
De Profundis
Am Abend liegt die Stätte öd und braun, die Luft von gräulichem Gestank durchzogen, beginnt Vorstadt im Föhn, das erste Gedicht in Trakls Sammlung De Profundis: Das Donnern eines Zugs vom Brückenbogen, und Spatzen flattern über Busch und Zaun, dichtet er, und beschreibt geduckte Hütten, wirr verstreute Pfade, in Gärten Durcheinander und Bewegung. Am Kehricht pfeift verliebt ein Rattenchor, in Körben tragen Frauen Eingeweide, ein ekelhafter Zug voll Schmutz und Räude, kommen sie aus der Dämmerung hervor, schreibt Trakl weiter, und ein Kanal speit plötzlich feistes Blut vom Schlachthaus in den stillen Fluss hinunter, während die Föhne karge Stauden bunter färben und langsam die Röte durch die Flut kriecht. Die Sammlung enthält daneben die Gedichte Menschliches Elend, Psalm, Verwandlung, Dämmerung, Trübsinn, das titelgebende De profundis, Trompeten, Menschheit und Drei Blicke in einen Opal.






