
Von Kindern und Katzen
Mit Katzen ist es in früherer Zeit in unserem Hause sehr begängig gewesen, beginnt Storm: Noch vor seiner Hochzeit brachte ihm ein alter Hofbesitzer ein kleines kaninchengraues Kätzchen ins Haus, nahm es sorgsam aus seinem zusammengeknüpften Schnupftuch, setzte es auf den Tisch und sagte, da bringe ich was zur Aussteuer. Diese Katze mit weißem Kragen und vier weißen Pfötchen hieß die Manschettenmieße, und während ihrer Kindheit saß sie oft, wenn er arbeitete, vorn in seinem Schlafrock, sodass nur der kleine hübsche Kopf hervorguckte, und folgte höchst aufmerksam seiner schreibenden Feder, die sie manchmal mit dem Pfötchen anhielt, als wolle sie seinen zu großen Eifer zügeln, wodurch mancher Gedankenstrich in seine später gedruckten Schriften gekommen sei. Als die Manschettenmieße selbst groß und Mutter mancher allerliebster Kätzchen wurde, verlangte sie, gleich den feinen Damen, stets eine Amme für ihre Kinder, und da die Nachbarskatzen sich nur selten dazu verstehen wollten, gingen fast alle ihre kleinen Ebenbilder zugrunde, bis auf einen kleinen weißen Kater, der wegen seines grimmigen Aussehens der weiße Bär genannt wurde.






