finn mich außer sich vor Sorge.
»Was ist denn passiert?«, erkundigte ich mich leise.
»Tja, wenn du es nicht weißt, wissen wir es erst recht nicht. Du bist mit einem Mal in deinem Rollstuhl zusammengesunken und hast auf nichts mehr reagiert. Wahrscheinlich bist du vor lauter Aufregung ohnmächtig geworden,«, erklärtest du weiter. »was manchmal passiert.«
Dann nahmst du meinen Arm und versuchtest, mir den Puls zu fühlen.
»Und?«, fragte Finn.
»Soweit ich fühlen kann, ist alles in Ordnung. Aber aufgrund ihrer starken Zappelspastik ist es nicht einfach, ihr den Puls korrekt zu fühlen. Aber die Ärzte im Krankenhaus werden es gleich herausfinden, ob ihr Puls normal geht und was ihr fehlt.«
»Wer bist du eigentlich?«, erkundigte Finn nun plötzlich bei dir und versuchte, mich noch etwas weiter aufzurichten.
Du erklärtest ihm, dass du in Frankfurt Masseur und angehender Heilpraktiker seist und mich wegen meiner starken und immer wiederkehrenden Rückenschmerzen manchmal behandelst.
»Ach ja, von dir hat Zerlina mir schon einige Male erzählt. Denn erst vor Kurzem war sie ja wieder einmal in Frankfurt gewesen, um sich von dir behandeln zu lassen. Das stimmt.«, fiel es Finn jetzt wieder ein. »Hast du nicht auch heilende Hände? Zerlina hatte dies erwähnt. Sie sagte, du brauchst deine Hände nur auf ihren Rücken zu legen und schon wären ihre Schmerzen beinahe verschwunden. Stimmt das, dass du jemandem mit deinen bloßen Händen den Schmerz nehmen kannst? Und stehst du in Frankfurt nicht auch manchmal auf der Bühne und zauberst? Denn ich meine nämlich, Freunde von mir hätten das mal erzählt. Sie sagten, du seist echt gut.“
Und mit einem Mal erinnerte ich mich ebenfalls, dich schon auf der Bühne stehen gesehen zu haben. Es war noch zu der Zeit gewesen, in der ich in Frankfurt in der betreuten Wohngruppe gewohnt hatte und du noch gar nicht als Masseur gearbeitet hattest. Es war in der Turnhalle einer Schule gewesen. Du warst in der Tat sehr, sehr gut, manches Mal meinte man wirklich, es gehe nicht mit rechten Dingen zu. Bei dieser Erinnerung flog ein winzig kleines Lächeln über mein Gesicht.
"Ja, das Zaubern ist mein Hobby. Und einige Male im Jahr trete ich vor kleinem Publikum auf. Das stimmt. Aber ich glaube, wir sollten Zerlina jetzt erst mal nach draußen in den Sonnenschein bringen, damit sie sich wieder ein wenig aufwärmen kann. Denn sie zittert noch immer wie Espenlaub«, entgegnetest du schnell und beinahe schon ein bisschen verlegen.
»Das ist eine gute Idee«, gab Finn zur Antwort, stand mit mir auf dem Arm auf und ging nach draußen in den Sonnenschein und setzte sich auf die alte Friedhofsmauer. Die Sonne wärmte mich sogleich ein wenig auf, was mir unendlich gut tat. Meine Familie und Kira folgten uns nervös.
Wohl zehn Minuten später kam der Krankenwagen auf den Kirchhof gefahren. Schnell wurde ich auf die Trage gelegt und in den Krankenwagen geschoben. Mir blieb nur noch ein kurzer Augenblick, um zu dir herüberzublicken. Und du fandest auch kaum noch Zeit, mir zuzurufen, dass du auf einen Anruf von mir wartest, sobald es mir wieder besser ging, damit wir neue Behandlungstermine absprechen könnten. Dann stiegen Finn, Steff und Kira hinter der Trage mit in den Krankenwagen ein und die Türen wurden geschlossen.
Ich erfuhr eigentlich nie so richtig, weshalb ich während meiner Hochzeit zusammengebrochen war. War es wirklich deswegen gewesen, weil ich Finn gar nicht heiraten und mit ihm ein gemeinsames Leben führen wollte? Oder hatte Wolfram mich ohnmächtig werden lassen, da er sich ganz einfach in den Kopf gesetzt hatte, meine ewige Bindung mit Finn zu verhindern? Denn hatte meine Mutter während meines Ohnmachtsanfall nicht gesagt, dass es Wolframs Idee war, mich mit dir bekannt zu machen? Vielleicht wusste er ja, dass wir beiden miteinander viel glücklicher werden würden, als Finn und ich es jemals geworden wären. Ich konnte es nicht sagen. Vielmehr wollte ich den Grund für meine plötzliche Ohnmacht auch gar nicht wissen und wahrhaben. Denn noch immer war es mein striktes Ziel, meine leibliche Familie, meine zukünftigen Schwiegereltern und die Bewohner meines Heimatplaneten nicht zu enttäuschen und meine Lebensaufgabe gewissenhaft bis zum Ende weiterzuführen.
Da ich erst mal wieder zu Kräften kommen und mich erholen sollte, hatten Finn und ich unsere Hochzeit bis auf Weiteres verschoben. Stumm dankte ich Finn dafür, dass er noch kein neues Datum für unsere Hochzeit festgesetzt hatte.
Dafür konnte ich mich in den kommenden Tagen, während ich mich von meinen Assistenten, Steff, Kira und Finn in meiner Wohnung liebevoll noch ein bisschen pflegen ließ, umso besser an meinen Besuch bei meiner Familie erinnern. Und manchmal meinte ich, zu erahnen, aus welchem Grunde ich ohnmächtig geworden war und mich dann mitten in meiner leiblichen Familie wiedergefunden hatte. Immer, wenn ich in diesen kommenden Tagen spazieren ging, blickte ich sehnsuchtsvoll in den Himmel hinauf und versuchte auszumachen, in welche Richtung es zu mir nach Hause ging. Nachts blickte ich neben meinem Bett aus dem Fenster und fragte mich, ob man unseren Planeten wohl als Stern leuchten sah. Auch konnte ich mich außerordentlich gut an die Unterhaltung mit meinen Eltern erinnern. Meine Mutter hatte mich zwar dafür gelobt, dem blauen Planeten genau das Teilchen zurückzugeben, das verloren gegangen zu sein schien. Aber sie tadelte mich auch nicht gerade wenig dafür, dass ich es noch nicht geschafft hatte, Finn davon zu überzeugen, nicht zu den Menschen zu gehören, ein Königssohn und eine überaus wichtige Person zu sein. Plötzlich fühlte ich mich wieder unendlich schlapp und hatte das schmerzende Gefühl, wieder einmal versagt zu haben. Mein Vater hingegen schien stolz auf mich zu sein. Und es schien ebenfalls so, als ob er mich verstehen könnte, meine beiden Aufgaben noch nicht perfekt erledigt zu haben. Er hatte sogar einen Vorschlag gemacht, wie man meinem Freund glaubhaft machen könne, dass unsere kleine Erde tatsächlich existierte. Er hatte witzigerweise dieselbe Idee geäußert, die mir beim letzten großen Angriff auf Finn und mich gekommen war und die ich immer noch mit Janica besprechen wollte.
Mehrmals kamen Elena und Janica nach meinem Zusammenbruch vorbei, um nach mir zu sehen. Da Finn in Frankfurt wegen seines Umzugs nach München noch einiges erledigen musste, war er, nachdem es mir wieder ein bisschen besser ging, zurück nach Frankfurt gefahren.
Und eines schönen Nachmittags erzählte Janica bei einem ihrer Besuche mir dann von ihrer eigenen Idee. Sie sagte, ihr wäre schon vor längerer Zeit der Einfall gekommen, dass man Finn des Nachts einfach auf den Planeten der Hexen und Zauberer bringen und ihm dort alles zeigen könne. Vielleicht würde er dann tatsächlich alles für wahr hinnehmen. Natürlich würde es eine Zeit lang dauern, bis man ihn auf unserer kleinen Welt herumgeführt hatte. Denn, auch wenn es bei uns nur zwei Länder gab, so dauerte es doch einige Monate, bis man diese Kugel einmal umkreist hatte. Man brauchte ja schon gute drei bis vier Monate, ehe man bei uns ein Land bereist hatte. Immer wieder begegnete man einem Stamm, der einen gastfreundlich beherbergte und mit jedem Einzelnen seines Stammes bekannt machen wollte. Also würde Finn für längere Zeit weg sein. Janica erzählte weiter, dass es zwar strengstens verboten war, jemanden zwischendurch auf unsere Erde zu bringen, aber weil er für die Lebewesen lebenswichtig war, müsste man dies einfach tun. Mit einem äußerst breiten Lächeln im Gesicht erzählte ich Janica, dass mir diese Idee vor einiger Zeit ebenfalls gekommen sei und ich mit ihr über diese eigentlich schon längst hätte sprechen wollen.
›Und was ist mit dem Sauerstoff?‹, entfuhr es mir auf einmal besorgt und ängstlich. ›Denn je näher man dem Himmel kommt, desto weniger Sauerstoff ist doch vorhanden, bis man ganz hoch oben schließlich überhaupt nicht mehr atmen kann und in bitterer Kälte erfriert und zugleich verbrennt.‹
Finns Schwester grinste mich breit an und erzählte dann, dass sie ganz spezielle und besonders gut isolierte und gefütterte Sauerstoffanzüge hätten, von denen sie auch drei zu Hause hatte, da sie ja selbst manchmal im Weltall umherflog.
Auf die Frage hin, ob ich meinen Freund begleiten möchte, wusste ich nicht sofort eine Antwort. Einerseits hätte ich nur allzu gerne in der Realität gesehen, woher ich kam und meine Eltern und meine Schwestern wieder getroffen, andererseits befürchtete ich ja, dass wir niemals mehr auf die Erde der Menschen zurückkehren konnten, wenn wir einmal in unserer Heimat waren. Zwar waren unsere Lebensaufgaben noch nicht erledigt, dennoch sagte mir irgend eine Stimme, dass wir von unseren Familien nicht mehr zurückgelassen werden würden.
Trotz meiner Bedenken teilte ich Janica bei ihrem nächsten Besuch meine Entscheidung mit einem mulmigen Gefühl im Magen mit. Mit einem leichten, zufriedenen Lächeln auf den Lippen hörte sie zu, als ich in einem festen Tonfall sagte, dass ich Finn auf unseren Planetenbe gleiten wolle.
Aber weil ich noch immer schlapp war, riet meine Schwägerin mir, ich möge doch noch einige Tage auf der Erde der Menschen bleiben und Finn erst später folgen. Und so geschah es, dass ich mich von meinem langjährigen Weg-begleiter gar nicht so richtig verabschiedet konnte. Mit einem Mal war die Nacht gekommen, in der er auf den Planeten der Hexen und Zauberer zurückgebracht werden sollte. Auch für Finn selbst war es eine ziemlich große Überraschung. In dieser Nacht schlief ich bei einer Freundin, die ein wenig auf mich achtgeben wollte. Janica hatte diese Nacht auch gar nicht so recht angekündigt. Sie tat es wohl deswegen, um mir nicht noch mehr ein schlechtes Gewissen zu machen. Und so kam es, dass ich Finn vor seiner Reise nicht mehr sah!
Gut zwei Wochen nach meinem Zusammenbruch in der Kirche ging es mir soweit wieder gut, dass ich für ein paar Tage nach Frankfurt fuhr, um meine allerletzten Behandlungstermine bei dir wahrzunehmen. Denn auf meinem Behandlungsrezept, das mir meine Hausärztin ausgeschrieben hatte, waren noch drei Behandlungstermine offen.
Und plötzlich ging alles rasend schnell mit uns beiden, erinnerte ich mich noch immer verblüfft. Eigentlich war nach meinem gescheiterten Heiratsversuch alles wie immer zwischen uns. Wir stritten uns über jede kleinste Kleinigkeit, lachten viel über uns selbst und baten uns bei Problemen gegenseitig um Rat. Und ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass ein Mann, der weder körperlich, noch geistig groß beeinträchtigt und zudem auch erst Ende zwanzig war, ohne Vorwarnung meinen ständig zuckenden Mund küsst. Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?«, lächelte ich meinen Mann nun leicht an und kuschelte mich noch ein wenig enger an ihn.
»Hm, ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich in diesem Moment gar nichts gedacht habe. Denn sonst hätte ich dich ja vermutlich nicht geküsst. Ich verspürte einfach ein großes Bedürfnis danach«, antwortete Jonas prompt und direkt.
Völlig verwirrt und konfus gingen wir nach dieser Behandlungsstunde auseinander. Ich wusste nicht, ob ich geschockt oder glücklich über diesen Kuss sein sollte. Allerdings glaube ich schon, dass ich überglücklich war. Aber das konnte und durfte ich mir in diesem Augenblick nicht eingestehen.«, sagte ich und lächelte Jonas ein wenig scheu und verlegen an. Per E-Mail einigten wir uns dann darauf, dass es wohl besser sei, wenn ich die beiden noch offenen Behandlungsterminen nicht mehr komme und zurück nach München reise. Auch wusste ich, dass unsere Zuneigung füreinander dir womöglich die Zulassung zum Masseur und Heilpraktiker kostet. Statt von dir behandelt zu werden, erhielt ich von jetzt ab an regelmäßig ellenlange E-Mails, die ich jedes Mal eifrig beantwortete. Und wieder fühlte ich mich wie in einem seltsamen Traum, aus dem ich diesmal aber niemals aufwachen wollte. Ich hatte regelrechte Panik, alles nur zu träumen, wenn ich morgens meine Augen aufschlug. Doch immer, wenn ich mich an meinen Laptop setzte, um meine Mails zu checken, sah ich, dass alles Realität war. Mit sehr großen Gewissensbissen dachte ich regelmäßig an Finn, der jetzt auf unserer Erde weilte, und von alledem nichts ahnte. Trotzdem fühlte ich mich immer glücklicher! Aber mir ist es immer noch nicht so ganz klar geworden, warum du dich in mich verliebt hast und dir deine Gefühle mit einem Schlag eingestanden hast.«
»Nun, vielleicht ist dies bei den Bewohnern der blauen Erde nicht üblich, aber höchstwahrscheinlich steckt auch in mir etwas Magisches? Hast du daran schon einmal gedacht? Zudem bin und werde ich bestimmt nicht der erste und der letzte Mann im Weltall sein, der sich in eine stark körperbehinderte Frau verliebt und über seine Liebe zu ihr all seine Bedenken und Zweifel über Bord wirft! Ich meine, du hast es doch schon selbst alles jahrelang mit einem anderen Mann durchlebt.«, erwiderte Jonas leicht amüsiert.
»Jonas, was ist wirklich passiert?«, fuhr ich ihn jetzt ein wenig heftig an und blickte ihm mich auf meinen Ellenbogen stützend direkt in die Augen. »Und warum bist du vorhin so hippelig geworden, als ich angedeutet habe, dass meine leiblichen Eltern deine von irgendwoher zu kennen scheinen? Was hat das alles zu bedeuten, Süßer? Seid ihr etwa auch welche von uns?
»Also gut!“, erwiderte Jonas ein wenig hektisch und blickte starr hinaus in unseren Garten. „Als du damals mit deinen starken Rückenschmerzen zu mir gekommen bist, die nach der allerersten Behandlung so weit zurückgegangen waren, dass du dich nachts im Bett wieder selbst umdrehen konntest, war ich zuerst nur guter Dinge und dachte mir nichts dabei. Zwar hatte ich in meiner beruflichen Laufbahn noch keine so starke Spastikerin behandelt, aber menschliche Körper ähneln sich nun einmal. Doch als du mich darum batest, meine Hand auf deinen Magen zu legen, als du gerade ziemliche Magenschmerzen hattest, und diese dann ebenfalls ganz plötzlich verschwunden waren, überlegte ich, ob das mit rechten Dingen zuginge. Einen Behandlungstermin darauf hattest du ziemliche Kopfschmerzen. Ich legte meine Hände auf deinen Kopf und nach ungefähr zehn Minuten waren auch diese komplett verschwunden. Langsam wusste ich tatsächlich nicht mehr, ob ich mich über diese Gabe freuen, ob ich stolz auf sie sein oder ob ich Angst vor ihr haben sollte. Denn auch bei Mirja, meiner Ex-Freundin, funktionierte das Handauflegen. Zwar nicht es so gut wie bei dir, aber sie spürte danach ebenfalls deutliche Linderung. Tja, und so begann ich, meine Gabe, die ich durch dich erst so richtig wahrgenommen hatte, auch bei meinen anderen Patienten ganz bewusst auszuprobieren. Und es funktionierte. Und jeder, der eigentlich nur für eine normale Behandlung zu mir kam, ging beinahe jedes Mal vollkommen schmerzfrei nach Hause. Dann erinnerte ich mich plötzlich daran, dass wir beide uns einmal über unsere Vorfahren unterhalten hatten. Auch wusste ich, dass du der festen Überzeugung warst, es gebe Menschen mit heilenden Händen. Aus Büchern und zahlreichen Erzählungen wusste ich, dass man heilende Hände nur erben konnte. Auch das „perfekte“ Zaubern konnte man nicht so ohne Weiteres erlernen. Und wieder dachte ich daran, wie meine Zuschauer immer meinten, man könne sich partout nicht vorstellen, wie ich diese so genannten "Zaubertricks" auf der Bühne zustande bringe. In einigen Augenblicken wusste ich es selbst nicht recht. So seltsam dies auch klingen mag! Ich wusste nur, dass es völlig unmöglich war, sich das richtige Zaubern und die heilende Hände im Laufe seines Lebens durch irgendwelche Übungen oder Lehrgänge anzueignen.Somit beschloss ich, Ahnenforschung zu betreiben. Meine Eltern hatten mir erzählt, dass unser Kontakt zu meiner Urgroßmutter mütterlicherseits eigentlich nie so recht stattfand. Aus diesen Geschichten konnte ich mir zusammenreimen, dass mehr dahinter steckte, als nur ein ziemlich heftiger Streit. Natürlich fragte ich meine Mutter mehrmals, warum sie sich so sehr gestritten hatten, bekam aber nie eine richtige Antwort. Leider war ich damals erst ein paar Tage alt, als meine Urgroßmutter starb. Ich wusste jedoch, dass im Schlafzimmer meiner Eltern eine große Holztruhe stand, die mich schon als kleinen Jungen immer wahnsinnig interessiert hatte, in die ich jedoch niemals gucken durfte. Keiner von uns sieben Jungs durfte jemals auch nur in die Nähe dieser großen und geheimnisvolle Truhe kommen. Unsere Mutter passte immer wie ein Luchs darauf auf und ließ uns nie allein ins Schlafzimmer. Und da sie uns erzählte, unser sprechender Papagei würde es ihr erzählen, wenn wir alleine in ihr Schlafzimmer gingen, wagten wir es nicht. Denn unser Papagei war wirklich ziemlich schlau und sprach auch richtig kluge Sätze. Am darauf folgenden Wochenende, nachdem ich den Entschluss gefasst hatte, Ahnenforschung zu betreiben, stattete ich meiner Mutter einen Besuch ab. Mein Vater war in diesen Tagen zu meinem zweitältesten Bruder nach Stuttgart gefahren. Unter dem Vorwand, bei meinen Eltern endlich mal nach den feuchten Wänden ihres schon recht alten Fachwerkhauses gucken zu wollen, fiel es gar nicht auf, dass ich ganz gemütlich durch die Zimmer schlenderte und mich darin ein wenig umsah. Zum Glück fuhren Mirja und meine Mutter an diesem Nachmittag zum Friedhof, um das Grab meiner Großeltern zu bepflanzen. Und anschießend wollten sie in einem Möbelgeschäft noch eine kleine Kommode für Mirjas und mein Schlafzimmer kaufen. Meiner Freundin hatte ich von meinem Vorhaben nichts erzählt, da ich wusste, dass sie die ganze Sache als puren Blödsinn abtun würde. Meine Mutter und Mirja wussten, dass ich es hasste, stundenlang in einem Möbelgeschäft zu verbringen, somit ließen sie mich ohne Bedenken im Haus meiner Eltern zurück.
Sobald die Beiden außer Hör- und Sichtweite waren, lief ich geradewegs ins Schlafzimmer meiner Eltern, ging zu der alten Holztruhe, die eher einer Schatzkiste glich, und öffnete nach und nach die einzelnen Schubladen. Zu meinem Glück hatte unser Papagei inzwischen bei Freunden meiner Eltern sein zu Hause gefunden. Zuerst fand ich nur belangloses Zeug, wie uralte Fotos von uns Kindern und sonstigen Krimskrams in den Schubladen. Ich hatte schon beinahe die Hoffnung aufgegeben, etwas Aufschlussreicheres zu finden und fragte mich gerade, warum meine Mutter diese Kiste wie ihren Augapfel hütete, als ich in der untersten Schublade gut versteckt auf ein ziemlich dickes Buch stieß. Zu meinem Erstaunen sah es ganz danach aus, als ob darin in regelmäßigen Abständen gelesen oder es zumindest immer mal wieder herausgenommen wurde. Der Einband war wirklich wunderschön und das Buch schien sehr alt zu sein. Neugierig begann ich in diesem dicken Buch zu lesen, dessen Seiten eng und klein beschrieben waren. Es war aber eine wunderschöne Handschrift. Vollkommen sauber und sehr schwungvoll. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich auf dem Ehebett meiner Eltern hockte und unsere Familiengeschichte las. Kreuz und quer blätterte ich. Ziemlich weit hinten im Buch stieß ich dann auf die Textstellen, von denen ich gehofft hatte, sie zu finden. Unsere Familiengeschichte war seit Ende des 17. Jahrhunderts aufgeschrieben worden. Das konnte ich an den Daten erkennen, die am Anfang jeder Eintragung standen.
In diesen zwei, drei Stunden, in denen ich las, erfuhr ich, dass man meiner Urgroßmutter in ihrem kleinen Dorf in Rumänien, in dem sie als junge Frau lebte, nachsagte, sie stamme von den Hexen ab. Denn sie konnte Kranke durch das Verabreichen bestimmter Kräuter in bestimmter Mischung heilen. Auch war es ihr möglich, durch bloßes Handauflegen ihre Mitmenschen von körperlichen Schmerzen zu befreien. Den Dorfbewohnern erschien diese Gabe jedoch als teuflisch und mieden sie. Es wurde sogar behauptet, dass sie von einem anderen Planeten käme. Denn dies hatte sie angeblich mal zu ihren Freunden gesagt, die sie im Dorf hatte. Nun, und einige ihrer Freunde erzählten diese Geschichte sogleich fröhlich weiter. Ein eisiger Schauer lief mir bei dem Gedanken den Rücken hinunter. Die arme Frau musste wirklich sehr darunter gelitten haben. Und das Grausigste an der ganzen Sache war, dass ihre beiden Kinder ebenfalls aus der Gemeinschaft des Dorfes ausgeschlossen wurden. Selbst ihre Verwandten wollten aufgrund dieses Verdachts bald nichts mehr mit ihr zu tun haben. Selbst ihre eigenen Kinder und Enkel wandten sich im erwachsenen Alter von ihr ab. Menschen können manchmal wirklich so verdammt grausam sein.«
»Ja, und wenn man denn noch bedenkt, dass deine Großmutter vor gar nicht allzu langer Zeit gelebt hat. Man müsste doch meinen, dass die Menschen zu diesem Zeitpunkt schon ein wenig aufgeklärter waren. Allerdings wird in einigen Ländern dieser Erde noch heute Hexenverfolgung betrieben. Wie zum Beispiel in Westafrika oder in Südostasien. Selbst laut der deutschen Verfassung war bis neunzehnhundertsechzig die Hexenverbrennung in Deutschland erlaubt. Zum Glück wurde sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vollzogen«, entgegnete ich laut überlegend und starrte vor mich hin.
»Tja, und meine Urgroßmutter hat es scheinbar auch nie bestritten, eine Hexe zu sein. Ganz schön mutig und auch ein bisschen waghalsig von ihr.«, antwortete Jonas mir nun ebenso in Gedanken versunken. „Na ja, auf jeden Fall konnte ich mir nun so ungefähr vorstellen, woher ich meine heilenden Hände geerbt hatte. Doch bevor Mirja und meine Mutter wieder nach Hause kamen, stach mir noch ein ganz besonderer Satz ins Auge. Dieser Satz wies seinen Leser daraufhin, dass, wenn man sicher sein wollte, ein magisches Wesen zu sein, man sich an einem bestimmten Datum im April um Mitternacht dem besagten und berüchtigten Brocken im Harz nähern müsse. Genauer gesagt war es die Nacht des dreißigsten Aprils. Diese Nacht war die Nacht aller Hexen und Zauberer. Aber das weißt du ja. Und wenn man dann menschenähnliche Gestalten auf einem Besen durch die Luft reiten sehen und sie mit bloßem Auge von den großen Raubvögeln unterscheiden konnte, gehörte man unweigerlich zu den magischen Wesen. Denn die normalen Menschen konnten in der tiefen Dunkelheit eine Hexe oder einen Zauberer nicht von einem großen Raubvogel unterscheiden. In den hohen Lüften sehen die Zauberwesen sehr viel kleiner aus, als sie in Wirklichkeit sind. Leider musste ich unser Familientagebuch an dieser Stelle hastig zuklappen und wieder in die Truhe verstauen, denn Mirja und meine Mutter waren nach Hause gekommen. Schnell schloss ich leise die Schublade, stand auf und tat so, als ob ich die Wände Stück für Stück abtastete und begutachtete. Auf die Frage hin, ob ich jetzt endlich wüsste, was man gegen die feuchten Wände tun könnte, antwortete ich mit einem leichten und bestimmten Kopfnicken.
Nächtelang saß ich nun am Fenster und blickte in den dunklen Himmel hinauf. Doch leider entdeckte ich niemals ein menschenähnliches Geschöpf auf einem Besen. Ich fand diese Vorstellung auch recht albern. Denn fliegende Zauberwesen gab es doch nur in irgendwelchen Kindermärchen oder in bekloppten Filmen. Zwar wusste ich ja durchaus, dass es Menschen gab, die mit ihrem Wesen und ihrem Können etwas Außergewöhnliches zustande brachten, aber dass ein Lebewesen, das nicht zu den fliegenden Tierarten gehörte, sich aus eigenem Antrieb und eigener Kraft in die Lüfte erheben konnte, hielt ich für bloßen Humbug. Trotzdem musste ich immer wieder an meine Urgroßmutter und ihre heilenden Hände zurückdenken. Und plötzlich wusste ich, wohin ich mit Mirja während unseres Kurzurlaubs Ende April fahren wollte. Es sollte eine Überraschungsfahrt für sie sein. Denn wir waren dann mittlerweile vier Jahre zusammen.
Also buchte ich kurzerhand ein Zimmer in einem wunderschönen Gasthof, der mitten im Harz und nicht weit vom Brocken entfernt lag. Glücklicherweise freute sich Mirja sehr, als sie erfuhr, wohin wir fuhren. Und es war ein weiteres Glück für mich, dass sie im Normalfall immer verhältnismäßig früh schlafen ging und dann auch bald tief und fest schlief. Erst recht, wenn sie tagsüber viel gewandert war. Demnach konnte ich mich also in der Nacht dieses besagten Datums einfach leise aus dem Gasthof schleichen und zum Brocken wandern. Es war eine sternklare Nacht und der Vollmond schien beinahe so hell wie am Tage die Sonne. Ein wenig enttäuscht sah ich bei meiner Ankunft, dass der Berg ruhig und verlassen dalag. Trotzdem versteckte ich mich im Gebüsch, holte mein Fernglas heraus, das ich mir für diesen Urlaub extra gekauft hatte, und wartete ab. Mir schien es so, als ob die Minuten Stunden waren und bald schon glaubte ich nicht mehr daran, eine Hexe zu sehen. Aber plötzlich vernahm ich ein leises Rauschen in der Luft, das stetig anschwoll und schließlich so laut wurde, dass ich mir ein ganz klein wenig die Ohren zuhalten musste. Überrascht blickte ich hoch und entdeckte einen riesigen Vogelschwarm über mir sowie ich ihn noch nie gesehen hatte. Doch nicht nur dieser Schwarm war unvorstellbar groß, sondern auch die Vögel. Verwirrt und zugleich maßlos aufgeregt griff ich nach meinem Fernglas, schaute hindurch und erblickte lauter kleine menschenähnliche Geschöpfe am Himmel. Erschrocken, aber gleichzeitig auch höchst erfreut blieb ich in meinem Versteck sitzen und schaute zu, wie ihr alle über mich hinweg flogt. Wie war dies möglich? Konnte man den Geschichten von den Hexen und Zauberern tatsächlich Glauben schenken? Aber dass es diese magischen Wesen aus den Kindermärchen und Fantasiefilmen tatsächlich geben sollte, konnte ich einfach nicht glauben. Doch dann besah ich wieder meine Hände, erinnerte mich an mein doch nahezu perfektes Zaubern und dachte an diese Frau zurück, die Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in Rumänien gelebt hatte, für eine Hexe gehalten wurde und unweigerlich zu meiner Familie gehörte. Und nun war es mir auch noch möglich, diese großen Vögel als menschenähnliche Lebewesen zu identifizieren.
Und dann auf einmal sah ich dich in deiner Sitzschale über mich hinwegfliegen. Das sah übrigens ziemlich süß aus. Ich saß in meinem Gebüsch und wusste nicht, ob ich wache oder träume, ob ich hysterisch auflachen oder weinen sollte. Erst als ihr nicht mehr zu sehen wart, ich zu frieren anfing und immer noch nicht aufwachte, wurde mir klar, nicht im Bett zu liegen und zu schlafen, sondern am Brocken im Gras zu kauern und euch zuzusehen, wie ihr vergnügt zu eurem Fest flogt.
In dieser Nacht konnte ich natürlich kein Auge mehr zutun. Und einige Tage nach Ende unseres Kurzurlaubes beschloss ich, mich für eine gewisse Zeit von meiner Freundin zu trennen. Ich wollte erstmal einen klaren Kopf bekommen und mir über das Leben eines magisches Wesen klar werden. Denn nun gab es keinen Zweifel mehr, kein herkömmliches Lebewesen dieses Planeten zu sein. Auch konnte ich mir während der Trennung von Mirja gleichzeitig über meine Gefühle für dich klar werden.«, beendete Jonas seine kleine Geschichte und drückte mich sanft an sich und gab mir einen Kuss auf die Stirn. »In der ersten Zeit war es natürlich noch schwierig und seltsam für mich, zu verinnerlichen, ein magisches Wesen zu sein. Manchmal glaubte ich, zu fantasieren. Erst nachdem wir zusammengekommen waren und ich deine drei Katzen miteinander plaudern hörte, wusste ich, dass ich mir diese Sache keineswegs eingebildet oder sie geträumt hatte. Ich meine, beim allerersten Mal, als ich von Momo, Hannes und Kimmy klare Worte vernahm, habe ich es ein bisschen mit der Angst zu tun bekommen und geglaubt, nun völlig verrückt geworden zu sein. Aber dann konnte ich mich erinnern, und das stand übrigens auch noch in unserem Familienbuch, dass nur wirkliche Zauberwesen Tiere sprechen hören konnten. Und dies funktionierte ganz besonders gut, wenn in diesen Tieren die Seelen verstorbener Verwandte von einem selbst oder von Menschen wohnten, zu denen man sich eng hingezogen fühlte. Und schließlich habe ich dich etwas gefragt, woraufhin du ahnungslos anfingst, mir einen Teil deiner Lebensgeschichte zu erzählen, die ich dann gerne komplett hören wollte«, fügte mein Mann nun erklärend und grinsend hinzu.
»D ... dann kannst du Momo, Kimmy und Hannes also doch verstehen? Oh, du Schuft!«, erkundigte ich mich etwas geschockt und zugleich wissend und knuffte meinen Mann kräftig in die Seite.
»Nun, was denkst du wohl, warum ich dich nicht ständig nach dem Thema eurer Unterhaltung frage? Zudem weiß ich auch immer auf Anhieb, was die Drei morgens und abends zum Essen haben möchten.«
»Ja, ich sage es dir auch jedes Mal.«, gab ich lachend zur Antwort.
XXI
Doch etwas nachdenklich geworden ließ ich mich zurück gegen mein weiches Kissen fallen. Inzwischen war es in unserem Schlafzimmer schon dämmrig geworden. Ich hatte tatsächlich den ganzen Tag damit zugebracht, Jonas meine Lebensgeschichte zu erzählen. Mittlerweile lagen auch Kimmy und Hannes in unserem Bett und schnurrten zufrieden und träumten vor sich hin. Als ich schluckte, merkte ich, wie trocken meine Kehle in der Zwischenzeit geworden war. Denn auch wenn ich während des Tages mehrere Becher Früchtetee und Wasser trank, so hatte mir das lange Erzählen trotz alledem recht viel Speichel gekostet.
»Dann hat mein kleiner Mausmann also von deinen Vorfahren gewusst«, schoss es mir auf einmal durch den Kopf. »Und deswegen war es dann gar nicht so furchtbar schlimm, mich in dich verliebt und geheiratet zu haben. Denn du bist sozusagen einer von uns. Dabei habe ich mich andauernd gefragt, warum meine Familie dies nicht als reine Tragödie und Schande ansieht. Und selbst, als ich Janica und Elena mit vor Verlegenheit hochrotem Kopf und gesenktem Blick endlich beichtete, mich in dich verliebt zu haben und zu vermuten, ein furchtbarer Fluch breche nun über mich hinein, haben sie nur mit dem Kopf geschüttelt. Ja, sie beruhigten mich sogar und sagten, ich würde von meinen Leuten bestimmt nichts Schlimmes zu erwarten haben. Doch bevor ich Janica und Elena von meinen wahren Gefühlen für dich erzählte, stellten sie mich noch einmal vor die Wahl.“, begann ich nun mit dem Rest meiner Geschichte.
Denn da Finn sich auf unserem Hzeimatplaneten hervorragend machte und sich dort pudelwohl fühlte, hatte er beschlossen, nicht wieder auf die Erde zurückzukehren. Er genoss es in vollen Zügen, nicht mehr persönlich irgendwo helfend eingreifen zu müssen. Tja, und da unsere Eltern der Meinung waren, wir könnten unsere Lebensaufgabe auch von unserem Heimatplaneten aus zu Ende bringen, wurde es Finn ohne viele Worte gestattet, auf der Erde der Hexen und Zauberer zu bleiben.
›Nun, entweder bleibst du vorerst noch hier bei den Menschen oder du gehst in den nächsten Tagen mit Janica auf unseren Planeten‹, teilte Elena mir die beiden Möglichkeiten mit, als sie mich eines Abends ohne Janica besuchen kam. ›Denn die anderen Hexen und Zauberer wissen ja nun, was sie den Menschen nahelegen müssen, um es hier ein wenig wärmer werden zu lassen. Deswegen könntest du jetzt beruhigt nach Hause! Wenn du jedoch einmal bei uns zu Hause bist, kann es geschehen, dass du niemals mehr hierhin zurückkehrst. Denn, wenn ein Bewohner unseres Planeten, der sein Leben lang auf einer anderen Erde wohnte, zurückkommt, bleibt er normalerweise auch bei uns. Und selbst Finn könnten wir im Normalfall nicht wieder auf diesen Planeten zurücklassen. Somit musst du also damit rechnen, möglicherweise den Rest deines Leben bei uns zu bleiben. Zwar bist du die leibliche Tochter eines zukünftigen Königs, dennoch ist es dir keinesfalls erlaubt, zwischen zwei oder gar mehreren bewohnten Planeten zu wandeln. Denn da dieses schon deiner drittältesten Schwester gestattet ist, können wir es dir nicht auch noch erlauben. In jeder Königsfamilie wird nämlich nur ein einziger Nachkommen dazu auserwählt, im Weltall zu wandeln. Selbst deine leibliche Mutter darf nur im äußersten Notfall auf eine andere Erde reisen. Bloß dein Vater kann zwischen den bewohnten Planeten umherreisen. Du hast zwei Tage Zeit, dir noch einmal alles gründlich zu überlegen. Allerdings möchtest du wahrscheinlich so schnell wie möglich zu Finn, nicht wahr? Dennoch würde es dir erlaubt werden, noch eine Weile hier bei den Menschen zu bleiben, um dich noch ein wenig erholen zu können."
Die beiden kommenden Tage und Nächte grübelte ich, was ich tun sollte. Ich glaubte, mit dir restlos glücklich zu sein. Auch waren allmählich jegliche Schmerzen aus meinem Körper gewichen, die mich beinahe mein Leben lang plagten. Dennoch gehörte ich zu Finn. Und er hatte endlich begriffen, ein Königssohn zu sein und eine wichtige Rolle im Leben der Hexen und Zauberer zu spielen. Auch musste ich, wenn ich ganz ehrlich war, zugeben, dass ich noch immer ziemlich an meinem Verlobten hing und somit versuchen würde, wieder ganz und gar zu ihm zurückzufinden. Denn wir beiden waren nun einmal die vertrautesten Personen. Vielleicht bedeuteten mir die Tage, die ich mit dir bis hierhin verbrachte, in Wirklichkeit gar nicht soviel, wie ich glaubte. Aus diesem Grunde erklärte ich Janica am nächsten Abend, als sie wegen eines vergessenen Schlüsselanhängers noch einmal zu mir kam, dass ich in vier Tagen, sobald es dunkel geworden war, mit ihr auf unseren Planeten fliegen würde. Etwas verblüfft blickte sie mich von der Seite an, zuckte dann aber mit ihren Schultern und sagte, sie werde mal nach einem passenden Sauerstoffanzug für mich suchen, den sie in ihrem Kleiderschrank ganz bestimmt noch hängen habe.
Die ganzen kommenden vier Tage brachte ich damit zu, die Sachen zusammenzusuchen, die ich nicht hier zurücklassen wollte. Die Anderen würde ich mir später ganz einfach „nachzaubern“. Meine drei Katzen konnte ich sofort mitnehmen, was für mich das Allerwichtigste war. Ich sollte sie mit in meinen Sauerstoffanzug stecken. Hannes protestierte zwar ein bisschen, für längere Zeit in einen so engen und warmen Anzug gehen zu müssen, aber als Momo ihm zuflüsterte, sie könnten dann endlich mal wieder in aller Ruhe miteinander kuscheln, hörte er ganz plötzlich zu maulen auf.
Die Nacht, in der ich auf unseren Planeten fliegen sollte, war wolkig, aber recht warm. Als Janica durch mein halb offenes Fenster stieg, um mich abzuholen, war ich noch immer wach und suchte mit meinen Blicken mein Zimmer ab, ob ich an alles gedacht hatte. Neugierig begutachtete ich den seltsam aussehenden Sauerstoffanzug, der den halben Tag lang von außen an meiner Kleiderschranktür hing und aussah, wie ein grüner, langärmeliger und äußerst gut isolierter Hosenanzug aus einer Art Gummistoff. Ich bezweifelte, dass Momo, Kimmy, Hannes und ich genügend Platz darin finden würden. Janica hatte ihn mir an diesem Tage kurz vorbeigebracht, da sie ihn tatsächlich noch in ihrem Kleiderschrank gefunden hatte. Doch als Janica mir den Sauerstoffanzug an diesem Abend übergezogen hatte, musste ich erfreut feststellen, dass er wirklich groß genug war, um drei ausgewachsene Katzen darin mitzunehmen. Als ich fertig angezogen war, große Ähnlichkeit mit einem dicken Michelinmännchen hatte, diese Art "rundliche Käseglocke" auf dem Kopf trug, die außerhalb der erdnischen Atmosphäre irgendwie dafür sorgen würde, dass man während des Fluges genügend Sauerstoff bekam, meine drei Katzen wie ein Känguru vor dem Bauch trug und auf meinem Besen saß, blickte ich mich noch einmal in meinem hell erleuchteten Schlafzimmer um. Dabei sah ich plötzlich auf dein Foto, das noch neben dem Kopfende meines Bettes hing. Es war so, als ob in deinem Foto ein kleiner, aber äußerst starker Magnet steckte, der meinen Blick festhielt. Und dann brach ich vollkommen unerwartet laut weinend zusammen. Es geschah so plötzlich, dass ich mich selbst maßlos erschreckte. Ich konnte weder sprechen noch etwas fühlen. Ich saß nur da und weinte bitterlich. Nach einigen Augenblicken hob Janica mich stillschweigend aus der Sitzschale meines Besens, legte mich vorsichtig auf mein Bett und zog mir den doch recht unbequemen und warmen Sauerstoffanzug aus. Aber anstatt mit mir zu schimpfen oder mir schwere Vorwürfe zu machen, strich sie mir nur liebevoll durchs Haar, lächelte mich an und sagte in einem sanften und beruhigenden Ton: ›Es ist alles in Ordnung, Zerlina! Du kannst hier auf der Erde bei den Menschen bleiben. Du hast schon so viel Gutes hierher gebracht, dass wir alle mächtig stolz auf dich sind. Bleib' hier und werde richtig glücklich, ja? Du bist eine recht starke Frau, die sich nur schwer verbiegen lässt. Und das ist gut so!‹
Komisch, dachte ich, kurz bevor ich wenig später in einen tiefen Schlaf fiel, Finn hat sie mit keiner einzigen Silbe erwähnt. Ob es ihm wohl gut geht? Ich hoffe es jedenfalls!
›Ich hätte es auch keine Viertelstunde mit euch beiden, oder besser gesagt mit euch drei Frauen in diesem ekelhaften und stickigen Anzug ausgehalten!‹, maulte Hannes wieder einmal sehr ungehalten, sobald er sich wiieder frei in meiner Wohnung bewegen konnte, und lief schnurstracks und überaus glücklich zu seinem Korb und legte sich schnurrend hinein.
Zum Glück hatte ich den Pflegedienst noch nicht gekündigt, so dass meine Assistenten am nächsten Morgen wie gewohnt zu mir kamen. Auch hätte ich gar keinen Grund für meinen so plötzlichen Weggang zu nennen gewusst, sodass ich mich nach längerem Überlegen dazu entschloss, einfach heimlich, still und ganz leise zu verschwinden.
Natürlich vermisste ich Finn in der ersten Zeit ziemlich stark. Aber komischerweise fehlte er mir nicht so sehr als Mann, sondern vielmehr als bester Freund.
„Und ich glaube, mein kleiner Brummelbär, wir sind uns in unserem jetzigen Leben schon so häufig begegnet. Außer jetzt natürlich, bei den zahlreichen Massageterminen und das eine Mal in der Turnhalle in Frankfurt, in der du deine Zauberkunststücke vorführtest. Aber weil wir glaubten, ganz normale Menschen zu sein, die keinerlei Gemeinsamkeiten haben und sich deshalb nicht füreinander interessieren dürfen, bemerkten wir uns nicht. Denn bei den Erdenbewohnern muss ja immer alles zusammenkommen, was auch äußerlich recht gut zusammenpasst.«, murmelte ich. „Nun, und ich meine, mich an einige Augenblicke sogar erinnern zu können, in denen ich dich gesehen und leider auch gleich wieder verloren habe.“
»Hm, anscheinend habe ich in meinem Leben die Aufgabe zugewiesen bekommen, den Menschen durch Handauflegen all ihre körperlichen Schmerzen zu nehmen. Aber sag' mal, Süße, woher ist eigentlich auf einmal das ganze Geld für unsere Hochzeit gekommen? Denn du hattest plötzlich so viel Geld auf deinem Konto, dass du mich fragen konntest, ob ich dein Ehemann werden möchte. Zwar heirateten wir nur standesamtlich und feierten mit zehn von unseren engsten Freunden und unsere beiden Familien in einem gemütlichen Restaurant, das vor fünfzig Jahren einmal ein Bauernhaus mit Viehställen war, aber trotzdem kostete unsere Hochzeit doch „etwas“ Geld!, erkundigte und wunderte Jonas sich im leisen Ton.«
"Oh ja, unsere Hochzeit war wirklich total schön!", entgegnete ich ebenso leise und lächelnd. »Komischerweise hat sich meine Familie gar nicht daran gestört, dass ich dich, anstatt Finn geheiratet habe. Hm, bist du eigentlich etwas enttäuscht, dass ich dir einen Heiratsantrag gemacht habe?«, zwinkerte ich meinem Mann jetzt zu und legte meinen Arm um seinen Hals. "Denn manches Mal habe ich wirklich den Eindruck, dass du mich gerne gefragt hättest, ob ich deine Ehefrau werden möchte."
Aber mehr als ein leises Brummen und ein Paar vor der Brust verschränkter Arme bekam ich von meinem Ehemann leider nicht zur Antwort.
»Nun, und um deine Frage zu beantworten, muss ich dir leider sagen, dass ich wirklich nicht die geringste Ahnung habe, woher das plötzliche das Geld auf meinem Konto kam. Aber vielleicht war es ja tatsächlich Wolframs dringender Wunsch, dass ich dich heirate und er mir deshalb so viel Geld zauberte. Denn wer weiß, ob er nicht doch etwas mehr an Magie in sich trägt als vermutet, zumal er noch immer in normaler Menschengestalt auf der Erde wandelt. Und für meine ganzen Reisen hatte ich seltsamerweise ja auch immer genügend Geld. Ach, Brummelbär, wer kann schon sagen, was für Phänomene es auf der Welt gibt? Jedenfalls reichte das Geld noch aus, um in die Niederlande auszuwandern und dieses kleine, wunderschöne Häuschen am äußersten Stadtrand von Groningen zu kaufen. Denn ohne es so richtig vom Anderen gewusst zu haben, hegten wir schon lange den Wunsch, in einem anderen Land zu leben. D?ie Deutschen waren uns immer viel zu spießig. Na ja, und die Niederländer zum Beispiiel gehen wirklich sehr viel offener miteinander um. Überhaupt mit ihren Mitmenschen, die in anderen Ländern so konsequent an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.", lächelte ich Jonas an und zog ihn sanft zu mir herüber.
In der folgenden Nacht, nachdem ich Jonas meine ganze Lebensgeschichte erzählt hatte, besuchten Emma und Wolfram mich zum allerletzten Mal.
»Da du ja jetzt weißt, wer du bist und was für eine Aufgabe du in diesem Leben erledigen musst, können wir uns beruhigt in unser Grab legen, zu Staub zerfallen und darauf warten, bis auf irgendeinem bewohnten Planeten ein neuer, kleiner Körper geboren wird, in den unsere Seele einfahren und weiterleben kann. Denn, wie du weißt, durften wir nur deshalb noch auf der blauen Erde wandeln, um dir alles zu erklären und dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.Wir schliefen übrigens die ganze Zeit über in einer Art Grotte etwas abgelegen der Stadt und in unserem kompletten Körper in Särgen. Wir zauberten uns die Särge extra für diesen Zweck. Denn du wundertest dich ja immer, warum Emma und ich noch so unversehrt aussehen. Doch weil du nun über dein Hexendasein Bescheid weißt und somit allein zurechtkommst, müssen wir verschwinden, zu Staub zerfallen und wieder in unsere Urnen zurückkehren.«, erklärte mein Vater und lächelte mich an und strich mir sanft übers Haar.
»Mach's gut, meine Kleine! Ich bin mir sicher, dass du weiterhin alles so meisterst, wie es von dir verlangt und erwartet wird. Allerdings wirst du nun doch nicht die Prinzessin oder besser gesagt die Königin des Landes der vierzehn silbernen Seen. Aber dafür wirst du hier auf der Erde noch so Manches zum Guten wenden. Da bin ich mir sicher. Denn es war schon lange keine Hexe mehr auf irgendeinem Planeten des Weltalls, die ihre Lebensaufgabe so mutig, zielstrebig, eisern, genau und mit so viel Freude entgegennahm, wie du. Du hast viel erreicht, Zerlina. Auch wenn du das im Augenblick noch nicht alles siehst. Selbst den Papst hast du ein wenig überzeugen können. Und mit diesem Mann da an deiner Seite«, dabei deutete Papa auf Jonas, der schlafend und leise vor sich hin schnarchend neben mir lag, »schaffst du einfach alles. Ja, selbst deine starken Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen. Und in unserem nächsten Leben werden wir uns bestimmt wieder begegnen. Ich freu' mich schon darauf, mein kleines Töchterchen!«
»Tja, ich gebe es zwar nicht allzu gerne zu, aber dein Vater Wolfram hat wieder mal Recht mit dem, was er gesagt hat. Auch hast du Glück, dass Jonas' Urgroßmutter tatsächlich eine von uns Hexen war. Denn sonst hättest du deinen jetzigen Ehemann niemals heiraten dürfen. Und Jonas' Urgroßmutter sollte die Menschen ebenfalls zu mehr Toleranz und Mitgefühl bewegen. Allerdings war sie, nachdem man ihr mitteilte, wer sie ist und welche Lebensaufgabe sie zu erledigen hat, so unvorsichtig und hat es einigen ihren Freunden erzählt, die sie unter den Menschen gewann. Na, und somit outete sie sich als wahrhaftige Hexe. Tja, und was daraufhin geschah, hat Jonas dir heute Abend erzählt. Ja, und ich meine ebenfalls, dass deine leiblichen Eltern stolz auf dich sein können. Denn du hast wirklich einiges auf diesem Planeten bewerkstelligt sowie Wolfram es eben gesagt hat. Und deine Eltern sind auch stolz auf dich. Das weiß ich! Aber kauft oder zaubert euch demnächst mal bequemere Sessel, auf denen man vernünftig sitzen kann.«, krächzte Emma plötzlich wieder so schrill und durchdringend wie bei ihrem zweiten Besuch bei mir.
„Außerdem solltest du dir noch mal überlegen, ob du keinen kleinen Ableger von dir produzieren möchtest, der genau dieselben Augen und dieselbe beruhigende, fröhliche Art wie du hat und später alles weiterführt. Na, aber da du eine Hexe bist und eine sehr viel höhere Lebenserwartung als ein Mensch hast, kannst du dir diese Sache noch ein ganz klein wenig durch den Kopf gehen lassen.«
Ein wenig verträumt blickte ich zu dir hinüber und spürte plötzlich, wie gerne ich mit dir eine eigene kleine Familie hätte. Denn auch Du solltest deine Gene unbedingt weitergeben. Aber da ich mir bewusst war, niemals auf die Erde der Hexen und Zauberer zurückkehren zu können und unser Kind dadurch größtenteils ohne seine leiblichen Großeltern und seine zahlreichen Tanten, Nichten und Neffen aufwachsen müsste, verwarf ich diesen Gedanken gleich wieder.
Dann kam mein Vater noch einmal zu meiner Bettseite hinüber, beugte sich zu mir hinunter, küsste mich zum allerletzten Mal und verschwand mit seiner Mutter genauso plötzlich, wie sie aufgetaucht waren.
»Toll! Und mich hat natürlich mal wieder niemand erwähnt«, schmollte Momo. „Dabei habe ich deine Leute doch so tatkräftig unterstützt. Noch nicht einmal deine Nummer eins bin ich mehr. Bei Finn war ich es noch. Aber nun bei Jonas nicht mehr. Jede Nacht liegt er schnarchend neben dir. Es ist einfach kein Platz mehr für mich bei dir!«
»Oh doch, Momo, du stehst bei mir immer an allererster Stelle sowie Kimmy und Hannes auch. Möge kommen, was da wolle!«, murmelte ich mit Tränen in den Augen und kuschelte mein Gesicht in ihr weiches, glänzendes Fell.
»Na, wenigstens etwas«, kam es grummelnd aus dem zusammengerollten, grauweißen Fellball neben meinem Kopf hervor.
Nach dieser Nacht träumte ich dann nie wieder, die Menschen dieser Erde nicht genügend zu beschützen. Vielleicht waren meine Eltern tatsächlich mit mir zufrieden.
Auch die Riesen sah ich niemals mehr wieder. Nur hier und dort hörte ich von irgendeiner Hexe oder irgendeinem Zauberer, dass die Riesen manchmal noch auf dem blauen Planeten umher spazierten und sich unter die Menschen mischten. Dabei versuchten sie jedoch niemanden mehr, Angst einzuflößen oder ihn mit Gewalt auf ihre Seite zu ziehen. Sie hatten einfach bemerkt, dass sie respektiert und toleriert wurden und verspürten somit keine Angst, Trauer oder Wut mehr.
Allerdings bin ich noch lange nicht fertig, helfend bei den Menschen einzugreifen. Morgen würden ich und einige der anderen invaliden Zauberwesen uns weiter darum bemühen, auf diese Erde etwas mehr Empathie und Respekt zu bringen. Auch würde ich mich bemühen, die unverdorbene Fröhlichkeit hierhin zurückzuholen, die direkt aus dem Herzen kam. Finn würde sich in einigen Jahren bemühen, aus den Neugeborenen von derr Welt der Hexen und Zauberer tüchtige, kleine Wesen auszusuchen, die die anderen belebten Planeten vor Ungerechtigkeiten schützten.
Aber ob es uns gelingt, die Welten vor ihrem Untergang zu schützen, hängt auch von der Unterstützung der Menschen und den anderen Planetenbewohnern ab. Im Jahr 2020 allerdiings wurde unser Können noch einmal auf eine ganz besonders harte Probe gestelllt. Als nämlich das vermeintliche Coronavirus unter den Menschen des blauen Planeten ausbrach. Auch meine über alles geliebte Kira verstarb am 31. Januar des Jahres 2023 in meinen Armen an den Nebenwirkungen der Coronaimpfungen. Mir war es einfach nicht möglich, sie zu retten. Neben mir waren Viele von meinen Mitstreitern in diesen Jahren versucht, ihre zugeteilte Lebenssaufgabe nicht weiterhin auszuführen und auf Ewig zu verschwinden. Wir waren schlichtweg fassungslos, wie so etwas Abgrundtiefes in den menschlichen Bewohnern stecken konnte. Zumindest in recht Vielen. Doch nichtsdestotrotz konnten wir die Lebewesen, die seit Beginn an bei Mama Erde waren, keineswegs ihrem gewaltvollen und entgültigen Ende überlassen. Denn ohne diese außerordentlich liebevollen, gutmütigen und tatkräftigen Wesen war dieser unglaublich schöne Planet für immer verloren. Aus diesem Grunde blieben die Hexen und Zuberer!
Nun, und vielleicht hat der Eine oder der Andere während des Lesens dieses Buches ja die Energie erfahren, mit uns gemeinsam die grenzenlose Fürsorge, die grenzenlose Liebe unnd die Magie der Empathie auf diese Wellt herbeizuzaubern.
Epilog
Nun, man sollte sich als Mensch wirklich jeden einzelnen Tag danach fragen, wer man eigentlich ist. Denn, bevor ich Ende 2010 für gute drei Jahre lang engen Kontakt zu strenggläubigen Menschen hatte, hegte ich ebenfalls eine mehr oder weniger bewusste, recht hohe Arroganz in mir, für die ich mich im Nachhinein stark schäme. Ich stehe nämlich keineswegs über den Pflanzen und über unseren etwas mehr behaarten Vorfahren, sondern bin nur ein klitzekleines Licht inmitten dieser unglaublich schönen Natur, die das Komplette dieser Welt ist.
Aus diesem Grunde kann ich also behaupten, dass die Menschen, die einen menschenähnlichen Gott anbeten, mit ihrer Weltanschauung der Auslöser dafür waren, mich endlich darauf zu besinnen, wer ich eigentlich bin und woher ich komme und die dringende Bitte von Mutternatur zu empfangen, sie stets gut, äußerst liebevoll zu behandeln und mich ihr kommentarlos und demütig unterzuordnen.
Einen aufrichtigen respektvollen und sehr tiefen Dank hierfür!!!
Bei desen folgenden Person möchte ich mich ganz besonders bedanken:
Merle Plath
Jacob Plath
Emmy Plath
Martha Plath
Adam Plath
Emil Plath
Wilhelmine Plath
Alexandra Kohlhaus-Gessner
Holger Swart
Annette Winkel
Melanie, Lena und Lara-Sophie Stecknitz
Maren Stecknitz, die leider viell, viel zu früh von diesem Planeten ging!!!!
Mandy Stumpe
Corinna Lobgesang
Elke Brückner
Jannick Bolus
Christine Reinhardt
Ulrich Rademann
Sigrid Pigula
Kyra Rendigs
Antalia Rheineck
Anna Pietsch
Anika Petersen
Elsa Sanches
Björn Gast
Antje Gündner
Riko Milinski
Ibrahim Örs
Mirco Dalos´
Aanja Henseler
Felix Adam
Andreas Kattenstroth
Wolfgang Friedrich Plath
Helga Maria Margarethe Stannebein
Rainer Stannebein
Sylvia Margarethe Erna Plath
Frauke Plath
Aimo Plath
Svenja und Arya Skopp
Nina, Lilli und Louis Plath
Nele Plath
Silke Plath-Schilmöller
Cay und Jannes Plath-Schilmöller
Brigitte und Werner Paul Wilhelm Pünjer
Tag der Veröffentlichung: 05.05.2023
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Sie haben Die Magie der Empathie zu Ende gelesen
Anna Meyer