
Venetianische Epigramme
Sarkophagen und Urnen verzierte der Heide mit Leben, beginnt das erste der Venetianischen Epigramme, die Goethe 1795 nach seiner zweiten Italienreise veröffentlichte: Faunen tanzen umher, mit der Bacchantinnen Chor machen sie bunte Reihe, dichtet er über die Reliefs antiker Grabmäler, so überwältiget Fülle den Tod, und die Asche da drinnen scheint, im stillen Bezirk, noch sich des Lebens zu freun. Im zweiten Epigramm erinnert er sich, wie er, kaum an dem blaueren Himmel die glänzende Sonne erblickend, den emsigen Winzer die Rebe der Pappel verbinden sah und über die Wiege Virgils ein lauer Wind ihm entgegenkam. Im dritten beklagt er scherzhaft, schon den zwanzigsten Tag schleppe ihn der Wagen dahin, fort von der Liebsten, während Vetturine ihm trotzten, der Kämmerer ihm schmeichle und der Bediente vom Platz auf Lügen und Trug sinne.






