Jandria D'Monica, Schatten der elementaren Magie
Die Geschichte des Runentattoos
Lange sah sich Jandria auf dem Markt um und suchte den Stand. Immer wieder und wieder fragte sie einige Bewohner, ob sie den Mann gesehen
hätten, doch niemand vermochte ihr eine Antwort zu geben. In einer kleinen Gasse, welche ihr so nicht aufgefallen wäre, drückten sich die Menschen in Scharen.
Neugierig ging auch Jandria hinein und sah sich um. Da war er, der Mann mit den Runen auf dem Körper. Wunderlich war es anzusehen aber doch auch Mysteriös. Ihre Augen musterten auf und ab, bis er auch von Jandria Kenntnis nahm.
Langsam lichteten sich die Reihen der Menschen und ehe sich Jandria versah, stand sie
allein vor dem Stand des Mannes.
Leise Worte kamen über ihre Lippen und der Mann sah Jandria auf wundersame Weise an.
Er begann mit ihr zu sprechen und wollte alles über sie wissen. Ein langes Gespräch, wie es sich heraus stellen sollte, denn es war schon Dunkel geworden,
als Jandria immer noch mit ihm zusammen saß. Die Magie, war beiden nicht fremd gewesen und so tauschten sie sich über jene auch sehr ausgelassen aus, ehe sie auf die Runen auf seinem Körper zu sprechen kam.
Niemals zuvor hatte sie so etwas gesehen und fand immer mehr und mehr gefallen an diesen Dingen.
Doch auch der Mann, dessen Name Ruhuf war, fand immer mehr Gefallen an Jandria.
Ein Mädchen, welches schon in ihrem Alter so viel von der Magie wusste, war ihm auf seinen Reisen noch nicht unter gekommen. Er erläuterte Jandria, das die Runen eine Bedeutung haben, mit dem was in seinem Leben passiert ist und das sie eine Geschichte erzählen.
Eine Geschichte, welche nur er weiter geben konnte. Fasziniert von der Sache lauschte Jandria immer weiter und nickte nur einige Male, als Zeichen das sie es verstanden hatte. Ruhuf sah sie mit großen Augen an und wollte immer wieder und wieder auf ihre Augen zu sprechen kommen und wieso Jandria bei so einer Wärme Handschuhe an hatte.
Er lenkte das Gespräch immer weiter dahin und das Thema wechselte schnell die Richtung, als Ruhuf dann doch den entscheidenden Punkt traf.
Jandria sah ihn mit weit geöffneten Augen an und auch Ruhuf vermochte den Blick nicht mehr von ihr zu lassen. Als er sah, das Jandria wie euphorisch ihre Hände in einander rieb, bemerkte er es und nahm ihre Hände in seine. Es war eine Vertrautheit zwischen Beiden und so ließ sie es geschehen.
Ruhuf zog ihr langsam die Handschuhe über die Finger und glitt mit seinen Händen über Jandrias verbrannter Hand. Sie machte keine Anstalten, ihre Hand weg zu ziehen oder gar seine Hände weg zu schlagen, nein, denn die Berührungen waren so, als würde ihr Vater sie berühren.
Ruhuf begann zu fragen, wie die Verbrennung geschehen ist und Jandria begann ihm die Geschichte zu erzählen. Er war sehr gefasst und doch konnte er nicht richtig glauben, das dem Mädchen schon in so jungen Jahren soviel Leid widerfahren war.
So berichtete er Jandria, das auch sie eine Geschichte hat genau wie er, nur das bei ihm die Runen die Geschichte spiegeln. Jandria war immer noch wie im Bann des Mannes und lauschte seinen Worten immer mehr und mehr und wollte sie wissen, aber Ruhuf brach dann auch das Thema abrupt ab. Lange sahen sich beide an und eine Frage kam noch von ihm gen Jandria. Die Frage nach einem Tattoo.
Jandria wusste nicht wie ihr Geschah.
Ihre Augen leuchteten auf und blickten Ruhuf sehr nett an und doch dachte sie an die Eltern und besonders an die Mitschüler in der Akademie, welche sicherlich nicht gerade so einsichtig waren wie sie.
Ruhuf holte einige Dinge hervor welche wirklich sehr beängstigend aussahen.
Doch auch Jandria erkannte, das es sicherlich ein weiterer Schritt in ihrem Leben sein würde,
ein Schritt welchen nur sie bestimmen könnte. So setzte sich Jandria auf den Stuhl, den ihr Ruhuf anbot und legte ihren Kopf in den gestützten Nacken.
Langsam begann Ruhuf seine Dinge in einer geordneten Weise auf den Tisch zu legen und legte behutsam die Hand auf Jandrias Stirn. Er nahm eine Art von Stock hervor, an dem viele kleine Nadeln angebracht waren und tunkte sie in die schwarze Tinte hinein. Die Tinte sog sich hinauf, bis sie einer umwundenen Binde ankam und dort ihren letzten Ort fand.
Langsam begann Ruhuf mit diesem Gerät Jandria unter dem rechten Auge einige kleine Runen ein zu drücken und war dabei sehr sorgfältig und vorsichtig.
Denn er wollte die junge Frau nicht entstellen, nein er wollte ihre Geschichte in Runen verfassen.
Es waren nicht so viele Runen wie bei Ihm und doch hatte Jandria ihre Geschichte und diese sollte
nun von den Runen weiter gereicht werden. All zu lange dauerte es auch nicht und Ruhuf legte sein Werkzeug wieder aus der Hand.
Man erkannte, das Jandria sichtlich ein paar Schmerzen hatte, denn das Gesicht ist halt eine sehr anfällige Stelle dafür. Jandria meisterte die Schmerzen mit Bravur, so war sie schon andere Schmerzen gewohnt, als die kleinen Nadelstiche, welche Ruhuf ihr verpasste.
Er holte ein Spiegel hervor und wischte Jandria mit einer sauberen Binde und einer Essenz für Wunden den Rest der Tinte aus dem Gesicht und hielt ihr dann den Spiegel vor. Ihre Augen weiteten sich und sie konnte es nicht fassen, es sah wunderschön aus.
Dankend und voller Freude lud sie Ruhuf auf ein Glas Met ein und versuchte noch eine Weile zu bleiben, doch war der Abend schon sehr weit fortgeschritten und auch Jandria musste langsam den Heimweg antreten.
So war doch am anderen Tage wieder der Alltag an der Akademie. Ruhuf bedankte auch sich für den Becher Met und die nette Unterhaltung und erklärte ihr noch,
das diese Runen, welche sie nun im Gesicht trägt, die Runen des Feuers sind.
Sie sollen sie immer an die schreckliche Geschichte erinnern und von ihr berichten.
Jandria wusste obgleich der Runen, denn sie kannte sie schon aus dem Studium und doch dankte sie ihm abermals und nach einer Verabschiedung machte sie sich auf den Heimweg. Jener Heimweg, welcher wieder über die Ländereien führte und aussahen, als würde die Nacht alles verschlingen. Eilig lief sie Heim, denn sie wollte nicht, das ihre Eltern unruhig schliefen.
Angekommen machte sich Jandria auch gleich daran ins Bett zu gehen und eilte die Treppe hinauf in ihr Gemach. Goradon und Galathea lagen bereits in den Betten und wussten nicht das Jandria noch unterwegs war, da sie selbst erst Spät aus der Akademie kamen.
Für sie war es so, als würde Jandria schon schlafen oder wieder mit der Nase in den Büchern der Magie hängen wie immer, doch dieses mal war es anders.
Ihr kleines Mädchen war schon lange nicht mehr klein, sondern wuchs zu einer schönen jungen Frau heran, welche aber von nun an immer mit Runen im Gesicht gezeichnet war und ihre Geschichte berichten sollten.
Eine Geschichte über das Leid des Feuers, ein Feuer welches ihre Hand brandmarkte für die Ewigkeit.
Von nun an vermochte sie die Geschichte in die Welt zu tragen.