
Gladius Dei; Schwere Stunde
München leuchtete, so beginnt Gladius Dei: Über den festlichen Plätzen und weißen Säulentempeln, den antikisierenden Monumenten und Barockkirchen, den springenden Brunnen, Palästen und Gartenanlagen der Residenz spannt sich strahlend ein Himmel von blauer Seide, während Reisende aller Nationen in kleinen, langsamen Droschken umherkutschieren und die Freitreppen der Museen hinansteigen. Aus vielen geöffneten Fenstern klingt Musik auf die Straßen hinaus, redliche dilettantische Übungen auf Klavier, Geige oder Violoncell, während im Odeon an mehreren Flügeln ernstlich studiert wird und junge Leute mit literarischen Zeitschriften in den Jacketttaschen zwischen Universität und Staatsbibliothek wandern. Vor der Akademie der bildenden Künste hält eine Hofkarosse, und auf der Rampe lagern in farbigen Gruppen die Modelle, pittoreske Greise, Kinder und Frauen in der Tracht der Albaner Berge, während junge Künstler mit runden Hütchen und lockeren Krawatten spazieren gehen, um sich den hellblauen Vormittag auf die Stimmung wirken zu lassen.






