
Absaloms Abfall
Absaloms Abfall stammt aus Rilkes Gedichtband Der neuen Gedichte anderer Teil und gestaltet in freien Rhythmen die biblische Erzählung von Absaloms Aufstand gegen seinen Vater, König David. Das Gedicht schildert, wie der junge Absalom, überall bewundert für sein warmes, langes Haar, das der Helm nicht fasste, den Heeren voranzieht wie ein Stern dem Jahr, bis er sich im Kampf mit ebendiesem Haar an den Ästen einer Terebinthe verfängt. Joab, Davids Feldherr, erspäht ihn wie ein Jäger und lässt ihn von seinen Waffenträgern durchbohren, während er hilflos zwischen Himmel und Erde hängt. Rilke verdichtet die biblische Vorlage aus dem zweiten Buch Samuel zu einem Bild plötzlichen, unentrinnbaren Untergangs und reiht das Gedicht in seine Sammlung dinglich verknappter, formstrenger Balladen und Porträtgedichte ein.






