
Der Herbst des Einsamen
Es dämmert. Zum Brunnen gehn die alten Fraun, im Dunkel der Kastanien lacht ein Rot, beginnt Die Verfluchten, das erste von drei Teilgedichten, die Trakls Sammlung Der Herbst des Einsamen eröffnen: Aus einem Laden rinnt ein Duft von Brot und Sonnenblumen sinken übern Zaun, dichtet er, am Fluss die Schenke tönt noch lau und leis, Gitarre summt, ein Klimperklang von Geld. Am Abend säumt die Pest ihr blau Gewand und leise schließt die Tür ein finstrer Gast, heißt es im zweiten Teil, durchs Fenster sinkt des Ahorns schwarze Last, ein Knabe legt die Stirn in ihre Hand. Ins braune Gärtchen tönt ein Glockenspiel, im Dunkel der Kastanien schwebt ein Blau, der süße Mantel einer fremden Frau, dichtet Trakl im dritten Teil, während im Garten Äpfel dumpf und weich fallen. Die Sammlung enthält daneben Sonja, Entlang, das titelgebende Der Herbst des Einsamen, Herbstseele, Afra und Ein Winterabend.






