Weil dein Herz zu mir spricht

Aileana Blair · Kapitel 7 von 15

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Weil dein Herz zu mir spricht

Kapitel 7

 

Eric saß auf der Bettkante und hielt sich seinen schmerzenden Schädel. Ihm ging es miserabel, gestern hatte er es wohl wirklich übertrieben und die Quittung dafür war ein Riesenkater. Er stöhnte auf, wie sollte er nur diesen Tag überstehen? Jede Bewegung sandte einen stechenden Schmerz in seinen Kopf und die Übelkeit war auch nicht zu ignorieren. Stöhnend ließ er sich zurückfallen und blieb einfach liegen, schloss die Augen und entschloss sich dazu, den Tag zu verschlafen, nur dann würde er den Schmerz und die Übelkeit nicht mehr spüren.

Leise klopfte es und die Tür wurde geöffnet. »Geh weg«, murmelte er und jeder Ton, den er hervorbrachte, dröhnte in seinem Kopf. »Bin unpässlich.«

Doch der Besucher ging nicht, sondern betrat einfach das Zimmer. »Dann bleiben Sie eben liegen Lord Brown. Ich werde das Fenster öffnen, damit Sie frische Luft haben«, hörte er Jelanis Stimme. »Und ich werde Barnes sagen, dass er Ihnen heute Nachmittag eine Kleinigkeit bringen kann. Dem Rest Ihrer aufgebrachten Familie werde ich mitteilen, dass sie mit Ihnen heute nicht rechnen kann.«

Eric stöhnte, öffnete ein Auge und sah Jelani direkt neben seinem Bett stehen, mit einem schadenfrohen Grinsen im Gesicht. »Ich danke dir«, brachte er leise hervor »Sind sie sehr erbost über mein Verhalten?«

»O mein Guter, darauf kannst du Gift nehmen«, entgegnete Jelani. »Und nachdem, was ich erfahren habe, auch aus gutem Grund.«

Eric hielt sich wieder den Kopf und stöhnte vor Schmerz. Jelani ging zum Fenster, öffnete es und ließ die frische Morgenluft hinein, die schweren Übergardinen zog er nur halb beiseite, um nicht zu viel Licht ins Zimmer zu lassen. »Ich werde heute Abend noch einmal nach dir sehen«, meinte er dann leise, während er zu Eric ging und ihm sanft über die Stirn strich.

»Danke«, murmelte Eric erschöpft und fiel sofort wieder in Schlaf.

Am nächsten Tag ging es ihm wieder besser und Eric schwor sich, die nächste Zeit die Finger vom Alkohol zu lassen. Frisch gepresster Orangensaft, ein starker Kaffee und die belegten Brote, die ihm sein Butler brachte, hatten ihm gut getan, ebenso, wie der Schlaf.

Nachdem sich der morgendliche Nebel endlich verzogen hatte, war es ein strahlender Frühlingstag, den Eric zu genießen gedachte. Er würde die Arbeit sausen lassen und sich um Vincent kümmern, vielleicht sogar am Nachmittag einen Ausflug mit ihm unternehmen, schließlich hatte er seinen Vater gestern nicht einmal zu Gesicht bekommen. Doch zuerst waren die unangenehmen Dinge zu erledigen: Das Gespräch mit seinem Bruder und eine Entschuldigung für sein Benehmen bei Judy Lancaster.

Barnes half Eric bei der Morgentoilette, beim rasieren und Anziehen. Dabei erzählte er ihm vom gestrigen Tag, wie es Vincent ergangen war und dass Devil's Fire erneut ein Rennen gewonnen hatte. »Sollten Sie darüber nachdenken, das Pferd zu verkaufen, dann könnten Sie jetzt einen hohen Preis für ihn erzielen. Devil ist ein wahres Erfolgspferd«, meinte er zu ihm.

»Ich weiß, Barnes. Es trudeln jeden Tag Angebote für ihn ein und langsam denke ich wirklich darüber nach.« Der Butler band ihm sein Halstuch und steckte es mit einer Nadel fest. Zufrieden lächelte er, als er zurücktrat und Eric begutachtete. »Tadellos, My Lord.«

»Der Ruf meines Rennpferdegestüts könnte dadurch noch gesteigert werden. Meine Pferde würden auf Auktionen regelrechte Höchstpreise erzielen. Schade nur, dass Black Thunder diese Saison ausgefallen ist, mit ihm am Start hätten die Gewinne verdreifacht werden können.« Eric zog seine Weste glatt, musterte sich kurz im Spiegel und nickte dann. »Danke Barnes. Ach, und schicken Sie doch bitte Lord Jasper in mein Arbeitszimmer.«

»Sehr wohl, My Lord.« Barnes verbeugte sich kurz und ging.

Eric seufzte, wappnete sich innerlich und ging dann in das angrenzende Büro.

Es wurde ein sehr langes Gespräch und verlief nicht ganz einfach. Sein Bruder war wütend auf ihn, weil er Anthony vor der versammelten High Society verprügelt hatte und auch wegen dem, was er über Eric selbst erfahren hatte. Zumindest hatte Jasper den Anstand, darüber den Mund zu halten, vor allem bei seinen Eltern. Jedoch bestand er darauf, dass Eric sich so schnell wie möglich eine Frau nahm, dann würde er vergessen, was er beim Pavillion der Arlingtons mitangehört hatte. Eric versprach es ihm, jedoch nur, wenn er ihm dazu genügend Zeit ließe, er würde sich nicht Hals über Kopf in eine neue Ehe stürzen.

Nachdem sie die Fronten geklärt und sich geeinigt hatten, fanden sie zu alter Vertrautheit zurück und Jasper zog ihn mit seinem Fehlverhalten ständig auf, machte Witze und frotzelte darüber. »Aber eins bewundere ich an dir, Bruderherz«, gab er noch zu, bevor er Erics Büro verließ. »Deine Rechte hat die Schlagkraft von Thors Hammer, man sollte sich wirklich nicht mit dir anlegen.«

Nach diesem Gespräch ging Eric ins Studierzimmer, wo er Judy, Vincent und Jelani antraf. Der gab seinem Sohn gerade Violinenunterricht, zeigte ihm die Griffe und wie er den Bogen zu halten hatte, damit ein anständiger Ton erzeugt wurde. Als Judy ihn ins Zimmer kommen sah, wurde ihr Blick hart, aber sie stand auf und machte einen höflichen Knicks. »My Lord.«

»Paps«, rief Vincent freudig und rannte zu ihm.

Eric nahm ihn auf den Arm, gab ihm einen kleinen Kuss und begrüßte ihn lachend. »Hallo mein Großer. Na, wird es langsam was mit dem Geigenspiel?«

Vincent nickte. »Mr. Bennett ist ein guter Lehrer und erklärt mir immer alles ganz genau.«

»Das ist schön«, entgegnete Eric und blickte mit einem Lächeln zu Jelani, dann ließ er Vincent wieder runter. »Dann auf, weiter geht’s mit der Lektion. Ich werde derweil mit Miss Lancaster sprechen. Sie wird bald wieder zurück sein.« Er wandte sich ihr zu und bot ihr den Arm. »Würden Sie mich in den Garten begleiten?«

Judy neigte zustimmend den Kopf, hakte sich unter und sie gingen los.

Langsam schlenderten sie ein paar Minuten später über den Rasen und genossen die warmen Sonnenstrahlen. »Judy … ähm … Miss Lancaster, ich entschuldige mich hiermit in aller Form bei Ihnen, für mein unmögliches Benehmen am Samstag. Ich weiß nicht wie … und warum … Ich habe einfach die Kontrolle verloren.«

»Glauben Sie mir, My Lord«, antwortete Judy knapp. »Das war das erste und das letzte Mal, dass ich Sie auf einen Ball begleitet habe. Diese Blamage vor den Augen der gesamten Gesellschaft ist nicht wieder gutzumachen. Würde ich mich mit Ihnen öffentlich zeigen, würde man mich – ebenso wie Sie – nur mit Geringschätzung behandeln.«

»Da haben Sie recht, Judy.« Er sah sie lächelnd an. »Ich darf Sie doch Judy nennen?«

Sie nickte zustimmend und lächelte ihn verschmitzt an. »Sehr gerne, My Lord.« Dann räusperte sie sich und ihre Wangen röteten sich, als sie fortfuhr. »Ich muss zugeben, dass mir Ihre Eifersucht schon ein wenig imponiert hat, aber den armen Kerl gleich so zu vermöbeln …«

Aha, sie nahm also an, er wäre eifersüchtig gewesen. Eric schmunzelte und antwortete lapidar: »Sie haben Recht, ich habe meine guten Manieren vergessen. Ich war aus gutem Grund innerlich aufgewühlt und dieser … Kerl … hatte die Abreibung verdient. Bitte verzeihen Sie mir. Um meinen Ruf wieder einigermaßen herzustellen, werde ich wohl demnächst ein gesellschaftliches Großereignis auf Stilton House veranstalten müssen. Ich hoffe, dass liegt auch in Ihrem Interesse?«

Judy blieb freudig überrascht stehen und strahlte Eric an. »O My Lord, Sie werden einen Ball ausrichten? Das ist ja großartig!« Sie klatschte fröhlich in die Hände und war über diese Neuigkeit mehr als begeistert. »Und schon ist Ihnen verziehen.« Schnell senkte sie schüchtern den Blick.

Eric hob ihr Kinn mit einem Finger an. »Nun, es freut mich sehr, Ihnen mit dieser Ankündigung eine Freude machen zu können, und natürlich bin ich auch sehr froh darüber, dass Sie mir verzeihen.« Daraufhin nahm er Judys Hand und hauchte einen Kuss darauf.

Jedoch fragte er sich, was da nur in ihn gefahren war, einen Ball hier auf Stilton House auszurichten. Wie konnte ihm nur so eine idiotische Idee in den Sinn kommen, aber nun war das Kind schon einmal in den Brunnen gefallen und bei näherer Betrachtung war es wirklich das Beste. Wollte er seinen Ruf wenigstens einigermaßen wiederherstellen, blieb ihm gar nichts anderes übrig.

Am Abend ging Eric zur Koppel, wo Jelani am Zaun stand und die Pferde beobachtete. Er lehnte sich neben ihn an das Gatter und sah Black zu, der unruhig hin und her lief. »Black hat zu wenig Bewegung, er muss wieder anständig geritten werden.«

Jelani nickte. »Das stimmt. Seine Verletzung ist zum Glück vollständig ausgeheilt, also kann er wieder mit dem Training beginnen.« Dann blickte er zu Eric und grinste frech. »Sie sind also wieder nüchtern, Lord Brown?«

Eric lächelte amüsiert. »Kein Wort mehr darüber, ich schäme mich immer noch deswegen.«

»Du hast ein oder zwei Dinge gesagt, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen.« Jelani sah wieder zu den Pferden und er wurde ernst. »Dinge, die mich sehr berührt haben. Schade, dass du betrunken warst, wahrscheinlich erinnerst du dich nicht einmal mehr daran.«

Eric betrachtete Jelanis Profil, wunderte sich wieder einmal darüber, wie markant und männlich er wirkte, obwohl er noch so jung war. »Auch wenn ich völlig besoffen war, wie ihr Amerikaner das wohl nennt, erinnere ich mich doch an jedes Wort, das ich gesagt habe.«

Jelani lachte leise. »Ah, du erinnerst dich also wirklich.« Dabei blickte er ihn an und in seinen Augen lagen ein Glanz und ein Ausdruck, den Eric nicht deuten konnte. Vielleicht war es Verlangen, oder aber es war Verzweiflung, auf jeden Fall wirkte er dabei sehr verletzlich.

»Ja, ich erinnere mich«, wisperte Eric, obwohl niemand anderes da war, der ihn hören konnte. »Und glaub mir, alles was ich gesagt habe, entspricht der Wahrheit.«

Jelanis Adamsapfel hüpfte auf und ab, als er schwer schluckte. Er wich Erics Blick aus und sah wieder zu den Pferden. »Miss Lancaster ist ja sehr entzückt von dir«, meinte er dann mit fester Stimme. »Als sie vorhin von ihrem gemeinsamen Ausflug mit Vincent zurückkam, strahlte sie bis über beide Ohren und schwärmte in den höchsten Tönen von dir.«

Eric stupste ihn mit dem Ellenbogen. »Eifersüchtig?«

»Pah«, schnaubte Jelani. »Warum sollte ich eifersüchtig sein? Du bist der Lord, du kannst tun und lassen, was du willst.« Doch der Blick, mit dem er ihn dann bedachte, strafte seine Worte Lügen.

»Jelani, ich …«

»Nein«, unterbrach er Eric einfach. »Ich verstehe schon.«

Eric sah ihn flehentlich an.

»Keine Sorge Eric, alles ist in bester Ordnung.« Er rang sich ein Lächeln ab und fuhr fort: »Du tust nur, was du tun musst.«

Plötzlich blitzte Eric ihn ärgerlich an und stieß genervt die Luft aus. Ohne ein Wort drehte er sich um und wollte gehen, doch dann wandte er sich noch einmal an Jelani. »Ach übrigens Mr. Bennett, sehen Sie zu, dass Sie morgen Vormittag abkömmlich sind. Sie schulden mir einen Ausritt. Sie werden Black Thunder reiten.«

Jelani protestierte laut. »Aber, ich schulde Ihnen gar nichts, Lord Brown, Black ist doch noch nicht einmal bei einem Rennen gestartet.«

»Das ist keine höfliche Bitte, das ist eine Anordnung, die Sie gefälligst befolgen.« Damit entfernte sich Eric ohne ein weiteres Wort.

Jelani sah ihm nach, wie er wütend davon stapfte. Ein kleines Lächeln kräuselte sich langsam auf seinen Lippen und er freute sich schon auf den morgigen Tag.

Es ging über Wiesen und Felder, auf denen Jelani Black immer wieder galoppieren ließ. Das zu sehen, war die reinste Freude. Jelani saß sicher im Sattel und ließ das Pferd einfach laufen, trotzdem hatte er ihn immer unter Kontrolle. Er ritt einen Stil, den Eric nicht kannte. Jelani trug nur ein Hemd, eine Lederhose und Reitstiefel, und auf dem Kopf einen Cowboyhut, der bis in seinen Nacken hing. Schade, dass er zu groß war um Jockey zu sein, dachte Eric bei sich, denn er konnte reiten, wie der Teufel.

Irgendwann ritten sie gemächlich durch ein Waldstück und suchten einen geeigneten Platz, um Rast zu machen. Sie hatten Proviant mitgenommen und auch eine Jagdflinte, falls ihnen geeignete Beute über den Weg laufen sollte. Als sie einen kleinen Bach entdeckten, der am Rande einer Lichtung dahinplätscherte, stiegen sie ab, ließen die Pferde trinken und suchten sich eine Stelle, wo sie eine Weile ausruhen und eine Erfrischung zu sich nehmen konnten.

Eric legte eine Decke über den moosigen Boden, Jelani brachte die Tasche mit dem Proviant, danach sattelte er die Pferde ab, rieb sie kurz trocken und ließ sie dann einfach grasen. Daraufhin ließ er sich auf die Decke fallen und griff lachend nach einem Stück gebratenem Hühnchen aus der Provianttasche. Während er aß, sah er sich um und hob erstaunt die Augenbrauen. »Das ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde. Ruhig und friedlich, man hört nur die Vöglein zwitschern, der Wind weht leise um uns herum und die Sonne schickt ihre warmen Strahlen durch das Blätterdach.«

Eric schmunzelte. »Sehr poetisch gesagt.« Dabei sah er sich ebenfalls um und trank einen Schluck Wasser aus einer mitgebrachten Feldflasche. »Ja, es ist wirklich ein schöner Ort.« Er holte das Brot aus der Tasche und brach ein Stück ab, welches er Jelani reichte, dann nahm er sich selbst ein Stück, ließ sich zurückfallen und lehnte sich auf den Ellenbogen, während er aß.

Jelani sah versonnen zu den Pferden. »Meine Heimat ist auch wunderschön. In Georgia gibt es uralte knorrige Bäume, an denen das spanische Moos fast bis zur Erde wächst, bunte und prachtvolle Blumen, wie sie in diesem Klima hier niemals wachsen würden, das Land ist groß und weit und es ist immer warm.« Er seufzte sehnsüchtig, bei der Erinnerung daran.

»Es muss wirklich schön dort sein, so wie du es schilderst«, erwiderte Eric leise.

»Ja, da kann man kaum glauben, dass dort grausame Dinge geschehen und das jetzt ein Krieg wütet.« Er warf die abgenagten Knochen des Hühnchens einfach hinter sich ins Gras und wischte sich die Hände und den Mund an einer Serviette ab.

Verstohlen blickte Eric ihn an. »Bist du deswegen von dort fort, wegen des Bürgerkriegs?« Zögerlich stellte er diese Frage und konnte seine Neugier einfach nicht zügeln.

Jelani sah ihn an und in seinen Augen schimmerte es feucht. »Ich habe Heimweh«, wisperte er, senkte dann den Blick und schluckte die Tränen hinunter.

Eric rutschte näher zu ihm und berührte seine Wange mit den Fingern.

Jelani sah ihn an und in seinen Augen loderte plötzlich ein verführerisches Feuer, seine rosigen Lippen waren halb geöffnet und er schmiegte seine Wange in Erics Hand. »Küss mich«, flüsterte er.

Behutsam legte Eric seinen Mund auf Jelanis Lippen und sie küssten sich zärtlich. Jelani schob die Hand in seinen Nacken und zog ihn näher zu sich, küsste alle Fragen und Gedanken fort. Während des Kusses öffnete er Erics Reitjackett und zog es ihm aus, dann machte er sich am Hemd zu schaffen, doch Eric hielt ihn auf. »Nur, wenn du es wirklich willst«, raunte er und sah ihm forschend in die Augen.

»Deswegen sind wir doch hier, nicht wahr?«, fragte Jelani leise und knöpfte sein Hemd auf. »Um endlich ungestört zu sein. Nur du und ich, alleine.«

»Nun … ja …«, stammelte Eric und als Jelani die Hand unter das Hemd schob und seine Haut sanft streichelte, keuchte er leise. Diese Berührung jagte ihm einen wohligen Schauer durch den Körper und er wollte mehr.

»Ich jedenfalls bin froh, dass wir endlich ungestört sind.« Jelani küsste ihn wieder und Erics halbherziger Widerstand schmolz dahin.

»Ich doch auch«, flüsterte er, nahm Jelani den Hut vom Kopf und zog ihm das Hemd aus. Bald lagen sie mit nacktem Oberkörper nebeneinander. Jelanis braune Haut schimmerte im Sonnenlicht, welches durch das Blätterdach über ihnen drang. Eric bewunderte die gut ausgeprägten Muskeln und war wieder einmal erstaunt, wie männlich er für sein Alter schon wirkte. Als er die Narben auf seinem Rücken bemerkte, strich er sanft mit den Fingern darüber. »Was …?«

Jelani legte ihm einen Finger an den Mund, um ihn zum Schweigen zu bringen, zog ihn dann zu sich und verschloss seine Lippen mit einem sanften Kuss.

Eric gab sich ihm voll und ganz hin, ohne weiter nachzudenken. Er war überwältigt von seiner Zärtlichkeit, dass er bald schon alles um sich herum vergaß. Es zählte nur noch Jelani, mit dem er endlich zusammen sein würde, so wie er es sich schon lange erträumt hatte.

Eric küsste ihn überall, auf den Mund, den Hals, die Brust, selbst die langen Narben auf seinem Rücken küsste er und Jelani ließ es zu. Seine Hände berührten die warme dunkle Haut, erkundeten jeden Zentimeter davon. Er öffnete Jelanis Hose und zog sie über seine Hüften, sein geschwollenes Glied wippte auf den Unterleib und Eric bewunderte es einen Moment lang. Wunderschön war es, dunkler wie der Rest von Jelanis Haut, groß, gerade und perfekt geformt. Eric konnte kaum erwarten, ihn endlich in sich zu spüren. Er sah kurz auf, Jelanis Atem ging schnell, sein Blick haftete auf ihm, die Augen auf Halbmast und den Mund leicht geöffnet. Er beobachtete, wie er sich eiligst Hosen und Stiefel auszog. Schnell entledigte er sich seiner eigenen Kleidung und kniete kurz darauf nackt zwischen seinen Beinen.

Sein eigenes Glied stand hart und bereit hervor und zuckte erfreut, vor soviel Freiheit an der frischen Luft. Doch das musste warten. Eric beugte sich nach vorn, nahm Jelanis hartes Geschlecht in die Hand und massierte langsam den Schaft. Sein Daumen fuhr über die empfindliche Spitze und Jelani zog zischend die Luft ein. Eric hielt inne und blickte auf. Jelanis Gesicht war vor Lust verzerrt und in seinen dunklen Augen glühte das schiere Verlangen. Was für einen erregenden Anblick er bot, wie er da so vor ihm lag, seiner Begierde völlig ausgeliefert. Eric wollte auf der Stelle kommen, doch er widmete sich wieder diesem perfekten Schwanz in seiner Hand, den er mehr als alles andere im Mund haben wollte.

Jelani bewegte sein Becken vor und zurück und ein leises Stöhnen kam aus seinem Mund. »O Eric«, raunte er atemlos.

Der lächelte und senkte den Kopf über ihn, leckte mit der Zunge über die Eichel und ließ ihn in seinen Mund gleiten. Die Lippen fest an Jelanis Fleisch bewegte er sich auf und ab, leckte und saugte und nahm ihn so tief auf, wie es nur ging. Er unterdrückte den Würgereiz, spürte die stumpfe Spitze am Eingang seiner Kehle, hörte Jelanis lustvolles Wimmern und es gab nichts Schöneres für ihn. Als nächstes spürte er Jelanis Finger in seinem Haar, wie er sie um seinen Kopf legte und ihm mit sanftem Druck zu verstehen gab, das er es nicht wagen sollte aufzuhören. Eric umfasste seine Oberschenkel, spreizte sie noch ein wenig mehr. Jelanis Becken schoss vor, stieß ihm seine pulsierende Erektion tief in den Mund, begleitet von animalischem Keuchen und Stöhnen. Eric spürte, dass er bald soweit war und machte sich bereit. Als Jelani mit einem langgezogenen Seufzen kam, strömte sein heißer Samen über Erics Zunge und Gaumen und er schluckte alles mit dem größten Vergnügen.

Zuckend lag Jelani unter ihm, während er die letzten Tropfen aus ihm heraussaugte und seine Schenkel sanft streichelte. Dabei kam er selbst zum Höhepunkt. Ohne eigenes Zutun, allein nur durch Jelanis Lust. Seine Hoden zogen sich zusammen, es explodierte in ihm und schon schoss sein Samen hervor. Strahl um Strahl benetzte er Jelanis Schenkel, die Decke, das Gras. Hilflos stöhnte er auf.

Da legte Jelani die Hände um sein Gesicht, zog ihn zu sich und küsste ihn sanft. »Verdammt Eric«, murmelte er in den Kuss hinein. »Du verstehst nicht nur etwas von der Pferdezucht.«

Eric lachte leise. »Dann nehme ich an, es hat dir gefallen?«

»Gefallen?«, fragte er ungläubig und zog eine Augenbraue nach oben. »Ich will mehr von dir«, wisperte er dann und sein Blick bekam wieder diesen wilden, verruchten Ausdruck und seine Hand streichelte über seine Brust und seinen Bauch. »Viel mehr will ich von dir, Lord Brown.« Seine Stimme bekam einen verführerischen Tonfall und seine Hand wanderte weiter nach unten, bis zum Schritt, wo er Erics Schwanz und Eier sanft streichelte.

Eric spürte, wie die Erregung erneut in ihm aufwallte. »Dann sollst du mehr bekommen. Alles was du willst, mein Darling … was du nur willst …« Daraufhin presste er seine Lippen auf Jelanis Mund und küsste ihn gierig. Nach einer Weile vergaßen sie, wo sie waren und dass sie eigentlich zum Dinner zurück in Stilton House sein sollten. Alles rückte in weite Ferne und es zählten nur noch sie beide, sonst nichts.

Sie liebten sich so oft, bis ihre Begierde endlich gestillt war und sie erschöpft nebeneinander lagen. Eric konnte kaum glauben, dass er solche Gefühle für jemanden empfand. Noch nie zuvor hatte er jemanden so sehr begehrt, wie Jelani Bennett und er hatte nicht vor, ihn jemals wieder loszulassen.

Leider mussten sie irgendwann doch wieder zurück zum Anwesen, also säuberten sie sich an dem kleinen Bach, zogen sich an, packten die Sachen zusammen, sattelten die Pferde und machten sich auf den Rückweg. Kurz bevor sie das Waldende erreicht hatten, hielt Eric an und zog Black Thunder an den Zügeln zu sich, so dass Jelani in Reichweite war. »Du weißt, was ich für dich fühle, nicht wahr?«

Jelani grinste nur und erwiderte: »Es steht dir ins Gesicht geschrieben.«

»Wenn wir wieder zurück in Stilton House sind, wird es so sein wie immer, damit niemand Verdacht schöpft.«

»Keine Sorge Eric, ich weiß Bescheid. Wir werden nur heimlich zusammen sein können.« Dabei huschte ein kleiner Schatten über sein Gesicht, doch ein Lächeln erhellte es sogleich wieder.

»Ich werde Miss Lancaster weiterhin den Hof machen, ich muss den Schein wahren.« Besorgt sah er Jelani an.

Daraufhin zog Jelani eine Augenbraue in die Höhe und lächelte verschmitzt. »Ich weiß, Lord Brown. Aber solange dein Herz allein mir gehört, kann ich das ertragen.«

»Dessen kannst du dir Gewiss sein, mein Darling«, entgegnete Eric schmunzelnd, zog Jelanis Kopf zu sich und küsste ihn noch einmal ausgiebig, bevor sie dann aus dem Wald hinaus ritten und sich auf den Rückweg machten.

Als sie über das Feld davon galoppierten, trat Anthony Forrester aus dem Wald heraus, hielt sein Pferd am Zügel und sah den beiden nach. Seine grünen Augen blitzen vor Wut. »Sieh mal einer an, mein lieber Eric. Nicht die Gouvernante hat dein Herz erobert, sondern der hübsche, junge Stallbursche. Wer hätte das gedacht?«