Einige Gedichte

Friedrich Schiller · Kapitel 4 von 17

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Einige Gedichte

Bittschrift

Ha Seladon! wenn damals aus den Achsen

Gewichen wär der Erde schwerer Ball,

Im Liebesknäul mit Julien verwachsen

Du hättest überhört den Fall!

 

O denk zurück nach deinen Rosentagen

Und lerne: die Philosophie

Schlägt um, wie unsre Pulse anders schlagen;

Zu Göttern schaffst du Menschen nie.

 

Wohl, wenn ins Eis des klügelnden Verstandes

Das warme Blut ein bißchen muntrer springt!

Laß den Bewohnern eines bessern Landes,

Was nie dem Sterblichen gelingt.

 

Zwingt doch der irdische Gefährte

Den gottgebornen Geist in Kerkermauren ein,

Er wehrt mir, daß ich Engel werde,

Ich will ihm folgen, Mensch zu sein.

 

Bittschrift

 

Dumm ist mein Kopf und schwer wie Blei,

Die Tobaksdose ledig,

Mein Magen leer—der Himmel sei

Dem Trauerspiele gnädig.

 

Ich kratze mit dem Federkiel

Auf den gewalkten Lumpen;

Wer kann Empfindung und Gefühl

Aus hohlem Herzen pumpen?

 

Feu'r soll ich gießen aufs Papier

Mit angefrornem Finger?—

O Phöbus, hassest du Geschmier,