
Der Vater
Als der Färber heiraten konnte, lagen schon achtzehn Jahre Arbeit, Suchens und wechselvollen Kampfes hinter ihm. Luise hatte kein Geld, doch mit vierzig Jahren, so denkt er, muss ein Mann sich und ihr genügen. Nach der Arbeit steht er über die Wiege gebeugt und sucht im Gesicht des Säuglings nach sich selbst, nach seinen Ursprüngen; dann lächelt das Kind, und alles ist gut. Es wächst, und der Vater wächst mit ihm, gelangt in seiner Gesellschaft zu einer leitenden Stellung, wacht draußen scharf, kommt Gegnern auf die Schliche. Zu Hause aber hält er darauf, sein Gesicht Frau und Kind niemals so zu zeigen, wie es draußen im Leben aussehen kann; sein Luxus ist es, ihnen das Gesicht des Lebens beruhigt und verklärt zu bewahren, und beide, glaubt er, haben mit ihrem Vertrauen recht.






