
Wilhelm Meisters Wanderjahre: Band 1
Im Schatten eines mächtigen Felsens saß Wilhelm an grauser, bedeutender Stelle, wo sich der steile Gebirgsweg um eine Ecke herum schnell nach der Tiefe wendete, beginnt der erste Band von Goethes später Roman-Fortsetzung: Sein Sohn Felix, der umhergeklettert war, kommt mit einem Stein in der Hand zu ihm und fragt, wie man diesen Stein nenne, und als Wilhelm erklärt, es sei Katzengold, weil es falsch sei wie die Katzen, will der Knabe sich das merken und steckt den Stein in die lederne Reisetasche. Kaum ist das Gespräch beendet, zeigt sich den schroffen Weg herab eine sonderbare Erscheinung: zwei Knaben, schön wie der Tag, in farbigen Jäckchen, die man eher für aufgebundene Hemdchen gehalten hätte, springen einer nach dem andern herunter. So beginnt, unter dem Untertitel Buch 1 oder die Entsagenden, jener Roman, in dem Wilhelm mit seinem Sohn durch die Welt zieht und Menschen begegnet, die ihn lehren, dem eigenen Glück zu entsagen.






