Inshalla

Angelika Avauge · Kapitel 1 von 1 · Teil 7/34

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Inshalla

Inshalla

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 34 Teile geteilt.

Höre soeben Markus Lanz... Thema Trump... Gregor Gysi sprach mir ja mit jedem seiner Worte aus der Seele... den vermiss ich echt auf der politischen Bühne... einer der ganz wenigen, politischen Kopfe, die noch halbwegs Deutsch reden. Ein Deutsch, das auch noch der kleinere Mann versteht. Nicht mit fünf Bier und drei Kurzen drin, aber zumindest, wenn er nüchtern ist. Gregor Gysi... ein blitzgescheiter Kopf, aber so was von blitzgescheit und dann hat er so einen herrlichen Sprachstil, geschliffenes Deutsch mit nem Touch Straßenslang... spricht mich selbstverständlich totaly, ach nee, das war ja complitly... wie auch immer, an. Ich lausche seinen Worten... das stimmt! Da hat er recht, mit dem Leiden... ja, und sein Humor, der hat mir auch schon immer gefallen. Wird meine Stimme pastoralisch... herrlich! Da hat er recht. Da hat er wirklich recht... du kannst nicht gut reden, wenn du nicht gut zuhören kannst. Ich sag ja schon seit langem "reden können sie wirklich alle... bloß dass zuhören hat ihnen niemand beigebracht... das muss man ja auch lernen... du brauchst also von klein auf, wie gesagt die Prägephase!, ein Gegenüber, das mit dir auch wirklich geredet hat... geht ja nur auf Augenhöhe... es hat dir genauso aufmerksam zugehört, wie du ihm oder ihr... das lernt man besten schon im Kleinstkinderalter... der ist echt ein Spaßvogel! Dass das Jahr 2018 ausfällt.. der Typ ist echt super! Die Privilegien des Alters annehmen... ganz genau! Seh ich genauso. Deswegen ... ich sage nur Ü50. Der Button! So`n Teil kann richtig Umsatz einfahren... genau, G.G. Ist doch Anwalt. Ja, super... dem vertrau ich echt, ohne ihn persönlich zu kennen, wie gesagt, ich kann da schon ne Menge channeln, auch über den Fernseher... und den setz ich als Kontoverwalter, oder Bevollmächtigten, ein, so dass er da immer nen Blick rauf werfen kann... ja, und kommt hoffentlich genug zusammen, dass er sich sein Honorar davon nehmen kann. Seine Zeit in Anspruch zu nehmen... bin ja Realist. Zu achtzig Prozent bin ich Realist, völlig, naja, normal eben... aber zwanzig Prozent.. irgendwie befind ich mich auf leicht, ganz leicht abweichenden, mitunter, Wahrnehmungsebenen und da nehme ich dann Dinge wahr, oder werde mit Abläufen konfrontiert, die normalerweise andere nicht erleben oder wer hat schon mal, wirklich!, nicht in seiner Phantasie, Traum oder auf nem Trip, sondern wirklich in der Realität... es geht wirklich nur um diese Ausgangsebene... weil, auch wenn Daddy mein einziger Zeuge ist für dieses Geschehen... der wichtigste Zeuge... er ist mein ultimativ wichtigster Zeuge. Er glaubt mir nicht nur, oder weiß ja sowieso, dass nun mal jedes Wort wahr ist... nee, er war ja sogar selber in diesem Geschehen beteiligt. Oder war er das vielleicht gar nicht, aber wer sollte es denn dann gewesen sein? Wer denn? Ich würd ja so gern mit wirklich Sehenden, ja genau, sehenden Menschen darüber reden... auf jeden Fall würde mich mal wirklich interessieren, wer so etwas schon mal erlebt hat? Wirklich erlebt hat... dass es da viele gibt, die so was oder ähnliche Geschichten erzählen... naja, Roland Z. hielt sich ja auch für Jesus... ist ja bekannt, aber mir ist – leider – nicht so ein Fall bekannt oder wird das ja vielleicht auch nur totgeschwiegen vielleicht oder... ist es nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, weil es ja auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand... aber das glaub ich ja eher nicht. Ist ja Quatsch... schreib ja schließlich dieses Buch... weil Daddy wollte, dass ich es schreibe. Und er sagte zu mir "erzähl deine Erlebnis, die du mit mir hattest. Zu viele Menschen haben vergessen, wie ich bin... sag es ihnen... erzähl von deinen Erlebnissen" Hat er noch gesagt, "ich werde bei dir sein?"... im Traum damals, klar, da ja sowieso, aber sagte er mir das noch mal bei dieser Gelegenheit? Hätte ich ein besseres Gefühl... ich weiß es nicht mehr. Entschuldigung, aber Gott hat schon soviel zu mir gesagt... das kann ich mir doch unmöglich alles merken. Ok., ich hätt`s immer gleich aufschreiben müssen... war auch eine Unterlassungssünde, geb ich zu, aber ich bemühe mich ja nun wirklich, mich immer an jedes Wort zu erinnern... alles wirklich möglichst Wort für Wort... und dieses Gedächtnis ist doch echt auch phänomenal. Kenn ich keinen... der sich nach so langer Zeit, noch so deutlich wie ich immer, an die Sachen erinnert... ist ja auch irgendwie nicht normal, aber wie Daddy ja schließlich zu mir sagte "ich habe dich gut geschult, gut ausgerüstet... leg endlich los". Zu mir jedenfalls hat Gott immer in einer komplett menschlichen Sprache gesprochen und wenn er einen göttlichen Tonfall annahm... dann diente das... dann war das ein humoristischer Fingerzeig auf die verfälschte Wahrnehmung der Menschen von ihm. Und dass er wirklich über grenzenlose Geduld verfügt.... dafür bin ich ein lebendes Beispiel. Zehn Jahre lang kapierte ich ja durchaus, was er von mir wollte, wenn nicht sogar fünfzehn Jahre... kapierte es, versprach es, verschob es... haderte mit ihm... weil... "ist ein bißchen zu viel verlangt von mir.... du weißt schon, in welcher Welt ich lebe.... du weißt schon... was ich in dieser Welt darstelle" "Schreib es!". "Mach ich... ich probier`s zumindest... aber das glaubt mir doch kein Mensch... alleine schon, dass wir miteinander reden... glaubt mir kein Mensch! Ja, wenn der Papst das sagt... oder wenigstens ein Pfarrer... aber wenn ich daher komme und so was behaupte... muss ich höllisch aufpassen, dass ich nicht in ´ne Zwangsjacke gesteckt werde... und vor allem, wenn sie wegen irgendwas mitkriegen, dass da ja um Gotteswillen was dran sein könnte... dann ja sowieso... oh mein Gott, weißt du eigentlich, was du da von mir verlangst? "Angelika, du brauchst keine Angst haben... du weißt doch... habe ich dich nicht immer beschützt? Na siehst du! Vertrau mir... ich tat so viel für dich... nun tue du für mich!"Das war der Schlüsselsatz, der mich regelrecht verfolgte. Nicht mehr losließ. "Ich tat so viel für dich, nun tue du für mich...". Und natürlich, geb ich zu, das Wissen um die Begegnung mit ihm... da drüben... da hatte und habe ich natürlich einen Heidenrespekt davor. Wirklich! Und dann begann ich durchaus abzuwägen... hm, wenn ich es nicht schreibe... wo soll ich denn überhaupt anfangen? Da ging es ja schon los, also wenn ich es nicht schreibe... dann krieg ich richtigen Ärger früher oder später... und wenn ich es wenigstens mal probier... und das kommt dann echt in die Öffentlichkeit... hm, krieg ich auch Stress... aber der Punkt war mir sehr schnell klar... mit wem auf Erden ich hier Stress kriege wegen dem Geschriebenen... ist ja schließlich die Wahrheit... lächerlich! Lächerlich im Gegensatz, wenn ich ihm dann von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen muss... und erklären, warum ich mich weigerte, dieses Buch zu schreiben... "ich war doch nur so eine kleine Erdenfrau... und so weiter..." oh, und mein einzister Daddy, den ich in diesem Leben hatte, Tatsache!.. er und ich, wir wissen das... würde weinen und mir sagen "ich habe dich so sehr geliebt... ich ließ es dich sogar wissen... ich tat mehr für dich, als es meine Kompetenzen erlaubten... für dich übertrat ich sogar heilige Regeln... ich tat so unendlich viel, und ich ließ es dich unübersehbar wissen... ich ließ dich Zusammenhänge erkennen... ich schulte dich, ich habe eine Hoffnung in dich hinein gelegt,, du hast mich laut und deutlich vernommen...Angelika, sag mir.. hast du nicht immer von dir gesagt, was für ein dankbarer Mensch du seist... wo war deine Dankbarkeit für mich? Du erinnerst dich "Ich tat so viel für dich... nun tue du für mich?" Es verfehlte nicht seine Wirkung bei dir... aber dann passierte wieder nichts! Du hast meine Geduld überstrapaziert... wenn ich dich nicht so geliebt hätte... aber wir haben die Hoffnung in dich nie aufgegeben..."Wir"? "Ja, wir... in deinem Uwe hattest du immer den besten Freund der Welt!" "Ich weiß, glaub mir, das war mir wirklich schon zu Lebzeiten klar und wir waren wirklich innerlich wie eineiige Zwillinge. Das war auch nicht normal... und jeden Tag, immer, wenn wir uns sahen, hatten wir telepathische Erlebnisse... das ist ganz normal für uns geworden... oh, Uwe war etwas ganz Besonderes für mich, diese Begegnung, die war wirklich gesegnet, das hab ich auch sofort gewusst... aber damals hab ich ja noch nicht diese Bewusstseinsebenen erreicht gehabt gehabt... aber dass die Begegnung gesegnet war, das hat sogar Uwe mitgekriegt, obwohl er Atheist war... seine Liebe zu mir... da hattest du auf ihn eingewirkt, nicht wahr? Das war doch nicht normal... doch nicht Uwe. Der vorher, vor mir, ne Ehefrau, ne Nachbarin drüber, drunter... keine Ahnung und noch ne Arbeitskollegin von ihm... drei Frauen! Gleichzeitig! Ich hab Uwe nur ungläubig angestarrt und ihn gefragt... "Drei??? Echt zur gleichen Zeit auch noch... ja, sag mal, das muss doch irre anstrengend gewesen sein...drei? Und keine hat von der anderen gewusst... das gibt`s ja gar nicht und das auch noch jahrelang... ey komm Uwe... du übertreibst! Drei, jahrelang... nee, das kannste mir echt nicht erzählen" "Naja, zuerst waren`s ja auch nur zwei... sie und die Nachbarin... war ne Hübsche! Wenn ihr Kerl nicht da war... so zwei, dreimal die Woche hab ich die schon besucht... und dann, die kam ja später, kam noch die Arbeitskollegin dazu... das war eine wirklich lustige Zeit für mich..." Lustig? Du fandst das lustig? Im Ernst?" "Na klar... du hättest dabei sein müssen... alle drei Frauen haben echt geglaubt... dass ich nur mit ihr zusammen sein will, jede hat das geglaubt! Ich hab jeder was von großer Liebe erzählt... ich hab die glücklich gemacht! Und die mich! War eine wirklich schöne Zeit. Für mich jedenfalls schon... das hätte ruhig so weiter gehen können... aber dann musste sich die Nachbarin ja bei Petra verquatschen... glob ja bis heute nich, dass die sich verquatscht hat... die war ja bloß stinksauer, weil ich immer noch nicht die Scheidung eingereicht hatte... wat globste, wat bei mir zu Hause los war... hat die gekeift "Du Schwein! Vor meinen Augen! Einmal! Erzähl das, wem du willst... aber nicht mir. Ich weiß genau, dass du es wenigstens schon ein Jahr mit der treibst. Du Schwein! Wenn ich dich noch ein einziges Mal mit der seh und wenn du nur mit der im Treppenhaus redest... ich schwöre dir... dann bin ich weg. Mit den Kindern! Du siehst die dann nicht mehr... überleg dir das besser... nur noch einmal!, ja, und da konnte ich nicht mal mehr mit der reden... musste dir mal vorstellen... aber die war misstraurisch geworden... ist mir immer hinterher geschlichen... und da muss sie mal was mit der Arbeitskollegin mitgekriegt haben... irgendwie hat die da was mitgekriegt... hab ich natürlich abgestritten bis zum geht nicht mehr.. schließlich hat sie mich ja nicht im Bett mit ihr erwischt... aber das ging dann leider auch nicht mehr... die hat ja wie ein Luchs aufgepasst... aber nach ner Weile hat sie sich auch wieder beruhigt gehabt... hab ich mir halt wieder ne Neue gesucht... hat sie auch nie mitgekriegt... die hat auf nem Schiff gearbeitet..." und dieser Uwe, genau dieser Uwe... bei mir... lammfromm! Hat andere Frauen nicht mal mehr angekuckt... dafür hast du gesorgt, stimmt`s?". "Das war nicht schwer, leichter, als ich es mir bei ihm vorgestellt hatte. Ich habe ihn einfach nur in dich rein sehen lassen... und glaub mir: von diesem Moment an war er hin und weg von dir... wie hätte er denn dann noch eine andere Frau ansehen können? Uwe ließ ich in dein Inneres sehen wie keinen anderen... ich hatte meine Gründe dafür. Er hat immer an dich geglaubt... er hat immer zu mir gesagt "Väterchen, gib ihr noch ein bisschen Zeit... sie ist doch auf gar keinem schlechten Weg... sie hat doch schon sogar begriffen... gib ihr noch ein bisschen Zeit... bisher hat sie doch immer alles begriffen... sie braucht halt immer ihre Zeit dafür... und dann wird sie schreiben. Vielleicht sollte sie noch wissen.... Väterchen, wir müssen sie nur dazu bringen, dass sie anfängt, zu schreiben... das schaffen wir schon!" Dein Freund Uwe war es, der immer an dich geglaubt hat, weißt du das Angelika"? "Ja, wenn du es mir sagst... " und auch David hat an dich geglaubt. Manchmal hat er gezweifelt... aber dann konnte er sich was von Uwe anhören... da hättest du dabei sein müssen! Er soll mal ganz ruhig sein, hat er ihn dann angefahren. Zu Lebzeiten sei er dir gegenüber mit Blindheit geschlagen gewesen und das solle er bei uns bloß nicht weiter führen... soll mal lieber seine Nase in seine Bibel stecken und sich aus Sachen raus halten, von denen er offenbar nichts versteht... " kannst du dir vorstellen, wie sehr David das immer kränkte? Aber ich habe mich nicht eingemischt... Uwe hatte nicht ganz unrecht... David hatte nicht dieses absolute Vertrauen in dich, das Uwe hatte.. aber beide haben geglaubt, dass sie ein Monopol auf dich haben... du wirst es ja gleich selber erleben... auch hier warten Aufgaben auf dich... "Dass die zwei Freunde werden? Ach, das krieg ich schon hin... wo sind sie denn? Ich dachte, sie holen mich ab... wo ist denn meine Laika? Auf dem Cafesatz war sie doch zu sehen... ich hab mich doch so auf sie gefreut... wo ist sie denn? Warum hat mich keiner abgeholt? Man wird doch immer abgeholt... mich hat niemand abgeholt..."ich habe dich abgeholt..." "Ja, ich habe deine Nähe gespürt... ich wusste, dass du ganz in der Nähe bist.. aber trotzdem hätte mich doch jemand abholen können... das hat mich irritiert..." "Ich habe dich doch abgeholt... das mach ich nicht immer. Nicht bei jedem, der kommt..." "Wo sind sie denn?" Wann kann ich sie denn sehen?"

"Wenn unser Gespräch beendet ist. Setz dich. Weißt du es noch? Setz dich doch... " "Ja, ich glaub, ich weiß, was du meinst... du spielst auf den Traum an, den ich hatte... das meinst du doch? Das war doch der Teufel, nicht wahr? Und die Hand... und die Stimme... das warst du" Ich hätte wetten können, dass du das warst..." "ich war beide!" Beide? Nein, das kann doch gar nicht sein... ich habe es doch gefühlt... ich habe doch gefühlt, dass er der Teufel war...". "Du solltest genau das fühlen..." hier wird Daddy gerade unterbrochen. "Wie lange schreibst du denn noch... ist doch schon so spät"... unterbrach Dirk gerade... er hat ja gar keine Ahnung. Das kann er sich auch wirklich nicht vorstellen. Das kann sich niemand vorstellen. Kein normaler Mensch. Und er ist nun mal wirklich ein völlig normaler Mann.. er hat auch nicht an dich geglaubt..." "Tief in seinem Herzen schon. Du weißt, ich kann bis auf den Grund sehen und bei ihm musste ich nicht einmal bis zu ´m Grund sehen... er ist ein guter Junge. Sein Vater weiß das auch... er will später auch mit dir reden... viele Freunde warten auf dich... aber das hat noch Zeit.. Beide, mein Kind. Du hast es anders nicht verstanden. Ich habe es gefühlt. Ich habe ihn fast vor mir gesehen... das war das Grauenhafteste... ich glaub, wenn ich ihn klar vor mir gesehen hätte, dann wäre ich auf der Stelle gestorben! Im Traum...". "Nicht übertreiben. Ich wusste immer, wie viel ich dir zumuten kann... und diesen schönen, jungen Mann konnte ich dir nicht ersparen. Du hast genau so reagiert, wie ich es erwartet hatte... bei diesem Anblick würdest du auf jeden Fall zum Tisch hinkommen..", "O.k., bin ich ja... der sah ja wirklich höllisch..."Du sagst es. Das war übrigens Uwes Idee. Genau das sagte er auch "er muss höllisch gut aussehen..." damit du am Tisch bleibst. Wir wussten, dass du sonst gleich aufgestanden wärst, kaum, dass du ein ungutes Gefühl bekommen würdest... und das mussten wir verhindern." Ich ahne, ich ahne..."du ahnst richtig. Geh schlafen Angelika... gute Nacht. Ja, wir reden halt ganz normal miteinander... ich sprech ihn nicht mit "Gottheit" an... er ist mein Vater! Mein wahrer Vater. Papa, Papi... hab ich ne innere Abneigung gegen die Anrede... assoziiere, verbinde ich mit den irdischen Papa`s, mit denen ich zu tun hatte. Ich beleidige doch nicht Gott. Auch nicht unbewusst. Deswegen Daddy. Ist das Gleiche, wie Papa, aber halt nicht beschmutzt. Und Gott hatte überhaupt kein Problem mit dieser Anrede... im Gegenteil. Er war sogar ein bisschen gerührt gewesen. Was war denn gestern nacht los? Ich wollte doch eigentlich schreiben, wie das für mich wär, wenn ich das Buch nicht geschrieben hätte... Daddy würde weinen... und dann wurde mir aber gesandt, was ich dann natürlich schrieb... ist ja irre! Ich weiss ja, dass er mitschreibt, aber... das ist ja echt irre! Ja, das muß ich immer alles auf die Reihe kriegen... wenn du mit diesen Erlebnissen, diesem Wissen, dieser Verbindung zu Daddy und noch anderen spirituellen Kräften zu tun hast... oh schön! Jürgen Marcus! Schöööööön.... ein Festival der Liebe... natürlich! Er gab mir die Musik... damit ich es packe!. Ich muss ja immer eine Balance, ein Gleichgewicht, zu meinem irdischen Dasein herstellen... die Musik hilft mir ungemein dabei. Deswegen reagiere ich auch so stark auf sie... ach was Gleichgewicht. Ich muss diesen Bereich meines Daseins in ein völlig normales Dasein integrieren... dazu muss man mit diesen Erlebnissen umgehen können und immer hübsch auf dem Teppich bleiben. Bloß nie die Bodenhaftung verlieren... und mein Auftrag ist es ja schließlich auch, zu vermitteln oder zu übermitteln, dass Daddy mit wirklich jedem Menschen redet, der sich auf ein Gespräch mit ihm einlässt... mit jedem Menschen hier auf dieser Erde! Nicht etwa bloß mit mir... also werter Vatikan... kein Grund, mich heilig zu sprechen! Oder als böse Hexe auf dem Scheiterhaufen... a pro po... hab ich das schon erzählt, als ich, damals war`s! Ist bald zehn Jahre her... rüber zu David bin... und er mir schmerzerfüllt von seiner Vision erzählte? In der er mich hatte sterben sehen... irgendwas sagte er doch auch mit Mittelalter.... dass es im Mittelalter statt gefunden hätte oder vor vielen Hundert Jahren... irgendwie spielte er auf das Mittelalter an... was mich dann dazu brachte... nachdem er mir immer wieder sagte "oh, es war so schrecklich, sooo furchtbar..." und das war ihm wirklich anzusehen, weil er so eine Körperbewegung dazu machte.. da fragte ich ihn so teils mitfühlend, teils amüsiert... ich wollt ihn halt aus diesem schweren Gefühl rausholen.. "warum denn? Bin ich etwa auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden? Uuuhuhu... als böse Hexe..." und da sah er mich mit todernstem Blick an – da verging mir aber schon das Lachen! - und sagte mit todernster Stimme zu mir "Es war nicht die Art, WIE du gestorben bist... sondern DASS du gestorben bist..." und dann schluchzte er, er hatte seinen Kopf wieder in seine Hände gelegt, dann sah er mich wieder an, todtraurig..."Ich habe diesen Schmerz nicht ertragen... Angelika, ich habe mich drei Wochen später umgebracht... versprich mir, dass du stärker sein wirst, als ich es war..." "Wieso soll ich denn stärker sein wie du... man David... du lebst mindestens noch fünfzig Jahre..." "Wie oft muss ich es dir denn noch sagen? Mein Leben wird bald zu Ende sein... du musst mir versprechen, dass du dich nicht umbringen wirst! Dass du stärker sein wirst, als ich es war... bitte Angelika, versprich mir das!" "Man David... ich kann dir doch nicht versprechen... das ist doch Blödsinn! Du bist gesünder, wie ich... würd ich wetten! Was hast du denn bloß immer mit diesem Gerede von bald sterben? Das ist wirklich... entschuldige, aber das ist wirklich Quatsch... ich weiß ja, dass du das wirklich denkst... und das find ich auch gefährlich. Weißte, wenn man nämlich wirklich selber so dran glaubt, wie du... ja, dann kann natürlich auch wirklich was passieren... wirste vom Auto zum Beispiel erfasst.. und alles bloß, weil du dir das die ganze Zeit eingeredet hast...". "Ich werde nicht von einem Auto erfasst..." murmelte er vor sich hin. Mein Leben ist bald vorbei... ich habe nicht mehr viel Zeit... Angelika, ich bitte dich inständigst..." "Ist ja gut, ist ja gut... ich versprech`s dir". "Was versprichst du mir?" "Na, das ich mich nicht umbringen werde. Das ich stark sein werde... das bin ich doch immer! Darauf kannst du dich also echt verlassen..." "Ich danke dir Angelika... du ahnst nicht, welche Last du mir mit diesen Worten genommen hast...". Was ich dachte, verkniff ich mir natürlich, laut auszusprechen... würd`s ja eh nicht einlösen müssen... es war einfach zu absurd. Ein kerngesunder Mann – und ich hatte recht! Stand sogar im Pathologiebericht! Wurde extra erwähnt... seine außergewöhnliche gute körperliche Verfassung... für einen Obdachlosen!... ein kerngesunder Mann... natürlich ist das absurd. Zumindest aus einer rationalen Wahrnehmung heraus... und genau die hatte ich ihm ja auch immer entgegen zu halten. Das war ja mein... Job. Gehörte dazu. Weiß nicht mehr, worüber wir dann sprachen... tut wohl nichts zur Sache. Nehm ich an. Alles was zur Sache tut, daran erinnere ich mich schließlich immer. Das ist mir ja auch schon gekommen. Wie ich sage... der Vorhang lichtet sich... für mich... . Er wird Step by step zur Seite geschoben... entsprechend meiner Integrationsmöglichkeiten... alles darüber, ALLES werde ich natürlich nicht erfahren... würde mein irdisches Hirnlein überfordern...aber später... und darauf freue ich mich wirklich! Ich freue mich jetzt schon auf das Gespräch mit Daddy... ich glaub schon, dass ich mich drauf freuen kann... mir wird nämlich kein weinender, sondern ein lächelnder Daddy gegenüber sitzen.. dass er das war! Das... da wär ich ja nie drauf gekommen...ja, das ist ja wohl auch völlig absurd... auf manche Sachen kannste einfach nicht kommen... wenn sie nun mal so komplett absurd sind... wie denn? Ein kerngesunder Mann erzählt von seinem baldigen Tod... komplett absurd. Der Teufel, und daran hatte ich nie auch nur den leisesten Zweifel, dass ich es mit ihm zu tun hatte... war er gar nicht... es war Daddy... wie sollst du denn darauf kommen? Das ist doch einfach zu absurd... aber, wenn er mir das sagt... ist es natürlich die Wahrheit. Ich hab ja auch die Zusammenhänge geahnt Heute sind sie mir sogar noch deutlicher. Der Traum offerierte mir ja nun mal, dass ich das "Böse" zu enttarnen hätte... und dass Daddy bei mir sein würde! Das ist ja das Allerwichtigste, das ultimativ Wichtigste daran für mich... denn ohne seinen Beistand... unmöglich! Wie denn? Hab doch keine Zauberkräfte... nee, und wenn er mir das nicht im Traum versprochen hätte, dann hätten mich wirklich keine zehn Pferde dazu gebracht, dieses Buch zu schreiben. Ich bin doch nicht verrückt! Aber so.... im Endeffekt haste ja eh keine Wahl. Wenn Gott etwas von dir will, dass du es tust... dann ist er wirklich sehr beharrlich. Da sprech ich aus eigener Erfahrung... wie immer... eigentlich haste im Endeffekt ja doch keine Wahl... naja, ich beschwer mich ja gar nicht. Es gibt mit Sicherheit härtere Schicksale, als dieses Buch zu schreiben... mit meinen Rahmenbedingungen... in meinem "little Paradies", das mal so langsam wieder aufgeräumt werden müsste... komm ja zu nichts anderem mehr... , aber mir ist natürlich schon klar... welche Kräfte hier auf Erden existieren... sie dürften wohl eher kein Interesse an der Veröffentlichung dieses Buches haben... schon klar! Tja, wenn sich an diesem Kräfteverhältnis nichts, oder kaum was geändert hat... wird es schon seinen Weg finden... darüber brauch ich mir keine Gedanken zu machen. Er ist ja schließlich bei mir... die stärkste Kraft hier auf Erden. Bete ich jedenfalls... dass es noch immer so ist. Na, was sind denn vierzig Jahre? Gar nichts. Es wird schon noch so sein... wie damals... oder welche Kräfte sollen denn bitteschön damals gewirkt haben? Als das mit den Hunden geschah... was sollen denn das sonst für Kräfte gewesen sein? Ich würd ja so gern mal mit einem Menschen darüber reden... der eingeweiht ist, aber trotzdem mit beiden Beinen auf der Erde steht... gibt`s ja nicht so viele von ihnen... und in der Kirche finde ich sie nun mal nicht. Pfarrer sehen nicht mit dem Herzen... sie sehen mit den Augen... sie sind komplett verhaftet in irdische Abläufe und diese Schemata haben sie auch im Kopf. Jeder, der mich sieht... der es mit mir zu tun hat... nimmt mich als sehr geistesgegenwärtigen Menschen wahr... ne gewisse Intelligenz an mir nehmen die meisten auch wahr... aber das war`s dann auch schon. Mehr können sie ja auch gar nicht wahrnehmen... denn... wenn ich es mit der Außenwelt zu tun habe, bin ich ja nun mal auch total normal. Ein bißchen verrückt, manchmal.. oder besser gesagt, etwas unkonventioneller in meiner Art, eigener, aber dass ich irgendwas mit Gott zu tun haben könnte... weiß kein Mensch von mir. Ja doch, Martina... sie weiß es natürlich.. und sie weiß ja auch... wir hatten ja schließlich gemeinsame Erlebnisse...dass ich ihr nicht irgendeinen Scheiss erzähle... ja, sie weiß das... aber sonst? Nicht mal Peter weiß das... der würde über mich sagen "ja, ja, manchmal hatte sie so komische Anfälle... das hat sich dann immer ziemlich verrückt angehört... ach, ich hab doch da gar nicht so genau hingehört... ich wusste doch, dass sie sich eh bald wieder einkriegt..." so ähnlich, würde er sich über mich äußern... weiß ich doch. Ich kenn ihn doch schließlich.. musst du jetzt grade gehen Lucille, Michael Holm... was für ein trauriges Lied! Ach Gott... um Whiskey zu holen... und fühlte mich schlecht und gemein...wie ihr Mann zu mir spricht. Musst du jetzt grade gehen, Lucille... unsre Kinder sind krank und die Schulden so viel..." was für ein trauriges Lied... ich sing`s trotzdem gern mit. Kenn ja den Text. Kein Mensch, der mich kennt, auch nicht meine Kinder, die schon gar nicht... würden von mir annehmen, dass ich mit Gott in irgendeiner Verbindung stehen würde, außer in der, in der nun mal jeder Mensch steht. Niemand... nicht ich! Doch nicht die, ständig mit Kippe in der Hand... bei jeder Gelegenheit eben... die lautstark, auch bei jeder Gelegenheit, betont, dass Saufen echt scheisse ist, weil es deine ganzen Hirnzellen zerstört und dass die Leute lieber kiffen sollen... zerstört vielleicht auch ein paar Hirnzellen, aber nicht ansatzweise so viele, wie der Suff... doch nicht die, die jahrzehntelang mit ner harten Sucht zu tun hatte... doch nicht die, mit zwei unehelichen Kindern von zwei verschiedenen Männern... und außerdem... die sieht doch total normal aus..." Genau so. So werde ich nun mal von der Außenwelt wahrgenommen, und das bin ich auch. Eben zu achtzig Prozent. Draußen, in der Außenwelt sogar zu hundert Prozent. Die Leute sehen mich schon richtig... ich bin ein komplett normaler Mensch, eben aus und in der Unterschicht, Völlig normal. Jeder, wirklich jeder, der mich kennt, wird bestätigen, dass ich völlig normal bin... außer Rohland. Er hält mich ja für einen pathologischen Fall... Und... Harry sagte damals zu mir, der war, vielmehr ist ein studierter Kopf.. einige Wahrnehmungsebenen sind leicht gestört, andere sind sogar überdurchschnittlich bei ihm... er ist schon auch ein besonderer Mensch... und er sagte zu mir "du bist eindeutig übersozialisiert! Für die Schicht... in der du lebst... bist du eindeutig übersozialisiert... aber du kannst ja auch nicht aus deiner Haut...". Und ich zu ihm "ist doch aber richtig, wie ich mich verhalte... ist mir doch wurscht, wie assig irgendwelche andere Leute sind... interessiert mich nicht... ich mach immer nur, was und wie ich es für richtig halte..." "Ja, genau davon sprech ich ja... versteh mich nicht falsch Angelika... ich finde so eine Einstellung ja gut... aber mit dieser Einstellung machste halt zwangsläufig auch ein paar schlechte Erfahrungen..." "Nö, mach ich nicht... also bisher jedenfalls nicht... ey Harry, wie ich mich verhalte... das ist im Grunde das Mindestmaß, wie ein Mensch sich verhalten muss... das Mindestmaß!" "Hast du ja recht, du brauchst mich doch nicht gleich anmachen ... natürlich hast du recht damit... es geht doch auch bloß um die Schicht... aber wenn du anscheinend bisher kein Problem damit hattest..."nee, nie!" "dann ist doch alles in Ordnung" beendete er diese Ansage. Selbstverständlich wusste ich haargenau, was er meinte... der Wunsch, geben zu wollen, was allerdings auch sehr viel mit dem geben können zu tun hat, also nicht geben können, weil man halt nicht viel übrig hat... ist ja nun mal von daher in der Unterschicht eher nicht so... so... stark entwickelt.... aber genommen wird hemmungslos! Das geht schon in den Gesprächen los... jeder will, und je älter die Leute werden, umso schlimmer wird`s, nur die eigene Stimme hören... furchtbar! Aber zuhören... fehlt die Konzentration dafür, fehlt das Interesse, die Zeit... aber hauptsächlich liegt`s am Interesse. Die Menschen sind so voll mit ihren Problemen, die ihnen so gigantisch erscheinen und was sie nicht alles aus der Vergangenheit bewältigen müssen... da bleibt kein Raum mehr für andere Menschen. Jeder nimmt sich viel zu wichtig. Und fühlt sich ungerecht behandelt... vom Leben... von allem... und dieses harte Dasein.. und überhaupt... was gehen mich andere Menschen an? Muss selber zusehen, wie ich klar komme..."... ich nehm es niemand übel. Kann doch niemand seine Wahrnehmungsebenen verübeln... aber es ist erschöpfend. So langsam... bin ich müde... ich bin halt auch nicht mehr die Jüngste. Und hab ja nun mal – auch objektiv betrachtet – schon sehr viel mitgemacht... aber das Päckchen ist schließlich immer nur so schwer....so, und um das weiter tragen zu können, verdaddel ich mal schnell meine Punkte. "Ich will raus aus deinem Leben..." singt da grad einer. Bei dem Lied musste ich vom ersten Mal an, an Rohland denken... nicht wegen der Stelle, aber da kommt dann eine andere, in dem Lied und da singt er.... sinngemäß... den Text kenn ich noch nicht auswendig, was singt er da gleich wieder? "Lüg mich an, sag mir, dass du es auch nicht willst... dann wird es leichter..."... so ein paar Textpassagen sind da schon drin, die ich ihm gern schicken würde... aber Hilfe! Das fällt ja gleich unter Stalking... lüg mich an... nee, ich werd nicht gern angelogen... aber damals... wär mir auch lieber gewesen, wenn er was von verheiratet und geht nicht usw erzählt hätte, wie dieses knallharte "ist besser, wir sehen uns nicht mehr.. wir lassen das mal besser dabei..." Er war halt kein Charming-Boy. Jedenfalls nicht zu mir. Ist noch gar nicht so lange her... ein paar Monate vielleicht.. es hat halt nun mal wirklich alles mit Wahrnehmungsebenen zu tun...ach Gott, süß! "Das ist meine kleine Welt, sie ist frei und ohne Sorgen, denn in meiner kleinen Welt fühle ich mich so schön geborgen...". Stimmt sogar ein bisschen. Ohne Sorgen... naja... ist ja einer meiner Lebensmottos, auch schon seit Ewigkeiten... war ich noch relativ jung, als ich es hörte "Es gibt keine Probleme, man macht sich nur Welche!" und das hab ich versucht zu beherzigen. Wann immer es mir möglich war... die Dinge nicht so schwer zu nehmen... es gibt ja immer eine Lösung.... auf jeden Fall gehöre ich mit Sicherheit nicht zu den Menschen, die aus jedem Fliegenschiss ein Problem machen müssen... ganz bestimmt nicht. Es hat mich innerlich freier gemacht. Mit "Es gibt keine Probleme...."ist ja nicht gemeint, dass es tatsächlich keine geben würde, sondern es geht doch nur um die Umgangsweise mit diesen Situationen. Und da kann ich mir das Leben schwerer machen, als nötig, oder halt auch mit einer gelasseneren Einstellung... ce la vie`... das Leben halt nicht so schwer machen. So lange es einen nicht umbringt... wird`s schon nicht so schlimm sein... so ungefähr. Die, die Helene Fischer singt grad "Atemlos..." lief neulich auch schon und da meinte ein alter Freund von mir, alt im Sinne von sowohl, als auch.. zu mir "das singt doch diese... diese... wie heißt die denn? Du kennst die doch immer alle... blond... dünn..."

"Natürlich! Das ist doch die... die... na, ist mit dem Florian Silbereisen zusammen..." "Wem? Kenn ich nich..." "Was? Den kennst du nich? Is auch ein Fernseh-Moderator... na, so volksmusikmäßig...die sind doch schon lange zusammen... ", "Ja, gut, aber jetzt weiß ich immer noch nicht, wie die heißt" unterbrach O. mich. "Mhm, warte mal... gleich...Florian Silbereisen und....Helene Fischer! Da ist es doch... Helene Fischer! "Genau! Helene Fischer... wie die das Lied singt, wie die sich dabei bewegt... total unglaubwürdig für mich". "Wieso denn? Die ist zur schönsten Frau Deutschlands gewählt worden... und die hat ja wirklich eine gesegnete Stimme, also da kannste echt nichts sagen". "Darum geht`s mir doch gar nicht...das kann ja alles sein, aber ich find, dass dass Lied einfach nicht zu ihr passt... kannst du dir die atemlos vorstellen? Ich nicht...." "Ach O., du verwechselt da was. Du meinst leidenschaftlich, wa?" "Das meint die doch, wenn sie atemlos singt... beim besten Willen... ich kann mir diese Frau einfach nicht atemlos vorstellen... dann noch eher dich. Dir könnt ich das abnehmen, ohne dich zu kennen, aber doch nicht ihr. Wenn die das Lied singt... dich stattdessen da oben auf der Bühne, bei diesem Lied, wär mir wirklich lieber...". Und ich hab ihm lachend erklärt, dass er mich niemals auf ner Bühne sehen würde... auch, wenn Dirk mich sein Goldkehlchen nennt... meine Gesangsstimme reicht für den Hausgebrauch und ist auch ganz gut so..." Falls es jemand interessiert, wie meine Stimme so klingt... wie gesagt, am Telefon geh ich absolut als ein Kerl durch, wenn ich das will..." und gesangsmäßig hör ich mich daher ungefähr wie die schlechtere Ausgabe von Amanda Lear an... so ungefähr klingt meine Stimme. Macht nichts. Ich hör mich trotzdem gerne singen. Ich sing einfach gern... und umso mehr mir das Lied gefällt, umso lauter singe ich es... wenn ich gut drauf bin. Peter kann ein Lied davon singen... der sagt dann immer "ist ja gut... ist ja gut...", so als ob ich halt mal wieder einen Psychiater bräuchte... den Menschen fehlt einfach die Lebensfreude mit zunehmenden Alter in der Unterschicht. Bei den Langzeitarbeitslosen.. hab ich sogar Rohland damals schon erklärt "ich bin überzeugter Steuer-Boykottant..." und da hat er ein bisschen schief gegrinst... der wusste schon, was ich meine. Gabi, meine liebe, weise Freundin Gabi, sie war ja nun mal sieben Jahre älter wie ich... wusste, was zu tun war. "Angelika, du brauchst einen Job und zwar möglichst bald..." "Nö, brauch ich nicht. Ich hab genug zu tun... der Tag hat bloß vierundzwanzig Stunden... lass ma! Brauch ich nicht..."

"Brauchst du doch! Wir müssen möglichst schnell was finden für dich... du könntest dich bei uns im Amt bewerben..." "Niemals! Bist du verrückt? Ich fang doch nicht im Amt an... was soll ich denn da..."

"Willst du dich mit diesem Roland treffen oder nicht?" "Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Klar will ich das... was soll denn diese Frage?" "Dann musst du dir natürlich einen Job suchen... überleg doch mal... wenn ihr euch trefft... er erzählt von seiner Arbeit und du???" "Ich red halt von anderen Dingen... muss doch nicht über Arbeit quatschen..." "Doch Angelika, wenn du willst, dass er dich ernst nehmen soll, dann brauchst du selbstverständlich einen Job. Der legt Wert auf so was. Sekretärin oder so was in der Richtung muss sie schon sein... Arzthelferin... egal... Angestellte... da sind doch bei uns ein paar Stellen frei. Unten in der Obdachlosenstelle... das wär doch ohnehin was für dich... ich weiss, dass das was für dich wär... kannst du Obdachlosen wirklich helfen... das wär auf jeden Fall was für dich... na, und wenn du das dann mal ne Weile machst... dann telefonier ich noch mal mit dem Roland... ich krieg den dann schon dazu, dass er sich mit dir trifft... Angelika! Du sagst doch immer zu mir, dass du alles dafür tun würdest, wenn er sich bloß noch mal mit dir treffen würde... dann zeig doch mal, was du bereit bist, dafür zu tun....". Ihre Worte verfehlten ihre Wirkung nicht bei mir. Nen Monat später oder so bewarb ich mich Tatsache im Rahmen dieses 500-Programmes, das es damals gab, in der Obdachlosen-Stelle. Meine Güte, herrschte da eine Hierarchie. Furchtbar! Das dauerte natürlich nicht lange, bis ich da erste Konflikte mit Kollegen hatte... ich war da ziemlich deutlich in meiner Sprache... sagte auch mal zu dem einen oder anderen, dass ich ihn für ne glatte Fehlbesetzung in diesem Job hielt, so asozial wie er in Wirklichkeit eingestellt war... und dann kam mal unser Amtsleiter extra zu mir. Der konnte gut mit unserem Gruppenleiter, aber den fand ich auch schwer in Ordnung und genau! gutaussehend. Hat er von mir auch gedacht... also wir waren uns nicht unsympathisch... und da lauf ich also mit dem Amtsleiter über diesen langen Flur und er erklärt mir, was das nicht alle für reizende, nette Kollegen wären... und er könne ja überhaupt nicht verstehen, wie man sich mit denen nicht verstehen könne und da bin ich dann stehen geblieben, sah ihn direkt an und meinte "Anscheinend ist Ihnen das nicht bekannt... hier herrscht ne Hierarchie und zwar nicht zu knapp. Auf der Leiter steh ich ganz unten, ganz unten! Scheissegal... aber wenn ich auf Ihrer Stufe wär, Amtsleiterin wär... dann wären die auch alle scheissfreundlich zu mir und würden nen Knicks machen, wenn ich auftauche... bin ich aber nicht. Ich komme aus dem 500`-Hunderter-Programm..." und da sagte er dann nichts mehr zu mir. Erst nach einer Weile, schlug er mir dann vor, dass ich ja in nem Schreibbüro im Amt arbeiten könnte und von Gabi wusste ich allerdings bereits, dass da nur Tussen arbeiteten, aber dass dieses Schreibbüro halt so ne Warteschleife quasi für bessere Jobs wär... und daher kam das gar nicht in Frage. Sagte ich ihm auch. "Ich hab gehört... dass ich da wohl nicht so wirklich reinpasse... wohl eher nicht..." "Das wäre doch nur ungefähr für ein Jahr... und dann würde sich schon eine andere Stelle finden, aber da blieb ich natürlich bei meinem Nein. Kurz danach fand dieses drei-tägige-Seminar statt... und am dritten Tag hieß es "schriftliche Zusammenfassung seines Arbeitsbereiches..." . Das ging an die Sach- und Sozialarbeiter. Ja, und ich? Dreh Däumchen oder was? Nee, das konnte ich auch. Zusammenfassung meines Arbeitsplatzes. Und dann hab ich losgelegt... und zwar aus der Sicht des Hilfe-Empfängers. Der kam mir bei dem ganzen Seminar eh schon viel zu kurz... und dann hab ich mit dem Sachbearbeiter abgerechnet, der immer so richtig schön fies zu den Hilfeempfängern war..."und hat ein Sachbearbeiter schlechte Laune, weil er vielleicht am Wochenende sich irgendwo eine Abfuhr eingehandelt hat... hat der Hilfe-Empfänger eben Pech und wird gleich mal mit den Worten begrüßt "was wollen Sie denn schon wieder hier..."tja, so sieht die Hilfe bei uns im Amt aus... und dann hab ich noch weitere Situationen beschrieben, denen die Hilfeempfänger ausgeliefert sind... weil unreifere Charaktere ihre Stellung regelrecht dazu missbrauchen würden, um ihre Launen an ihnen auslassen zu können..." waren einige Seiten, der Seminarleiter las es... richtig schön betont vor... er las es gerne vor. Ich hatte es ihm mit den Worten gegeben "Schauen Sie mal bitte... ich hab da auch was verfasst... aber ich trau mich echt nicht, das vorzutragen... würden Sie das vielleicht? Für mich?... und da hatte er bereits die ersten Zeilen überflogen gehabt, strahlt mich an und meint "Gern, sehr gern sogar"... und das merkte man auch, wie er es vorlas. "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wird sich leider bei uns in Soz IV... nicht immer dran gehalten. Es ist das reinste Lotterie-Spiel, bei welchem Sachbearbeiter man landet und wenn man Pech hat, dann steht man vor einem Sachbearbeiter, der glaubt, dass die Hilfeempfänger dazu da seien, um die schlechte Laune an ihnen auslassen zu können. Meiner Meinung nach sollte bei dieser Job-Vergabe ein bisschen mehr auf die Reife eines Menschen geachtet werden und so weiter... er las das also alles vor und noch einiges mehr...dann war er fertig, sah auf... aua, und es herrschte Totenstille in dem Raum. Fünfundzwanzig Menschen ungefähr in dem Raum und es herrschte Totenstille... da hättste wirklich die berühmte Stecknadel fallen hören können... und plötzlich klatscht irgend wer... dann der nächste... wie es halt so ist und dann klatschten sie alle. Oh man, ich hätt im Erdboden versinken können... das ist nichts für mich. Keine Ahnung, mir ist so was halt megapeinlich... bin nicht gern im Mittelpunkt. Ist halt so. Ich bin dann ja auch rausgegangen.... und mein Gruppenleiter kam später auf mich zu, der Gutaussehende..."Frau... wir würden Sie gern zum Essen an unseren Tisch bitten...". "Wer ist denn wir?" wollte ich von ihm wissen und er zählte mir die hohen Herrschaften auf. "Ach nee Herr K... lassen Sie mal... die haben bisher keinen Wert auf meine Gegenwart gelegt und jetzt brauchen sie auch nicht ankommen". Er sah mich überrascht an, denn mit dieser Antwort hatte er wohl nicht gerechnet gehabt und meinte dann "wie Sie meinen... wie Sie meinen" und ging dann kopfschüttelnd weg. Der hat bestimmt auch von mir gedacht, dass ich ein bisschen verrückt bin... so ne Gelegenheit lässt sich doch ein normaler Mensch nicht entgehen! Ich war halt nie ein normaler Mensch... aber ein paar Wochen später kam er auf mich zu "Warten Sie mal... ein ganz netter Kollege von mir... bräuchte drüben in der Blücherstraße eine Hilfe. Seine Kollegin ist seit über einem halben Jahr krank und er erstickt langsam in Arbeit... würden Sie ihm vielleicht ein bisschen unter die Arme greifen? Könnten Sie sich das vorstellen?" Na, ich konnte es mir ja mal ansehen... mal sehen, was das für ein Typ war... wenn Herr K. den nett fand, dann war er das bestimmt auch... am nächsten Tag erschien ich also bei Herrn W.... und der wollte erstmal einen "Kleinen", für den guten Start mit mir heben. Na komm, woll`n mal nicht so sein... runter damit. Herr W. war nicht nett, der war supersympathisch. Total locker... unverkrampft und nicht grade arbeitswütig. Mittags um zwei ging`s los zum Außendienst... der fing immer in so einer gepflegten Kneipe an... wunderbar! Wir quatschten über Gott und die Welt... schon am ersten Tag duzten wir uns... da stand ich noch keine zehn Minuten bei ihm im Zimmer und da meinte er schon "ach komm, lass uns duzen. Ich bin W.... und der kleine Schluck darf natürlich auch nicht fehlen... wo ist er denn? Ach, da ist er ja...und begeistert hielt er die Flasche hoch. Irgendwas Hochprozentiges. Nich`n Marzipan-Likör oder in der Richtung, sondern, sah ich gleich, was mit reichlich Umdrehungen. "

"Alkohol???" Ich sah ihn etwas erstaunt an. Das hatte ich wirklich im Amt noch nicht erlebt gehabt. "Ach, so einen Kleinen... aber psst. Muss keiner wissen... auf gute Zusammenarbeit Angelika". Hab das scharfe Zeug echt runter gekippt... um ihm zu signalisieren, dass mir auch was an ner guten Zusammenarbeit lag. Ne Woche später, in der Kneipe erzählte er mir lachend, wie er Herrn K. angerufen hatte. "Du musst mir helfen... ich ersticke in Arbeit... hast du nicht irgend jemand, den du erübrigen kannst... ich wär schon froh, wenn ich eine kleine Hilfe krieg...und E. sagte erst mal nichts dazu, dann hat er so ein langgezogenes Oooooch von sich gegeben. "Ooooooch, ich hätte da vielleicht wirklich jemand für dich.. wenn du damit leben kannst, dass sie montags grundsätzlich schon mal fehlt und von vier Wochen wenigstens eine Woche krankgeschrieben ist... dann hätte er vielleicht jemand für ihn ...". "Das ist mir egal... Hauptsache ich krieg hier endlich mal etwas Unterstützung... am besten schickst du sie gleich zu mir...". "Bis morgen hat das ja wohl noch Zeit... ich sag ihr auf jeden Fall gleich Bescheid... sie muss hier irgendwo rum schwirren... und wenn du Glück hast, taucht sie ja wirklich bei dir morgen um 9 h auf. Ruf mich..." "Wieso Glück?" unterbrach W. Ihn sofort. War ein heller Kopf. "Was soll ich dir sagen? Mit der Pünktlichkeit hat sie es auch nicht so...". Wir arbeiteten fast ein Jahr zusammen und ich habe nicht einen einzigen Tag gefehlt. Ich bin nicht einmal zu spät gekommen... naja, vielleicht ein-, zweimal, also so gut wie gar nicht, aber dann wurde mein Vertrag vom Amt aus nicht wieder verlängert. W. beschwor mich, meinen Rechtsanspruch durchzudrücken. Notfalls vor Gericht. "Du bist dreimal verlängert worden... du hast einen Rechtsanspruch auf einen unbefristeten Vertrag... Angelika! Ich zahl dir den Anwalt... lass mich hier bitte nicht hängen...", aber... ich hörte wie immer auf mein Bauchgefühl. Die Jungs lebten inzwischen auch schon hier, Angie... ich hatte echt genug zu tun. Und kohlemäßig würden wir gut über die Runden kommen... naja, W. hatte echt Tränen in den Augen, als ich mich von ihm verabschiedete... und Herr K. hatte ihn auch mal gefragt gehabt, bei irgendeiner Gelegenheit, zu der ich natürlich nicht geladen war und wo u.a. die zwei sich trafen "Wie machst du das bloß? Ich hab gehört, dass sie noch nicht einmal gefehlt hat... verrat mir, was du mit ihr angestellt hast..." "Gar nichts hab ich mit ihr angestellt. Gar nichts! Ihr hättet nur mal ein bisschen netter zu ihr sein müssen, nicht du und noch einige andere Kollegen, aber da sind ja wohl auch welche dabei, mit denen würde ich auch nicht so gern zusammen arbeiten wollen und das ist das ganze Geheimnis. E., du hättest mir niemand Besseren schicken können... weißt du, was wir bereits erledigt haben? Das habe ich mit meiner früheren Kollegin nicht in einem Jahr gepackt. Sie ist die beste Kraft, die mir je an die Seite gestellt wurde..." und Herr K. nickte zufrieden nachdenklich mit dem Kopf... die Stelle, die ich bei W. ausfüllte, als Ersatz, war vom Gehalt her dreimal so hoch, wie das, was ich verdiente, aber das war mir völlig egal. Mit W. machte es echt Spaß und tot gearbeitet haben wir uns ja auch nicht...und die Kohle stimmte durchaus. Mit Orts- und Kinderzuschlag damals.. tja, da lohnte sich das Arbeiten gehen echt noch. Ortszuschlag wegen der Mauer. Kinderzuschlag... aus sozialen Gründen. Einfach aus sozialen Gründen. Es hat sich damals wirklich gut in Berlin leben lassen... es war einfach alles noch viel sozialer. Überall. Und das Arbeiten gehen hat sich wirklich noch gelohnt.

Hätte das Amt mich in der Blücher verlängert, oder mich übernommen, dann wär ich dort auch gerne noch länger geblieben. Natürlich nur bei W... nicht bei nem anderen Kollegen. Nee, nee, nur bei ihm. Der war einfach schwer in Ordnung... trank halt mal gerne einen... da war er in der Blücherstraße nicht der Einzigste. Aber ich erlebte ihn nie besoffen, grenzwertig oder in der Art. Er war verheiratet, ich war mit meinem Uwe zusammen, den er auch total nett fand... wir verstanden uns ganz einfach menschlich megasuper und dann gehste halt auch gern zu deinem Job. So einfach ist das. Ab und zu denk ich auch an ihn... er ist natürlich längst Rentner, falls er überhaupt noch am Leben ist... Klasse-Typ. Wenn sie mal alle so gewesen wären.... Früher, früher...sagt man ja immer, sei es besser gewesen, meistens jedenfalls... aber das ist wirklich schwarz auf weiß alles belegt. Ich hab bei mir ne Zeitung aus den Achtzigern, da ist doch tatsächlich – auf der Titelseite! - noch von "sozial ausgewogener Marktwirtschaft" die Rede. Sozial ausgewogen... redet kein Mensch heut mehr darüber. Sozial ausgewogen... ja, wo sind wir denn??? Mindestlohn, reicht nicht zum Leben, um alle Kosten decken zu können... geschweige denn auch nur irgendein Luxus... außer, dass du noch Strom hast, nen Fernseher, Anlage... kannste inzwischen schon froh sein, wenn du nicht in einem Ein-Zimmer-Knast vor dich hin schimmeln musst... aua, aua, aua, die Lebensverhältnisse haben sich gravierend geändert. Gravierend. Ja, nicht zum Besseren. Ist alles kühler geworden... untereinander... nicht in meinem "little Paradies", da leb ja auch ich, und ein paar nette Leute kenn ich zum Glück auch noch... aber die Menschen um mich herum, so allgemein, sehen ganz schön... verhärtet... ist alles heftig härter geworden... ja, auch der Job als Polizist... wie mir gestern durch Sandra Maischberger wieder in`s Bewusstsein zurück kehrte. Unsere Gesellschaft ist echt härter geworden. Verhärteter. Auch die Fronten zwischen den wenigen Gesellschaftsschichten, die wir noch haben. Da redet ja keiner mehr mit keinem. Außer auf ner geschäftlichen Basis... und grade die Unterschicht hier, offizielle Unterschicht... wie lebt es sich in diesem Land als Angehöriger der untersten Gesellschaftsschicht hier? Na, wie wohl? Kannst dir halt über deinen Fernseher reinziehen, wie das Leben auch noch aussehen könnte... wenn du dir nicht Gabi Müller als Mutter ausgesucht hättest. Ja, schön! Kannst dich glücklich schätzen, wenn jeder im Haushalt ein eigenes Zimmer hat... dann kannst du dich wirklich sehr glücklich schätzen. Zuhause herrscht auch nicht grad der Frohsinn vor... weil, der ständige Lebensfrust... zermürbt ja auch auf Dauer... die Perspektivlosigkeit.. ist alles nicht besonders aufbauend. Alles in allem, mal mehr, mal weniger... recht traurige Lebensverhältnisse.. Und wenn dann noch der Alk dazu kommt, zuhause... oh je... was Kinder, besonders die Kinder in dieser Schicht, heutzutage alles erdulden und erleiden müssen... die Unzufriedenheit ihrer Eltern, den Frust, Verbitterung, Härte... bleibt nicht mehr viel Platz für die Liebe, nicht wahr? Und die Außenwelt ist auch nicht besonders freundlich zu ihnen, zumindest sind sie sehr eingeschränkt, in ihren Freizeitmöglichkeiten.. ja klar, gibt`s auch hier Parks... können sie Fußball-Basketball... spielen... am Kanal rumhängen, was rauchen, klar können sie das, man kann sich natürlich auch gegenseitig besuchen, vielmehr der Treff findet da statt, wo es halt am chilligsten ist. Die Alten nicht so nerven... weil sie entweder nicht da sind, oder es sie nicht interessiert, oder es interessiert sie zwar sogar, aber sie respektieren halt, dass die Jugendlichen nun mal auch Bedürfnisse haben und dazu gehört auch, dass sie sich treffen wollen... ist von großem Vorteil, wenn so ne nette Mam vorhanden ist... ja, und die auch gastfreundlich ist... ist ja auch wichtig. Heutzutage glauben ja die Leute, dass sie gastfreundlich sind, bloß ´, weil sie jemand in die Wohnung lassen... ich sag doch, dass so vieles verdreht ist... dass es endlich wieder richtig gebogen werden müsste. Zur Gastfreundschaft gehört auf jeden Fall, meinem Gast was zu essen und zu trinken anzubieten... wo hab ich das eigentlich gelernt? Ernsthaft, ich überlege grade... natürlich traf ich auch gastfreundliche Menschen in meinem Leben... natürlich! Und weil`s mir gefiel, was angeboten zu bekommen, hab ich das vermutlich übernommen. Erika war zum Beispiel sehr gastfreundlich. Hab ja immerhin fast ein Jahr bei ihr gelebt. Die Zeit bei ihr hat mich sehr geprägt... weil ich sie ganz einfach wahnsinnig gern hatte. Und deswegen lauschte ich durchaus ihren Worten. Sie war aber auch eine kluge Frau. Und... unabhängig. Und ne Riesenwohnung hatte sie. Hundertfünfzig Quadratmeter. Alleine. Nee, ihr Freund war schon da. Ich glaub, sie war sogar ganz froh, als ich bei ihr einzog... obwohl ihr Freund auch schon bei ihr wohnte. Ein Physiker... hat echt was im Kopf gehabt... Klar, logisch... Erika hätte doch niemals einen hohlen Typen... ist ja völlig abwegig... aber ein bisschen eifersüchtig war er schon auf mich. Hat Erika mir erzählt. Aber hat nie auch nur ein einziges Wörtchen gegen mich gesagt... hat sie mir auch erzählt.. weil er genau wusste, dass er dann richtig Ärger mit ihr bekommen hätte... Erika... das war eine Vertreterin meiner Lieblingsmenschen. Das sind die mit Herz und Hirn... und sie hatte, hat beides. Ihr Freund hatte auch beides, aber bei ihm überwog nun mal immer der Kopf.... was mich betraf... und bei ihr überwog aber nun mal grundsätzlich das Herz, was mich betraf... das hat sie mir später erzählt, als wir uns in Berlin wirklich zufällig auf der Straße wieder trafen, also später hat sie mir das dann erzählt, jedenfalls, dass sie schon im Mädchenheim... ich war jedenfalls schon immer ihr heimlicher Liebling. Nicht, weil ich so aufmerksam im Unterricht war, hatte damit nicht das Geringste zu tun... sondern... wie hat sie sich ausgedrückt? "Ich fand das ja immer faszinierend, wie du unter der Bank deine Schmöker gelesen hast... und wenn ich dich dann aber ansprach, hast du kurz zur Tafel gesehen, aha, darum gehts... und dir ist sofort immer was eingefallen... richtig war`s auch fast immer" und deswegen bin ihr sowieso schon mal aufgefallen... das hatte sie regelrecht beeindruckt, hat sie mir ja später alles erzählt... und auch sonst sei ihr an mir aufgefallen, dass ich ein bisschen anders war, auf ne angenehme Art, anders..." und die Freude fiel ja auch riesengroß aus, als wir uns zufälligerweise in Berlin uns wieder begegneten. Und dann wohnte sie, zufälligerweise!, nur ein paar Hausnummern weiter.. ja,ja, Daddy hat schon immer gut auf mich aufgepasst. Die erste Pflegemam wollte mich doch wieder in`s Heim zurück schicken... die war ein bisschen überfordert mit mir. Drei Monate nach unserer Begegnung zog ich bei ihr ein. Das war echt Jackpot für mich. Endlich hatte ich genug Platz für all meine vielen James-Dean-Poster.... endlich! Möbliert hat sie`s mir auch, vorher... supergemütliche Einrichtung... ja, ja, bei Erika ließ es sich echt leben! Fand Biggi ja auch. Und Denise, die fand das auch. Nehm die bei uns auf, weil sie Stress zu Hause hatte, mal wieder, und die nutzt die Gelegenheit, um sich übelst bei Erika und ihrem Freund einzuschleimen. Der ließ sich ja komplett von diesem überaus netten Mädchen umgarnen... klar, die war ne Wohltat gegen mich... aber die war falsch! Und das sahen sie nicht.... ich sah es in ihren Augen... da wohnte sie vier Wochen bei uns... Erika hatte den Arm um sie gelegt und sie sah mich mit einem Triumph im Blick an... da wusste ich Bescheid! Als erstes hab ich sie gleich mal angezischt, dass sie fünf Minuten Zeit hat, ihr Zeug aus meinem Zimmer zu entfernen und ansonsten soll sie mir ja aus dem Weg gehen... die Wohnung war ja groß genug. Erika fragte völlig verständnislos "Was ist denn mit dir los Angelika? Denise hat dir doch überhaupt nichts getan..." und ich hab sie nur böse angesehen, weil sie nichts kapierte. Das hätte sie von alleine checken müssen, fand ich, und dass sie es nicht tat, enttäuschte mich maßlos. Und anstatt, dass die mir aus dem Weg geht, erdreistet sie sich, nem Gast was zu trinken anzubieten... und natürlich Erika und ihrem Freund und mir? Nada... so schnell konnt die gar nicht kucken, wie ich über den Tisch gesprungen war... damals war ich noch sportlich...und hab die wütend gegen den Küchenschrank geschubst und da riss mich Erika auch schon weg und schreit mich an "bist du verrückt geworden? Was ist denn bloß in dich gefahren..." und da bin ich in mein Zimmer getobt und hab meine Tasche gepackt. Die konnten mich mal! Sollte sie doch in Zukunft mit ihrer geliebten Denise zusammen wohnen...und F., ihr Freund, war ja eh froh, wenn ich weg war... oh, und mein kleiner Micro, mein Katerchen hängte sich miauzend an meine Tasche. Der wollte natürlich nicht, dass ich wegging und ich sagte ihm, dass ich ihn nachholen würde, sobald ich ne eigene Wohnung haben würde. Naja, das dauerte ja...einen Monat ungefähr, bis es dazu kam, dass dieser Revoluzzer-Frank mir seine Bude gab... aber das konnte ich Micro wirklich nicht zumuten. Der war ne Riesenwohnung gewohnt und das war ein zwanzig Quadratmeter großes Loch. Konnte ich ihm echt nicht zumuten. Und Erika und F. waren glücklich über meine Entscheidung, weil sie den Kleinen natürlich auch mochten. Liebten, mochten... aber Micro hat mich zehn Jahre später, als wir uns wiedersahen, gleich wieder erkannt. Weil er sich von mir auch auf dem Bauch streicheln ließ, legte sich selber auf den Rücken und das machte er sonst nur bei F. Nicht einmal Erika durfte ihn da streicheln. Nur F. .... und ich. Er hatte mich nicht vergessen!

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