
An Lottchen
Mitten im Getümmel mancher Freuden, mancher Sorgen, mancher Herzensnot, denk ich dein, o Lottchen, beginnt Goethes Gedicht, denken dein die beiden, wie beim stillen Abendrot du die Hand uns freundlich reichtest, da du uns auf reich bebauter Flur, in dem Schoße herrlicher Natur, manche leicht verhüllte Spur einer lieben Seele zeigtest. Wohl ist mirs, dass ich dich nicht verkannt, dass ich gleich dich in der ersten Stunde, ganz den Herzensausdruck in dem Munde, dich ein wahres, gutes Kind genannt, schreibt er weiter und fragt, Lottchen, wer kennt unsre Sinnen, Lottchen, wer kennt unser Herz, denn es möchte gern gekannt sein, überfließen in das Mitempfinden einer Kreatur. So fand ich dich und ging dir frei entgegen, schließt das Gedicht, o sie ist wert, zu sein geliebt, rief ich, erflehte dir des Himmels reinsten Segen, den er dir nun in deiner Freundin gibt.






