Flöten und Dolche

Heinrich Mann · Kapitel 7 von 7

PDF-Seiten

Flöten und Dolche

Ein Gang vors Tor

Lukas war schon auf der Schwelle, er stieß schon die geborstene Tür zurück;

aber er blieb noch einmal stehen, die hohle Stimme des Alten, die längst von den

Zeiten verschlungen schien, gewann noch einmal Macht über ihn.

„Geh hinaus und durchkämpfe die Welt! Wenn sie hinter dir auf den Knien

liegt und du heimkehrst zu uns wie jeder zu uns heimkehrt, was hast du dann

weiter getan als einen Gang vors Tor?“

Die drei Greisinnen bliesen wimmernd ihren kalten Atem in die kalte Luft

des feuchten Saales. In den Mauern erweiterten sich täglich die Risse, die

Eichentafeln faulten an den Wänden, und alle Scheiben erblindeten, hilflos und

mit Schweigen.

Die erste der Greisinnen hatte einen berghoch angeschwollenen Bauch, die

zweite einen ungeheuren Blähhals, die dritte einen Buckel. Womit nährten sie

ihre fürchterlichen Auswüchse? Lukas meinte, mit seiner Jugend, die in ihren

alten Fängen zerdrückt wie eine Taube den Kopf drehte und zitterte; mit seinem

frischen Blut, das ihre verlebten, enttäuschten Lehren aus seiner Brust leckten.

Der Alte war blind. Womit füllte er sein verstopftes Gehirn? Mit Lukas’

neuen strahlenden Bildern, mit den Bildern von Blumenwiesen, wo junge Frauen

in schwarzen Haaren blonde Ritter mit Rosen krönten; von weißen Städten, die

an violetten Meeren von ihrem Eroberer träumten. Der Alte nahm sie ihm alle

und sagte, sie seien nichts wert. Er klagte aus der Tiefe:

„Geh doch und erlöse Gott aus der Gefangenschaft seiner Feinde! Zwinge

Satan um Gnade zu flehn! Geh doch und erobere Reiche! Geh doch und mache

das Weib zu deiner Kaiserin! Am Ziel erfährst du, nüchtern und ohne Stolz, daß

alles größer und schöner war, als du noch träumtest. Das Beste ist geschehen,

bevor du die Augen öffnetest; dein Traum hat es vorweggenommen. Er eilt dir

voran und führt das Schwert, das du nicht tragen kannst. Du schleichst ihm nach,

mit leeren Händen.“

Eine Fledermaus strich durch den finstern Saal und an Lukas’ Wange vorbei.

Er hielt sie für des Alten Wort, das ihn anwehte. Er schüttelte sich und lief über

den Hof, zum Tor hinaus. Er war schon halb den Hügel hinab, von der traurigen

Burg sah er nur noch schiefe, zerrissene Dächer.

Drunten lag im grauen Abend ein weites Feld. Es flog darüber hin wie die

Schatten von Dingen, die man nicht sah. In der Höhe bewegten sich schwer

geballte Wolken. Eine Herde von winzigen Schafen drängte sich, ängstlich und

verlassen, in einen Punkt der Riesenfläche dicht zusammen. Der Hirt saß tief in

den Falten seines Mantels auf einem Stein und rührte sich nicht. Kein Hund

schlug an, und doch erkannte Lukas genau, wie ein Mann, auf dessen Hut eine

Feder stand, ein Lamm ergriff und damit fortrannte.

Sogleich fing auch Lukas zu laufen an. Er drückte sein Schwert gegen die Hüfte und machte große Sätze. „Mag jener die ganze Herde stehlen,“ dachte er,

„nur dieses Lamm nicht!“ Ob er ihn einholen würde, bevor der Mann im Walde

verschwand? Er stolperte über den unbekannten Boden und schrie unaufhörlich:

„Nur dieses nicht! Hörst du, nur dieses nicht!“ Aber der andere erreichte schon

die Bäume und Lukas war dreißig Schritte hinter ihm. Er wollte sein Schwert aus

der Scheide ziehen: da sprengte ein schwarzer Gepanzerter aus dem Busch und

hieb mit der Klinge dem Dieb über den Arm, so daß er das Lamm fallen ließ. Er

entfloh kreischend, das Pferd mit dem Gepanzerten verschwand im Dickicht,

Lukas stand allein und keuchend vor dem Lamm.

Er hob es auf und trug es langsam und zärtlich in den Wald hinein, zu einer

Kapelle, die im Sternenschein auf einer Lichtung stand. Er setzte es vor das

Muttergottesbild auf den Altar; und sogleich ward aus dem Kamm ein kleiner

Knabe, der lächelnd mit der Linken die Hand der Jungfrau erfaßte. Die Rechte

erhob er segnend gegen Lukas, der sich auf die Knie niederließ. „Was ist das?“

dachte er mit gesenktem Haupt, „was habe ich getan? Wer tat es, ich oder der

Gepanzerte?“

Er mochte den Knaben nicht mehr ansehen und schlich gebeugt hinaus. Aber

draußen richtete die duftende Nacht ihn auf, er ging zwei Stunden, bis die

Bäume seltener standen. Dort vernahm er ein gelles Geschrei und gewahrte den

schwarzen Gepanzerten, der mit langem Schwert einen grauen Mönch um eine

Fichte trieb. Der Mönch umklammerte den Stamm mit beiden Händen und

schwenkte sich, die Streiche meidend, blitzschnell im Kreise. Er kreischte:

„Gnade! Gnade! Herr, befreit mich von dem Mörder! Seht Ihr nicht, daß es der

Teufel selbst ist?“ Lukas stürzte wütend auf den Gepanzerten los, der einen

frommen Mann bedrohte. Er rief: „Du warst es also doch, der mir den Dieb

verjagte! Du hast mich gehindert, mit meinen Händen das Lamm zu retten!“ Und

er stieß ihm seine Waffe ins Gesicht.

Rasselnd sank jener auf den braunen Nadeln zusammen; der Mönch lachte

wie eine Ziege. Lukas blickte hin: er war fort, ein scharfer Geruch war übrig

geblieben.

Lukas murmelte voll Scham: „Stehe auf, ich bitte dich!“ Der Gepanzerte

stützte sich auf ein Knie, er hob seine Hakennase gegen den Mond; aus seiner

linken Augenhöhle, die ausgeleert klaffte, floß das Blut breit über seine weiße

Wange.

„Du bist müde,“ sagte Lukas, und führte ihm sein Pferd zu. Der andere

erwiderte: „Es ist für dich. Du hast gesiegt, ich gehöre dir.“ Und er nötigte

Lukas, auf seine eiserne Hand zu steigen, um den hohen Pferderücken zu

erreichen.

Sie legten einen langen Weg zurück, und Lukas hörte nichts als das Klirren des Eisernen, der vor seinem Tiere herging, er sah nichts als ein dunkelrotes

Band, so oft jener den Kopf wandte.

Da bekam die Straße einen Saum von blühenden Büschen, die der Nachtwind

bewegte. Hoffnungen, noch verschlafene Vögel, begannen aus der Dunkelheit

herzuflattern. Hinter halb geöffneten Gartentoren bat ein weißer, steinerner

Busen: „Bleibe!“ Doch drüben, wo im zweifelhaften Mondlicht der Pfad hinter

dem Berge verschwand, eilte es fiebernd vorbei: ein Zug von Abenteuern, die zu

bestehen waren, von Schönheit, die erlöst zu werden, von Größe, die erkämpft

zu werden begehrte.

Im Morgentau, als der Tag seine ersten Rosen auf die grauen Wege warf,

hielten sie hoch über Orangenhainen, aus deren Mitte die spitzen Türmchen

eines Schlosses in den Himmel hineinstachen. Die Stadt stieg mit träumenden

Häusern auf Felsterrassen zum Meer hinab. Es lag hinter einem Zaun von

Zypressen in leerem Nebelblau. Weit hinten am Vorgebirge verwehte es wie ein

Flug grauer Wandervögel; ein einzelnes Segel, das von der Küste fortflüchtete,

ward von den andern eingeschlossen, und alle zusammen drängten sich um die

Bergecke.

Lukas verstand nicht, wovon plötzlich seine Füße leichter wurden, wovon

sein Atem höher ging. Es klirrte neben ihm; das einzige Auge des Gepanzerten

war auf ihn gerichtet:

„Dianora, die Tochter des Grafen von Melfi, ist heute nacht vom Sultan der

Berberei geraubt worden, und noch weiß niemand es. Der Ruf ihrer Schönheit

hat ihm nicht eher Ruhe gelassen, als bis er sie auf seinem Schiffe hatte. Nun ist

sie schon weit.“

„Ich hole sie zurück!“ rief Lukas und stieg den Pfad nach Melfi hinunter.

Aber sein Genosse war ihm längst voraus.

Drunten standen alle Felsstufen voll bunten Volkes, das die ohnmächtigen

Arme nach dem verödeten Meere ausstreckte und schallend jammerte: „Sie ist

fort, wie sollen wir noch leben?“ Alle Gesichter waren bleich vor Schmerz, in

alle Türen war das Unglück getreten.

„Ich hole sie zurück!“ rief Lukas, und sogleich verfolgten ihn jubelnde

Scharen, die auf seine Tat warteten. Das Schloßtor ging auf, der Gepanzerte kam

heraus und neben ihm der Graf von Melfi, der Lukas die Hand küßte: „Ihr holt

sie zurück, Herr! So holt Ihr sie Euch selbst zurück, sie ist Euer!“

Ein kleines Schiff ward ihnen ins Wasser gezogen. Der Gepanzerte stellte

sich an den Mastbaum, Lukas saß am Steuer. Keine Stimme vom Lande holte sie

mehr ein, sie jagten schneller als Gedanken den Berbersegeln nach. Jene

tauchten schon aus dem blauen Dunst, sie waren schon so groß wie Reiherflügel.

Lukas sann: „Der Räuber ist noch nicht daheim, er hält seine Beute auf schwachem Boden, sie kann ihm entfallen.“

Der Harnisch des Gepanzerten rasselte. Sie waren ganz nahe und schauten zu,

wie alle Schiffe der Heiden zerschellten. Die Bretter fielen klatschend ins

Wasser, die Masten sanken um.

Lukas beugte sich hinüber: Dianora schwamm unter seinen Händen, doch die

zitterten. Der Gepanzerte war es, der das Weib ins Schiff hob. Aus Scham und

um etwas auszurichten, schlug Lukas dem Sultan und den beiden Mohren, die

ihm zunächst im Wasser trieben, die Köpfe ab. Er steckte einen ans Steuer, den

andern auf den Schnabel, und den des Sultans oben auf den Mast. Darunter lag

auf Kissen Dianora; Lukas sah sie an und empfand plötzlich eine Pein und war

versucht in Tränen auszubrechen: so schön war sie.

Ihr Gesicht glänzte mattweiß und still, wie ein vom Schatten zugedecktes

Kleinod. So oft sie es wandte, spiegelte ein rosiger oder ein blaßblauer Schein

darüber hin. Aus den Augen tauchte ein violettes Licht. Es waren zwei

Amethyste in einem Opal, und um das kühle Rund des Steins legte sich, schwer

von Trauer und Gedanken, der Ebenholzkranz ihres Haars.

Zur Heimfahrt wollte kein Wind wehen. Sie landeten an einer steilen Insel,

wo alte Greifen ein graues, vergittertes Schloß bewachten. Dianora lehnte sich

an eine Stufe der zersprungenen Treppe, ganz unten, und ihr weißes Kleid

flatterte über dem blauen Abgrund. Aber der Gepanzerte stand bei ihr, die

eiserne Hand neben ihrer schwachen Schulter.

Lukas sprach zu ihr aus banger Entfernung:

„Ich habe dich aus dem Meer und aus den Händen der Heiden gezogen: willst

du nicht mein sein?“

Sie antwortete:

„Das Meer hat mich genommen, und der Sultan nahm mich: Ich danke dir

nicht.“

Er sah entsetzt zu dem blutigen Kopf hinauf, auf dem ein goldener Turban

schwankte. Auch Dianora blickte hin.

„Hast du ihn geliebt?“ murmelte er.

„Nein. Er war nicht mächtig genug, da ja seine Schiffe zerbrachen.“

„Und ich, der ich ihn überwunden habe? Bin ich mächtig genug?“

„Du fragst? Dann bist du nicht mächtig genug.“

Der Gepanzerte mußte sie wieder ins Schiff tragen. Lukas trachtete

schweigend: „Ich will mächtiger werden,“ und inzwischen ließen sie die Meere

hinter sich. Sie stiegen an einer Küste aus, wo weiße Straßen zwischen steinigen

Äckern in ein Land voller Ungewißheiten führten.

Vier Knechte trugen Dianoras Sänfte, voran schritt der Gepanzerte und Lukas

hinterher. Zwei des Wegs ziehende schlossen sich an, ein Gebräunter im roten Mantel und ein blasser, dünnbärtiger Gauch mit schwarzem Schnürkittel. „Ich

habe schon einen Mühlstein um den Hals gehabt,“ sagte er. Der andere sagte:

„Ich lag im Block, mit Feuer an den Füßen.“

Sie gingen weiter und es wurden ihrer immer mehr, die mitgingen: Männer

mit noch blutrünstigen Wunden und andere mit Pestgeschwüren hoch am

entblößten, fleischlosen Schenkel. Sie brachten Gebreste, Lüste und

Todesverachtung aus glühenden Ländern mit. Ihre Augen funkelten, ihre Sinne

wurden von Gier verbrannt.

Unterwegs plünderten sie die Dörfer, verkündeten die Herrschaft des neuen

Gebieters und nahmen sich das Vieh und die Weiber. Einmal blieben alle stehen.

Fern, in der Höhe, thronte auf weißen Felsen die Stadt: des Reiches leuchtende

Hauptstadt, die Hauptstadt des Kaiserreiches Trapezunt. Es hingen goldene

Paniere von den Mauern und Rosengewinde zogen darauf hin.

Die Abenteurer stöhnten und fluchten.

Sie traten in eine Schlucht von schwarzen Felsen, so eng und hoch, daß sie

darüber am Mittag die Sterne erblickten. Auf den Bergkämmen standen die

Verteidiger, sie rissen Blöcke los und warfen sie hinab. Aber der Fels zog sie an:

sie hafteten, keiner fiel, und die Krieger stürzten in Verzweiflung und Grauen

sich selbst in die Tiefe.

Als sie das schmale Tal verließen, sahen sie wieder die Stadt, doch waren

Fahnen und Kränze fort. Es rannte wirr auf den Mauern umher, ein Zittern von

tausend angstvollen Atemzügen stieg zum Himmel. Die Abenteurer nickten sich

zu und kicherten.

Nun kam ein Wald, davor hatte das Heer des Reiches sich aufgestellt. Es sah

dem Gepanzerten in das einzige Auge und senkte die Waffen, um still

mitzugehen auf dem Schicksalsgange des Siegers.

Zum dritten Male lag vor ihnen die Stadt. Sie war verstummt, schwarze

Tücher schlotterten von allen Dächern. Das Entsetzen breitete die hagern Arme

nach dem Überwinder aus, bereit in sein Schwert zu fallen. Die Abenteurer

keuchten vor Lust.

Sie rannten die Mauern ein, Lukas öffnete die Sänfte und tief: „Das ist eure

Herrin!“

Ein paar Stimmen antworteten: „Wir haben einen Kaiser. Er ist ein Kind und

hat keine Eltern, und wir lieben ihn.“

Lukas winkte, und die Abenteurer begannen ein Gemetzel. Als sie aufhörten,

hatte die neue Herrin manchen Männern Achtung und Liebe eingeflößt. Aber aus

den Häusern der winkligen Gassen schütteten die Weiber, mit Todesrufen auf die

Mörder, siedendes Öl herab. Man nahm ihnen die Kinder weg, auch der junge

Kaiser ward seinen Beschützern entrissen, und alle starben, wie Lukas es befahl.

Da ward Dianora, der schon so viel geopfert war, dem Volk zu einer Heiligen.

Sie zerfleischten sich an ihrem Wege und küßten den Kot von ihrer Sänfte.

Lukas erbaute ihr auf dem Säulenplatz vor dem Palast einen schmalen Thron

aus wachsgelbem Marmor. Daran lehnte sie sich, im goldenen Ornat, mit

purpurnen Schuhen, und das blutige Licht eines ungeheuren Rubins floß über

ihre unbewegte Stirn. Um sie her war ein metallener Glanz bestickter Gewänder

und silberner Rüstungen, ein Funkeln und Glitzern von Geschmeide, ein

Leuchten von Kronen die voll Gemmen prangten, von emaillierten Schalen,

goldenen Thronen und Purpurteppichen, übersät mit Edelgestein.

Mit dem Flügelrauschen eines Riesenvogels brach die Menge ins Knie.

Zehntausend lallten und brüllten ihre Anbetung. Besessene, die unablässig

tanzten, warfen den Kopf mit weißen Augen zurück und verkündeten ihre

Heilung. Posaunen und kupferne Pauken rasselten und schmetterten.

Der Weg zum Thron war mit Lorbeer bestreut; Lukas beschritt ihn allein. Er

erstieg die Stufen und blieb stehen, weil er Dianoras Atem auf seiner Schläfe

fühlte.

„Jetzt bist du Kaiserin,“ sagte er und wartete.

Sie sah ihn an: er trug auf den Wangen die Fahlheit aller begangenen

Verbrechen, seine Lippen bluteten. Sie sagte:

„Du bist nicht mächtig genug.“

Da kehrte er um und verschloß sich im Palast.

Er wanderte rastlos, Tag für Tag durch goldene Säle voll gewirkter Decken,

zwischen blauen, goldgeäderten Säulen; silberne Blätterranken hingen von einer

zur andern. Silberne Brunnen dufteten wie die Wunden heiliger Frauen. Lukas

aber erschrak tötlich, wenn draußen in den Gartenwegen die goldenen Kiesel

knirschten unter den Tritten der Sklaven, die Dianoras Sänfte trugen. Sie sang

zur Laute; ihre Stimme schwankte, sanft und schwermütig, über den

Schwingungen der Saiten hin, wie ein Schmetterling über einem wogenden

Blumenanger. Und droben, im spitzen Porphyrrahmen seines Fensters, lag

Lukas, die Faust an der Stirn.

Er schlich ihr nach, wenn sie badete, in der Abendkühle, bei der

warmatmenden Aloe von Mandal, unter Zedern und vergoldeten Palmen. In der

Mitte des scharlachnen Brunnens schlug ein Schwan mit silbernen Flügeln. Sie

stand am Rande, nackt, mit lässigen Armen, und einen breiten Gürtel aus

getriebenem Gold um die Hüften. Von ihren Brüsten tropfte das Wasser, ihr

Fleisch erbebte im Schmeicheln der Abendluft. Rosiger Sonnenstaub umspielte

sie; manchmal flog mit schrillem, seltsamem Schrei ein großes gold- und

silberblau schillerndes Tier schwerfällig über sie hin.

Lukas’ gekrampfte Finger zerknickten die Büsche, die ihn verbargen. „Ich bin

mächtig genug,“ stöhnte er, „ich will sie nehmen.“

Am Abend ging er nach ihrer Kammer. Der Vorhang war zurückgeschlagen,

er erblickte sie: Ihre weißen Glieder hingen an der schwarzen Eisenbrust des

Gepanzerten.

Lukas füllte darauf seine Säle mit Weibern und seinen Sinn und alle seine

Gedanken mit dem Wogen großer Brüste, mit den Schlangenwindungen

fleischiger Hüften, mit einem Knäul mächtiger Glieder und dem verzehrenden

Lächeln breiter, blasser Gesichter.

Er ersann Martern und teilte sie rings unter die Sklaven aus; seine

vorgeschobene Unterlippe zitterte, seine Hände umkrampften die Lehnenknäufe

seines Thrones. Dann stahl er sich in die Kerker und flehte die Elenden an, ihm

zu vergeben und seine Freunde zu sein.

Auf seinen weißen Terrassen, auf die blau und feierlich ein unerbittlicher Himmel drückte, brach er in Hilferufe aus: „Gnade! Hör’ auf!“ Niemand

vernahm es als seine stummen schwarzen Eunuchen. Nichts bewegte sich als

ihre rollenden Emailaugen, und Lukas stürzte, die Arme weit geöffnet, zu

Boden, so daß das Juwelenband seines Hauptes auf den Marmorfliesen

zersprang.

Eines Nachts tastete er sich durch finstere Gänge. Die Mordgedanken, die er

hegte, glühten vor ihm her und zeigten ihm den Weg. Er kratzte an Dianoras

Pforte, sie ging klagend auf, und er sah, daß es schon geschehen war: Ihr Kopf

hing mit schwerem Haar über den Rand ihres Lagers, ihr Hals trug den dunkel

unterlaufenen Abdruck einer eisernen Faust.

Er floh und lebte als schweifendes Tier. Er heulte ihren Namen dem

Sturmwind entgegen, er fluchte ihn zum Himmel hinauf, er brüllte ihn den

Ungeheuern in die Erdhöhlen hinein. Er tobte, bis sein Leib von Stahl und seine

Seele erschöpft war. Allmählich sah er sie bloß noch als schwaches Traumbild

an der Oberfläche seines Schlummers vorüberwandeln. Und endlich fühlte er,

wenn er an sie dachte, nur mehr in dämmeriger Ferne ein paar Augen hinter sich,

wie die einer sanften Geopferten, die uns von ihrer Schattenwand in stiller

Kapelle immer nachschaut auf unsern Gängen durch die lauten Straßen der Welt.

Seine Miene zeigte weder Hoffnung noch Reue; aber er schlief nie anders als

hinter verschlossenen Türen, denn er fürchtete, sein Schlaf möchte etwas zu

verraten haben. Er war ein Abenteurer, dem nichts neu dünkte, ein Sieger ohne

Hochmut und ein Genießer mit kalten Lippen.

An einem grauen Abend schritt er über ein weites Feld. Es flog darüber hin

wie die Schatten von Dingen, die man nicht sah. In der Höhe bewegten sich

schwer geballte Wolken. Er erstieg einen Hügel: schiefe, zerrissene Dächer

erschienen ihm. Er war schon im Schatten der traurigen Burg, er stand schon

unter dem Tor. Die drei Greisinnen im feuchten Saal bliesen wimmernd ihren

kalten Atem in die kalte Luft. Sie sagten: „Lukas ist heimgekehrt,“ und sogleich

begann des Alten hohle Stimme, die längst von den Zeiten verschlungen schien.

„Nun hast du die Welt durchkämpft, sie hat hinter dir auf den Knien gelegen,

und du bist zu uns heimgekehrt, wie jeder zu uns heimkehrt. Was hast du nun

weiter getan als einen Gang vors Tor?“

Da Lukas schwieg, sprach der Alte weiter.

„Du hast Gott aus der Gefangenschaft seiner Feinde erlöst, du hast Satan

gezwungen, um Gnade zu flehen! Du hast Reiche erobert und das Weib zu

deiner Kaiserin gemacht! Am Ziel hast du, nüchtern und ohne Stolz, erfahren,

daß alles größer und schöner war, als du noch träumtest. Das Beste ist

geschehen, bevor du die Augen öffnetest; dein Traum hat es vorweggenommen.

Er ist dir vorangeeilt und hat das Schwert geführt, das du nicht tragen konntest. Du bist ihm nachgeschlichen mit leeren Händen.“

Lukas senkte die Stirn und erhob sie wieder.

„Das alles ist wahr,“ sagte er. „So war mein Leben. Aber wenn ich weiter

nichts getan habe als einen Gang vors Tor, so will ich jetzt dennoch nicht bei

euch Alten sitzen bleiben, die ihr so weise seid. Lieber tue ich einen zweiten

Gang vors Tor und beginne alles, was ich versucht habe, noch einmal, und lasse

es mich nicht gereuen, wenn mir der Tod auf einer Landstraße begegnet. Dann

will ich mich auch mit ihm messen; vielleicht fühlt er meine Streiche, vielleicht

ich seine. Ich decke ihn mit meiner roten Fahne zu, oder er mich mit seiner

schwarzen.“

Darauf wandte er sich und schritt den Hügel wieder hinab, und über Felder

und Steige. Junge Mädchen, über herbstliche Beete geneigt in den Gärten am

Wege, bewarfen den Vorübergehenden mit Astern. Eine große rote Blume haftete

auf seinem grauen Haar; es flatterte lang im Winde.

 

Sie haben Flöten und Dolche zu Ende gelesen

Heinrich Mann

Bücher wie dieses

Nach dem Buch

Seiten, die zu dieser Ausgabe gehören, hier zum Nachschlagen.

Hinweis von Project Gutenberg

End of the Project Gutenberg EBook of Flöten und Dolche, by Heinrich Mann

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FLÖTEN UND DOLCHE ***

***** This file should be named 31218-h.htm or 31218-h.zip ***** This and all associated files of various formats will be found in:

http://www.gutenberg.org/3/1/2/1/31218/

Produced by Jens Sadowski

Updated editions will replace the previous one--the old editions will be renamed.

Creating the works from public domain print editions means that no one owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United States without permission and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you do not charge anything for copies of this eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports, performances and research. They may be modified and printed and given away--you may do practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial redistribution.

 

*** START: FULL LICENSE ***

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE

PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free distribution of electronic works, by using or distributing this work (or any other work associated in any way with the phrase "Project Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg-tm License (available with this file or online at http://gutenberg.net/license).

 

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the terms of this license and intellectual property (trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or associated in any way with an electronic work by people who agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works even without complying with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the collection are in the public domain in the United States. If an individual work is in the public domain in the United States and you are located in the United States, we do not claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, displaying or creating derivative works based on the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant state of change. If you are outside the United States, check the laws of your country in addition to the terms of this agreement before downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating derivative works based on this work or any other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning the copyright status of any work in any country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.net

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived from the public domain (does not contain a notice indicating that it is posted with permission of the copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in the United States without paying any fees or charges. If you are redistributing or providing access to a work with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted with the permission of the copyright holder, your use and distribution must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm License terms from this work, or any files containing a part of this work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic work, or any part of this electronic work, without prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate access to the full terms of the Project Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word processing or hypertext form. However, if you provide access to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.net), you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from

the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method

you already use to calculate your applicable taxes. The fee is

owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he

has agreed to donate royalties under this paragraph to the

Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments

must be paid within 60 days following each date on which you

prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax

returns. Royalty payments should be clearly marked as such and

sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the

address specified in Section 4, "Information about donations to

the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies

you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he

does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm

License. You must require such a user to return or

destroy all copies of the works possessed in a physical medium

and discontinue all use of and all access to other copies of

Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any

money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the

electronic work is discovered and reported to you within 90 days

of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free

distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread public domain works in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to the person you received the work from. If you received the work on a physical medium, you must return the medium with your written explanation. The person or entity that provided you with the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the work electronically, the person or entity providing it to you may choose to give you a second opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a refund in writing without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance with this agreement, and any volunteers associated with the production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.

 

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.

 

Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at http://pglaf.org

For additional contact information:

Dr. Gregory B. Newby

Chief Executive and Director

gbnewby@pglaf.org

 

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit http://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: http://pglaf.org/donate

 

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

 

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

 

Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

http://www.gutenberg.net

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.