
Die schöne Stadt
Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten, folg ich der Vögel wundervollen Flügen, die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen, entschwinden in den herbstlich klaren Weiten, beginnt Verfall, das Eröffnungsgedicht in Trakls Sammlung Die schöne Stadt: Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten träum ich nach ihren helleren Geschicken und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken, dichtet er, so folg ich über Wolken ihren Fahrten. Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern, die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen, schreibt Trakl weiter, es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern, indes wie blasser Kinder Todesreigen um dunkle Brunnenränder, die verwittern, im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen. Die Sammlung enthält daneben Musik im Mirabell, Frauensegen, das titelgebende Die schöne Stadt, In einem verlassenen Zimmer, Der Gewitterabend und Geistliches Lied.






