Einige Gedichte

Friedrich Schiller · Kapitel 3 von 17

PDF-Seiten

Einige Gedichte

An die Astronomen

Und 's Mädchen liebt mich noch!

 

Fürs Mädchen manches Blümchen

Erbat ich mir von dir—

Ich komm und bitte wieder,

Und du?—du gibst es mir?

 

Willkommen schöner Jüngling!

Du Wonne der Natur!

Mit deinem Blumenkörbchen

Willkommen auf der Flur!

 

An die Astronomen

 

Schwatzet mir nicht so viel von Nebelflecken und Sonnen!

Ist die Natur nur groß, weil sie zu zählen euch gibt?

Euer Gegenstand ist der erhabenste freilich im Raume;

Aber, Freunde, im Raum wohnt das Erhabene nicht.

 

An einen Moralisten

 

Was zürnst du unsrer frohen Jugendweise

Und lehrst, daß Lieben Tändeln sei?

Du starrest in des Winters Eise

Und schmälest auf den goldnen Mai.

 

Einst, als du noch das Nymphenvolk bekriegtest,

Ein Held des Karnevals den deutschen Wirbel flogst,

Ein Himmelreich in beiden Armen wiegtest

Und Nektarduft von Mädchenlippen sogst—