Einige Gedichte

Friedrich Schiller · Kapitel 16 von 17

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Einige Gedichte

Triumph der Liebe

Denn wie jeder wägt, wird ihm gewogen,

Wer es glaubt, dem ist das Heil'ge nah.

 

Wort gehalten wird in jenen Räumen

Jedem schönen gläubigen Gefühl;

Wage du, zu irren und zu träumen:

Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel.

 

Triumph der Liebe

 

Selig durch die Liebe

Götter—durch die Liebe

Menschen Göttern gleich!

Liebe macht den Himmel

Himmlischer—die Erde

Zu dem Himmelreich.

 

Weibliches Urteil

 

Männer richten nach Gründen;

des Weibes Urteil ist seine Liebe:

wo es nicht liebt,

hat schon gerichtet das Weib.

 

Winternacht

 

Ade! Die liebe Herrgottssonne gehet,

Grad über tritt der Mond!

Ade! Mit schwarzem Rabenflügel wehet

Die stumme Nacht ums Erdenrund.

 

Nichts hör ich mehr durchs winternde Gefilde

Als tief im Felsenloch

Die Murmelquell, und aus dem Wald das wilde

Geheul des Uhus hör ich noch.

 

Im Wasserbette ruhen alle Fische,

Die Schnecke kriecht ins Dach,

Das Hündchen schlummert sicher unterm Tische,

Mein Weibchen nickt im Schlafgemach.

 

Euch Brüderchen von meinen Bubentagen

Mein herzliches Willkomm!

Ihr sitzt vielleicht mit traulichem Behagen

Um einen teutschen Krug herum.

 

Im hochgefüllten Deckelglase malet

Sich purpurfarb die Welt,

Und aus dem goldnen Traubenschaume strahlet

Vergnügen, das kein Neid vergällt.

 

Im Hintergrund vergangner Jahre findet

Nur Rosen euer Blick,

Leicht, wie die blaue Knasterwolke, schwindet

Der trübe Gram von euch zurück.

 

Vom Schaukelgaul bis gar zum Doktorhute

Stört ihr im Zeitbuch um.

Und zählt nunmehr mit federleichtem Mute

Schweißtropfen im Gymnasium.

 

Wie manchen Fluch—noch mögen unterm Boden

Sich seine Knochen drehn—

Terenz erpreßt, trotz Herrn Minellis Noten,

Wie manch verzogen Maul gesehn.

 

Wie ungestüm dem grimmen Landexamen