Einige Gedichte

Friedrich Schiller · Kapitel 7 von 17

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Einige Gedichte

Das Mädchen aus der Fremde

Wiegt die Glock mir aus der Gruft,

Daß sie in das Reich des Klanges

Steige, in die Himmelsluft.

Ziehet, ziehet, hebt!

Sie bewegt sich, schwebt,

Freude dieser Stadt bedeute,

Friede sei ihr erst Geläute.

 

Das Mädchen aus der Fremde

 

In einem Tal bei armen Hirten

Erschien mit jedem jungen Jahr,

Sobald die ersten Lerchen schwirrten,

Ein Mädchen, schön und wunderbar.

 

Sie war nicht in dem Tal geboren,

Man wußte nicht, woher sie kam,

Und schnell war ihre Spur verloren,

Sobald das Mädchen Abschied nahm.

 

Beseligend war ihre Nähe,

Und alle Herzen wurden weit,

Doch eine Würde, eine Höhe

Entfernte die Vertraulichkeit.

 

Sie brachte Blumen mit und Früchte,

Gereift auf einer andern Flur,

In einem andern Sonnenlichte,

In einer glücklichern Natur.

 

Und teilte jedem eine Gabe,

Dem Früchte, jenem Blumen aus,

Der Jüngling und der Greis am Stabe,

Ein jeder ging beschenkt nach Haus.