Dreizehn Mädchen

Alessia Saberi · Kapitel 2 von 32

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Dreizehn Mädchen

Kapitel 2

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Ich musste wieder zur Schule und ich wollte es auch, immerhin rückten die Abschlussprüfungen immer näher. Zudem lenkte mich das Lernen ab, sodass ich nicht ständig darüber nachgrübelte, was passiert war, wer Kira umgebracht hatte und vor allem warum. Auch meine anderen Freundinnen versuchten möglichst nicht über Kira zu sprechen. Als ich eines Abends schließlich eine kleine Pause vom Lernen machte, fiel mir Jonathans Angebot wieder ein. Ich zog die Schreibtischschublade auf, in der ich den Zettel mit seiner Handynummer aufbewahrte, und überlegte, ob ich ihn wirklich mal anrufen sollte. Zwar wollte ich mich ablenken und nicht ständig darüber grübeln, wer Kira umgebracht hatte, aber ich wollte auch gerne wissen, ob Jonathan vielleicht etwas an meiner besten Freundin aufgefallen war.

Daher speicherte ich seine Nummer in meinem Handy ab und rief ihn an, doch ich bekam nur die Mitteilung, dass der Teilnehmer gerade nicht zu erreichen war. Na gut, ich konnte es ja ein anderes Mal versuchen. Doch erst am nächsten Mittwoch fiel es mir wieder ein. Ich war auf dem Reiterhof gewesen und alles dort hatte mich an Kira erinnert. Zu Hause versuchte ich es also erneut bei Jonathan und dieses Mal meldete er sich bereits nach dem zweiten Klingeln.

„Ja?“

„Jonathan, ich bin es … Paula“, begrüßte ich ihn.

„Ah, Paula, hallo. Wie geht es dir?“ fragte er fast ein wenig zögernd, was ich auch nachvollziehen konnte. Kiras Tod war noch nicht lange her, vermutlich befürchtete er mit dieser Frage in ein Fettnäpfchen zu treten.

„Ganz okay. Und dir?“

„Auch …“

„Hör mal … Ist dir irgendwie was an Kira aufgefallen?“ fragte ich schließlich direkt ohne weiter zu zögern. Immerhin hatte ich ihn ja deswegen angerufen.

„Aufgefallen? Was meinst du?“ wollte Jonathan wissen und er klang verwundert.

„Ja … also, war sie irgendwie anders? Hat sie … etwas gesagt?“ führte ich aus.

„Nein. Also, na ja, sie war etwas angespannt, aber sie meinte, das liegt nur an den bevorstehenden Prüfungen“, erklärte Jonathan.

„Angespannt? Wie meinst du das?“ hakte ich nach und er atmete tief durch.

„Na ja … da war dieser Abend, als wir im Kino waren und als wir wieder raus sind, hat sie sich die ganze Zeit umgesehen. Ich hab sie auch gleich gefragt, ob was nicht stimmt, und sie meinte nur, sie wäre etwas nervös, weil in letzter Zeit doch öfter mal Überfälle in der Gegend waren“, erzählte er schließlich. „Und sie war auch sehr oft so geistesabwesend, aber das lag wohl einfach am Lernstress. Zumindest meinte sie das.“

„Verstehe“, murmelte ich.

„Wieso fragst du?“ wollte Jonathan nun wissen und ich seufzte leise.

„Ich … glaub einfach nicht, dass sie sich selbst umgebracht hat“, sagte ich. „Sie war total glücklich mit dir, sie hat super Noten, alles war super … Und dann soll sie sich einfach umbringen? Nein. Das kann nicht sein.“ Er schwieg einen Moment, bevor ich ihn schließlich auch seufzen hörte.

„Ich kann es auch nicht glauben. Aber … das würde auch heißen, dass jemand Kira umgebracht hat“, meinte er und ich nickte, bevor ich mich auf mein breites Fensterbrett setzte und nach draußen blickte. Es wurde langsam dunkel. Die Dämmerung war schon immer Kiras liebste Tageszeit gewesen.

„Ja. Ist nur die Frage, wer es war und warum“, entgegnete ich.

„Das ist einfach unglaublich. Ich meine … man liest ja immer mal so etwas in den Nachrichten, aber ich hätte nie gedacht mal selber so etwas zu erleben“, gab Jonathan mit leiser Stimme von sich. „Warum sollte denn jemand Kira umbringen?“

„Ich weiß es nicht. Glaub mir, wüsste ich es oder hätte jemanden im Verdacht, ich hätte es schon der Polizei gesagt“, erklärte ich. Kurz zögerte ich, gab mir dann aber einen Ruck. „Kira hat mir erzählt, dass sie sich verfolgt gefühlt hat. Ich … ich habe mir nichts dabei gedacht, ich dachte, das kommt vom ganzen Prüfungsstress. Ich bin doch so dämlich! Wenn ich sie dazu gebracht hätte mit ihren Eltern und der Polizei zu reden, könnte sie noch leben …“

„Paula, mach dir doch keine Vorwürfe. Das würde Kira auch nicht wollen. Und ich denke, jeder hätte doch erst einmal gedacht, dass es der Stress ist“, versuchte Jonathan mich zu trösten und ich seufzte auf.

„Ja … aber ich bin ihre beste Freundin und ich hab alles einfach so locker genommen und gesagt, sie soll sich keine Gedanken machen. Nach den Prüfungen sei alles wieder gut … von wegen …“

„Du wolltest sie beruhigen und ihr die Sorgen nehmen.“

„Ja, schon. Dennoch … ach, ich weiß auch nicht.“ Ich nestelte am Saum meines Shirts herum. Vielleicht waren die Vorwürfe, die ich mir machte, wirklich sinnlos, aber ich kam einfach nicht von dem Gedanken weg, dass ich Kira hätte helfen können, dass sie noch leben könnte, hätten wir ihre Eltern und die Polizei informiert.

„Wenn es tatsächlich so ist, dass jemand sie umgebracht hat, findet die Polizei diese Person auch“, meinte Jonathan. So sicher wie er klang, war ich mir da nicht. Sicher gab es viele ungelöste Mordfälle. Und vielleicht würde die Polizei die Ermittlungen auch bald einstellen, immerhin hatte es einen Abschiedsbrief gegeben. Allerdings war dieser getippt gewesen, weswegen ihre Eltern auch nicht überzeugt waren, dass er wirklich von Kira war. Ich war es auch nicht. Vielleicht war es auch nur Verzweiflung, die uns dies denken ließ, aber ich war mir sicher, Kira hätte einen Abschiedsbrief von Hand geschrieben. Ihr Mörder konnte das nicht tun, die Handschrift hätte verraten, dass der Brief nicht von Kira war, und sie hatte er wohl auch nicht zwingen können. Wenn sie ohnehin dem Tod ins Auge geblickt hatte, warum hätte sie ihrem Mörder dann auch noch diesen Gefallen tun sollen?

„Hoffentlich“, antwortete ich Jonathan mit etwas Verspätung. „Ich muss mich aber langsam fürs Bett fertig machen. Muss morgen früh raus …“

„Okay. Dann schlaf gut, Paula.“

„Danke, du auch.“ Ich beendete das Telefonat und stand auf, um mein Handy auf den Nachttisch zu legen, bevor ich ins Bad ging und mir die Zähne putzte. Zurück in meinem Zimmer zog ich mich um und schlüpfte unter die Decke, wo ich noch etwas Musik hörte, bevor ich schließlich in einen unruhigen Schlaf fiel.

Der nächste Tag war trüb, die dunkelgrauen Wolken versprachen Regen. Ich hatte Glück, ich kam trocken zur Schule und von dort zum Reiterhof, wo ich mich wie so oft um Philomena und Fergus, mein Pflegepferd, kümmerte. Es lenkte mich ab bei ihnen zu sein, auch wenn Philomena mich immer an Kira erinnerte. Als ich den Hof schließlich wieder verlassen wollte, stellte ich fest, dass es angefangen hatte zu regnen, und ein Blick in meine Tasche verriet mir, dass ich meinen Schirm vergessen hatte. Ganz toll. Ich hatte grad keine Lust im Regen bis zur Bushaltestelle zu laufen, die ein ganzes Stück vom Hof entfernt lag, also betrat ich über eine Seitentür den Gebäudetrakt, der für die Verwaltungsbüros genutzt wurde. Hier war immer wer und es gab hier auch ein paar Ersatzschirme, wenn man mal einen brauchte. Leider musste ich feststellen, dass mir das Glück nicht hold war. Alle Schirme waren verliehen. Zudem hatte Tina, eine der Reitlehrerinnen, die hier gerade die Pläne für die nächsten Wochen durchging, eine noch blödere Nachricht für mich: Der Bus in meine Richtung fiel aus, es hatte einen Verkehrsunfall gegeben und der Bus wurde umgeleitet.

Leise brummelnd ging ich auf den Flur, da ich Tina nicht weiter beim Betrachten der Pläne stören wollte, und zog mein Handy aus der Tasche, um meine Mutter anzurufen. Doch ich verwarf die Idee gleich wieder, als ich die Uhrzeit sah. Sie würde gerade auf dem Weg zu ihrem Gymnastikkurs sein und konnte mich somit nicht von hier abholen. Der Regen war mittlerweile noch stärker geworden und ich seufzte tief. Da würde mir nicht viel übrig bleiben als da raus zu gehen. Ich würde den Bus in die andere Richtung nehmen und dort umsteigen, wo mein Bus umgeleitet wurde. Mein Blick fiel erneut auf mein Handy und meine Kontakte.

Jonathan hatte ein Auto.

Sicher, wir verstanden uns ganz gut, aber wir waren nicht beste Freunde, da war es sicher seltsam, wenn ich ihn anrief und ihn fragte, ob er mich abholen könnte. Aber bis ich die Haltestelle erreicht hätte, wäre ich völlig durchnässt gewesen. Zusammen mit der Kälte, die wieder herrschte, zog ich mir womöglich noch eine Erkältung zu. Kurz vor meinen Abschlussprüfungen war dies das Letzte, was ich wollte. Kurz entschlossen drückte ich den Anrufbutton. Jonathan meldete sich etwas atemlos nach dem sechsten Klingeln, als ich es gerade aufgeben wollte.

„Paula, hi …“

„Hey, Jonathan. Du, hör mal, das klingt jetzt total bescheuert, aber ich sitz hier fest. Hast du Zeit und Lust mich abzuholen?“ überfiel ich ihn auch direkt.

„Äh … wie …? Wo sitzt du fest?“ fragte Jonathan etwas verwirrt, was ich durchaus nachvollziehen konnte. Ich wäre auch verwirrt gewesen, hätte ich einen solchen Anruf von jemandem bekommen, der nicht zu meinem engsten Freundeskreis gehörte.

„Ich bin auf dem Reiterhof und mein Bus wird umgeleitet. Und ich hab leider grad niemanden, der mich abholen könnte. Meine Mutter ist beim Sport und mein Vater arbeitet noch“, erklärte ich.

„Ah … Hey, klar, kein Thema. Ich bin schon unterwegs“, erwiderte Jonathan und ich hörte ein Rascheln und gleich darauf eine Tür, die geöffnet und wieder geschlossen wurde. Er wollte mich tatsächlich abholen. Kira hatte Recht gehabt, er war wirklich zu lieb. Ihr Ex hätte mich ausgelacht und schließlich einfach aufgelegt, hätte ich ihn um so einen Gefallen gebeten. Wir beendeten das Gespräch, da Jonathan beim Fahren nicht telefonieren wollte, und ich ging wieder in den Stall rüber, um mich noch ein wenig mit Fergus zu beschäftigen. Der sandfarbene Wallach schnaufte leise, als ich zu ihm in die Box schlüpfte, und rieb seinen Kopf an meiner Schulter.

„Na, Großer, da bin ich schon wieder“, sagte ich leise und kraulte ihn sanft an der Wange, was er besonders gerne mochte. Einige Boxen weiter waren ein paar Mädchen damit beschäftigt ihre Pferde für die Reitstunde vorzubereiten, ich hörte sie kichern und über etwas reden, aber ich verstand keine Worte. So waren Kira und ich auch immer gewesen, wir hatten Fergus und Philomena immer nebeneinander gestellt, um sie zu putzen und sie zu satteln und aufzutrensen, und während dieser Arbeiten hatten wir über Gott und die Welt getratscht. Ich vergrub das Gesicht an Fergus' Hals und stand einfach eine Weile so da, bis schließlich mein Handy vibrierte. Fragend blickte ich auf das Display und nahm den eingehenden Anruf direkt entgegen, als ich erkannte, dass er von Jonathan kam.

„Hey, Jonathan.“

„Hey, ich bin da. Ich steh auf dem Parkplatz vor dem Verwaltungsgebäude“, sagte er und ich löste mich von Fergus.

„Okay, bin gleich da“, sagte ich und verließ die Box. Nachdem ich sie ordentlich verriegelt hatte, ging ich in den Verwaltungstrakt rüber. An der Eingangstür erwartete mich eine Überraschung, dort stand Jonathan, einen tropfenden Schirm in der Hand.

„Ich dachte, ich hol dich direkt hier ab“, sagte er. „Da draußen beginnt die Sintflut.“

„Hab ich befürchtet“, meinte ich. Gemeinsam traten wir nach draußen und Jonathan spannte den Schirm auf. Es war einer dieser großen Stockschirme, sodass wir bequem unter ihn passten. Ich war aber froh, als ich schließlich im Wagen saß, besonders als Jonathan den Motor startete und die Heizung einschaltete.

„So ein Mistwetter“, gab er dabei von sich.

„Aber echt. Und ausgerechnet heute vergesse ich meinen Schirm“, seufzte ich.

„Na ja, der hätte dir auch nichts gebracht. Du meintest doch, dein Bus fährt nicht. Oder wird umgeleitet.“

„Schon, aber ich hätte in die andere Richtung fahren können und dann dort, wo er umgeleitet wird, umsteigen können. Aber ganz ohne Schirm … Bei dem Wetter hol ich mir doch bloß eine Grippe oder so.“

„Und das wäre jetzt vor den Prüfungen echt mies.“

„Eben. Danke, Jonathan. Du hast echt was gut bei mir.“

„Ach was. Das mach ich gerne.“ Wir unterhielten uns noch ein wenig über meine bevorstehenden Prüfungen und Jonathan erzählte mir davon, wie es bei seinem Abitur vor zwei Jahren gewesen war. Seine Schilderung von seinem Physiklehrer, der ihnen auf den letzten Drücker noch jede Menge Wissen vermitteln wollte, erinnerte mich an unsere Geschichtslehrerin, der in diesem Schuljahr auch eingefallen war, dass es noch einige Themen gab, die wir dringend bearbeiten musste. Das Gespräch lenkte mich von meinen Gedanken an Kira ab, was eine angenehme Abwechslung war. Ich hatte zu viel über ihren Tod nachgedacht, was mir ja doch nichts brachte. Wenn Kira tatsächlich umgebracht worden war, dann war das eine Sache für die Polizei. Die würden ihren Mörder finden. Lieber wollte ich an die schönen Zeiten mit Kira denken, auch wenn es mich traurig stimmte, dass wir nie wieder gemeinsam etwas erleben würden. Keine gemeinsamen Ausritte mehr, kein gemeinsames Fluchen auf unsere Chemielehrerin, keine Filmmarathons an freien Tagen. Nichts davon.

Angestrengt drängte ich diese Gedanken beiseite und versuchte mich auf Jonathan zu konzentrieren. Er erzählte gerade davon, dass er in diesem Jahr noch sein Studium beginnen wollte. Bisher hatte er gejobbt, um schon mal ein bisschen was anzusparen, da ihn seine Eltern nicht unterstützen konnten. Fast hatte ich ein schlechtes Gewissen. Meine Eltern waren sicher nicht reich, aber sie hatten über die Jahre genug angespart, dass ich mir wegen meines Studiums keine Gedanken machen musste. Nun, zumindest nicht viele. Ich würde wohl auch jobben müssen, aber meine Eltern konnten mich unterstützen.

„Kira hat mir erzählt, dass ihr beide Geschichte studieren wollt“, sagte Jonathan schließlich und ich nickte.

„Ja, das war unser Plan. Auch wenn wir nicht so ganz sicher waren, was wir danach machen wollten“, erklärte ich und lächelte schief. „Lehramt kommt jedenfalls nicht in Frage. Da müsste ich eigentlich noch mal schauen.“

„Es gibt sicher Berufe, die du danach machen kannst“, meinte Jonathan. „Vielleicht in einem Museum oder als Journalistin bei einem Magazin oder so. Meine Cousine hat Jura studiert und schreibt nun für eine Zeitschrift.“

„Echt? Cool.“

„Ja, aber sie hatte wohl auch Glück. Läuft ja nicht immer so, dass man auch gleich einen Job bekommt.“

„Leider nicht. Meine Tante ist eigentlich Steuerfachangestellte und arbeitet nun als Buchhalterin“, erzählte ich und zog die Nase kraus. „Ich hab auch schon überlegt, ob ich nicht ins Ausland gehe. Das macht sich ja auch immer gut im Lebenslauf. Aber meine Schwester würde mich total vermissen.“

„Hmm … Aber du kannst ja deine Zukunft nicht davon abhängig machen, ob dich jemand vermisst oder ob du jemanden vermisst“, wandte Jonathan ein. „Und es ist ja nicht so, dass man aus der Welt ist. Es gibt Handys und Internet, ihr könntet täglich miteinander sprechen.“

„Stimmt schon. Und es wäre ja auch nur ein Auslandssemester“, meinte ich. „Ans Auswandern hab ich ja nun auch nicht gedacht.“

„Dann ist es ja auch absehbar“, sagte Jonathan und lächelte leicht. „Also, ich würde diese Idee nicht gleich aufgeben. Und deine Schwester freut sich bestimmt, wenn du ihr tolle Klamotten mitbringst von wo auch immer.“ Ich musste leise lachen.

„Lena ist zehn, sie interessiert sich noch nicht für Klamotten“, entgegnete ich.

„Dann … Spielzeug?“ Jonathan lachte ebenfalls. „Ich weiß nicht, was zehnjährige Mädchen so mögen.“

„Verschiedenes. Lena liebt jedenfalls Pferde, Katzen und Inlineskates“, erläuterte ich schmunzelnd. „Ihre Freundinnen mögen auch alles mögliche und einige haben auch schon angefangen sich für Mode zu interessieren. Kann bei Lena auch nicht mehr lange dauern.“ Jonathan nickte.

„Ja, irgendwann beginnt das“, sagte er und bog in die Straße ein, in der ich wohnte. Er hielt vor unserem Haus und griff nach hinten, um mir den Schirm zu reichen. „Hier, nimm ihn. Ich hab noch einen Ersatzschirm hier.“

„Danke“, erwiderte ich und ergriff den Schirm. „Auch noch mal für die Fahrt.“

„Gern geschehen“, sagte er mit einem kleinen Lächeln. Wir verabschiedeten uns und ich schlüpfte aus dem Auto, um sofort den Schirm aufzuspannen und die paar Schritte bis zu unserer Haustür zu laufen. Hier drehte ich mich kurz um und sah, wie Jonathan wegfuhr. Kira hatte mit ihm wirklich einen Glücksgriff getan. Vielleicht wäre noch etwas richtig Ernstes aus den Beiden geworden.