
Belagerung von Mainz
Montag, den 26. Mai 1793, reitet Goethe von Frankfurt über Höchst und Flörsheim, wo viel Belagerungsgeschütz steht, dann über die Schiffbrücke bei Rüsselsheim, durch das arg zerschossene Ginsheim und weiter auf Bodenheim und Oberulm, wo er sich einquartiert und mit Hauptmann Vent zum rechten Flügel reitet, um sich die Lage von Mainz, Kastel, Kostheim und Hochheim anzusehen; die Franzosen haben sich auf einer der Rheininseln eingegraben. Dienstag eilt er ins Lager bei Marienborn, um seinem Fürsten aufzuwarten und dem Prinzen Maximilian von Zweibrücken die Ehre zu erweisen, tauscht sein Kantonierungsquartier gegen ein Zelt in der Regimentsfront und erkundet die Mitte des Blockadehalbkreises samt der neuen französischen Schanze bei Zahlbach. Abends bei General Graf Kalckreuth wird über ein Gerücht gesprochen, ein deutscher General sei zu den Franzosen übergegangen, worüber sogar das Feldgeschrei geändert worden sei.






