Einige Gedichte

Friedrich Schiller · Kapitel 2 von 17

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Einige Gedichte

Amalia

 

Schön wie Engel voll Walhallas Wonne,

Schön vor allen Jünglingen war er,

Himmlisch mild sein Blick, wie Maiensonne,

Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer.

Seine Küsse—paradiesisch Fühlen!

Wie zwo Flammen sich ergreifen, wie

Harfentöne in einander spielen

Zu der himmelvollen Harmonie—

Stürzten, flogen, schmolzen Geist und Geist zusammen,

Lippen, Wangen brannten, zitterten,

Seele rann in Seele—Erd' und Himmel schwammen

Wie zerronnen um die Liebenden!

Er ist hin—vergebens, ach! vergebens

Stöhnet ihm der bange Seufzer nach!

Er ist hin, und alle Lust des Lebens

Wimmert hin in ein verlornes Ach!

 

An den Frühling

 

Willkommen schöner Jüngling!

Du Wonne der Natur!

Mit deinem Blumenkörbchen

Willkommen auf der Flur!

 

Ei! Ei! Da bist du wieder!

Und bist so lieb und schön!

Und freun wir uns so herzlich,

Entgegen dir zu gehen.

Denkst auch noch an mein Mädchen?

Ei, lieber, denke doch!

Dort liebte mich das Mädchen,