Jandria D'Monica, Schatten der elementaren Magie
Tod & Wiedergeburt
Jandria lag noch immer angebunden auf der Streckbank und vermochte auch nichts weiteres
zu tun.
Ihre Sinne waren wie benebelt und ihr kam es so vor, als würde die feuchte Luft ihr Übriges dazu tun.
Ihr Hals lag frei und die Frau, welche sie fest band auf dem Folterinstrument stand neben ihr.
Die Blicke waren von einem freundlichen zu einem eher blutrünstigen Blick geworden.
Sie vernahm das Jandria nun Willenlos ist und nichts mehr anrichten konnte.
Jandria hatte die angenehmsten Vorstellungen in ihrem Zustand und doch war oftmals ein Schauer dabei, welcher Ihr über den Rücken lief.
Doch die Frau kam näher und näher an Jandria heran. Sie stand nun so dicht an ihr, das der Atmen
der Frau auf der Haut zu spüren war.
Es war aber kein Atem, welcher einem Menschen gleich kommen würde, eher so, als wenn kalte Luft über sie strich. Eine Gänsehaut breitete sich auf Jandrias jungen Körper aus und vermochte gar nicht mehr zu weichen.
Die Frau legte ihre doch so feinen Hände auf Jandrias Kopf und Schulter und legte unter leichten Druck den Hals noch weiter frei. Leiste ertönten die Worte der Frau in ihrem Unterbewusstsein und doch konnte Jandria keine genaue Antwort verfassen und aussprechen.
Sie ließ alles über sich geschehen, wie sollte sie auch anders. So war sie immer noch gebunden an der Streckbank und ganz und gar in den Träumen verschwunden.
Die Frau aber war Wirklichkeit. Sie drückte immer weiter den Kopf zur Seite und sah mit lüsternen Blicken auf Jandrias Hals, wo sich die Adern nun weit hervor hoben.
Es war eine Kälte, welche nun den Raum erfüllte und Jandria vermochte nicht mehr zu wissen, was Richtig und was Falsch war. Die Frau aber ließ nun langsam ihren Kopf sinken und ihre Lippen berührten leicht den Hals der jungen Frau, dessen Körper noch voller Leben war.
Leicht benetzten ihre Lippen den Hals von Jandria und wieder war sie da, die Gänsehaut.
Doch dieses Mal stärker als die Letzte.
Immer wieder merkte Jandria wie die Lippen hin und her wanderten, so als würden sie eine bestimmte Stelle suchen. Es kam so vor, als würde eine Ewigkeit vergehen, bis der Endpunkt erreicht und die Lippen ihr Ziel gefunden hatten. Sie tastete mit ihrer Zungenspitze nach der Ader von Jandria und fand sie auch. Langsam öffnete die Frau ihre Lippen und ihre Eckzähne kamen mit einem leichten Blitzen zum Vorschein.
Renessa, so hieß sie, biss langsam mit einem gleichbleibenden Druck zu und die Zähne bohrten sich in den Hals der jungen Jandria. Sie merkte jedoch davon nichts, da sie immer noch wie in einem Todes ähnlichen Schlaf versunken war. Nicht wissend, das der Todesschlaf noch etwas länger anhalten würde. Langsam und mit Genuss, trank Renessa das Blut von ihr und saugte an der Stelle, wo zwei kleine Löcher sich gebildet hatte. Ihre Augen hatte sie dabei leicht geschlossen und man sah anhand ihrer Bewegungen, dass das Blut Jandrias sicherlich etwas Besonderes sein musste.
Ihre Augenlider zitterten immer wieder auf und blieben doch geschlossen.
Nach einer Weile aber, hob Renessa ihr Haupt an und leckte noch einmal mit der Zungenspitze über die beiden Löcher aus deren immer noch das Blut von Jandria sickerte. Immer mehr und mehr tropfte auf den Boden und es bildete sich eine Pfütze unterhalb der Streckbank.
Jandria lag immer noch fest gebunden auf dieser Bank und langsam entwich ihrem Körper nicht nur
das Blut sondern auch der letzte Lebensatem. Doch das wollte Renessa nicht, sie wollte der jungen Frau, welche doch so Interessant war und eben so wie sie, der Magie frönte nicht das Leben nehmen.
Sie sah wie Jandria immer schwächer und schwächer wurde, das Blut langsam aufhörte zu tropfen,
da schon fast keines mehr in ihr war.
Stattdessen als Lache auf dem Boden lag. Renessa holte einen kleinen spitzen Dolch aus ihrer Tasche hervor und legte ihn in ihre Handfläche hinein.
Mit der anderen Hand zog sie langsam den Dolch, der von der Faust fest umklammert war heraus und ihr Blut tropfte nun ebenso aus der Hand.
„Nimm mein Blut als Geschenk an Jandria.“ - und der Dolch nahm Platz in der nicht blutenden Hand.
„Es wird dir ein neues Leben schenken, ein Leben, das auch ich besitze.“ - und sie hielt die bluttriefende Hand über Jandrias Mund welche leicht geöffnet war und ließ es hinein laufen. Immer mehr und mehr Blut lief hinein in den Mund und bildet eine kleine Pfütze , welcher als Rinnsal die Kehle herunter glitt. „So ist es vollbracht Schwester. Erwache als eine, welche mir gleich Gesinnt ist.“ - und das Blut tropfte weiter.
Renessa wusste, das Jandria das Blut schlucken würde und es sie in eine der ihren machen würde.
Doch sollte es kein Leid sein, ehe eine Befreiung. Eine Befreiung von allen weltlichen Dingen. So vernahm man noch ein leichtes Grinsen von Renessas Lippen und sie zog einen Hocker
an die Bank heran.
Viele unterschiedliche Träume hatte Jandria in der Zeit. Träume, welche sie nie zuvor erlebt hatte in ihrer Kindheit und besonders nicht in der Zeit
an der Akademie.
Ein Farbenspiel und doch gleich etwas beängstigend war der Traum, das Renessa, die Frau von der Jandria nicht den Namen wusste, sie beißen würde.
Sie erlebte im Traum, wie Renessa sie zu einen der Ihren wandelte. Eine der Ihren, es hörte sich an, als würde Jandria von nun an, ein Leben als Untoter pflichten müssen. Ein Leben als Vampir.?
War es das wirklich oder war es doch nur ein Traum.? Jandria verspürte immer mehr komische Dinge in ihrem Traum. Die Kälte, welche sie umgab und auch das ihr Herz nicht mehr so schlug wie sonst.
Sie schlief meist von ihren Herztönen des Nachts ein, da sie immer alleine war. Doch es war nichts zu vernehmen. So als würde ihr Herz nicht mehr schlagen.
Eine lange Zeit verging und der Traum nahm kein Ende. Renessa, die immer noch auf dem Hocker neben Jandria saß, hielt die Hand
fest und begleitete sie auf ihrem Wege.
Doch auch Jandria stand kurz vor dem Erwachen. Es war aber nicht schön, denn ein stechender und brennender Schmerz im Herzen
und das brennen in den Adern war es, das Jandria wieder in die Welt zurückholen
wollte.
Immer stärker wurde das Verlangen in die normale Welt zu kommen, dem Traum, welche doch
schlimmer war als vorher, zu entkommen. Ihre Augenlider zitterten und ihre Hände verkrampften sich immer mehr und mehr.
Die Fingernägel rissen Striemen in die Holzbalken der Bank und zierten von nun an
den Ort ihrer Erschaffung.
Ihr Herz schlug nun bedeutend schneller und das Pochen von diesem war so laut,
das es schon in den Ohren weh tat.
Dann ein Schlag, welcher nicht wie die anderen war. Jandria riss ihre roten Augen auf und blickte Renessa starr an. Kein Flimmern oder pulsieren war darin zu sehen, stattdessen Eiseskälte und Tod.
Ihre Lippen, welche sonst nur schwarz Geschminkt, waren nun noch dunkler geworden,
so als hätte man ihr die Farbe genommen. Lang sah Jandria Renessa an, ohne ein Wort zu sagen.
„Wie geht es Dir?“ - kam es über Renessas Lippen. Sie jedoch schlug den Kopf hin und her und wollte wissen wo sie war, was passiert sei.
„Wo bin ich, was ist geschehen?“ - stammelte sie noch leicht ohne Kraft.
„Ich werde dir alles bei Zeiten erklären, doch nun musst du erst mal zu Kräften kommen.“ - entfuhr der Satz aus Renessas Mund.
Sie band Jandria's Handgelenke los und so konnte sich die noch recht schwache Frau aufrichten.
Doch nicht ohne die Hilfe von Ihr, der Frau, dessen Name sie immer noch nicht wusste.
Welche Ihr aber nicht so fremd war, wie sonst ein anderer Mensch. Mensch, dieses Wort. War Jandria noch ein Mensch, war irgendwer überhaupt hier ein Mensch.
Eine Frage die ihr auf den Lippen brannte, welche sie aber Renessa noch nicht stellen wollte.
Renessa griff in ihre Tasche und holte einige kleine Phiolen heraus, welche mit einer roten Flüssigkeit gefüllt waren. „Trink Jandria, es wird dir gut tun. Die Kraft, welche du erlangen wirst dadurch, wirst du brauchen.“ - und ein Grinsen, welches von eher trügerischer Gestalt war durch drang den immer noch so mit Luftfeuchtigkeit gefüllten Raum, das Jandria die Phiole entkorkte und
sie leer trank.
„Blut.“ - schrie Jandria auf. „Es ist Blut.“- fuhr es wieder heraus aus ihr.
„Diesen Geschmack erkenne ich sofort und fuhr sich dabei mit ihrer Zunge, an der nun das Blut hing über die Lippen. Ein Tropfen davon ran Jandria an der Seite herunter und zog einen roten Faden auf der weißen Haut mit sich. Auch die zweite Phiole trank Jandria mit Genuss. Es war so, als würde sie glatt am verdursten sein und doch merkte sie, wie die Kraft, die einst ihren Körper verlassen, nun wieder kehrte. Eine Kraft, welche sie von nun an nutzen würde um ihren Weg zu gehen.
Mit Wissen, das Renessa ihr zur Seite stand für all ihre Fragen und Antworten.
Sie hatte ein neues Leben begonnen, ein Leben als Vampir unter den Menschen, wie auch sie einst einer war. Doch sollte es weiter gehen, denn die Reise war noch nicht vorbei. Die Lehren der Magie standen noch aus,das wusste sie und würde sie zu Ende bringen wollen.
Texte: Arias Arcas
Alle Rechte vorbehalten.
Tag der Veröffentlichung: 14.12.2013
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Arias Arcas