Jandria D'Monica, Schatten der elementaren Magie
Die Geburt Jandria's
Es war der 8te Mond im Jahre des Lords. Galathea und Goradon erwarteten voller Sehnsucht die Ankunft ihrer Tochter Jandria.
Die Stürme tobten durch die Lande und es regnete ununterbrochen. Blitze schlugen hier und dort ein und zerstörten auch einige Bäume, welche unweit vom Haus standen.
Doch all das war den beiden egal.
Galathea lag unter Schmerzen im Schlafgemach des Hauses und der Magus,
welcher von Goradon gerufen wurde, versuchte Galathea beruhigende Worte
zu zusprechen und der kleinen Jandria weiter den Weg in die große Welt zu bereiten.
Lang und hart war aber auch der Weg für Galathea, welche schwitzend und unter Schreien
immer wieder nach ihrem Mann rief.
Dieser jedoch sollte aber nicht in das Zimmer kommen, nicht eher bis das kleine Geschöpf
das Licht der Welt erblickt hatte.
So schritt Goradon auf dem langen Flur auf und ab und verschränkte immer wieder mal abwechselnd die Arme vor der Brust und hinter dem Rücken.
Es verging noch eine Weile, ehe der Magus die Tür öffnete und ein leises Kindergeschrei
aus dem Zimmer erklang.
„Es ist ein wunderschönes Mädchen Goradon. Komm herein und sieh sie dir an.“ - hielt er bei diesen Worten die Tür auf. Galathea hielt Jandria sicher und warm in ein Tuch gebunden im Arm und Goradon trat an das Bett heran. Er sah das erste mal seine Frau mit Augen, wie er sie noch nie zuvor gesehen hatte.
Voller Glück und Liebe zu dem Kind.
Langsam schritt er immer näher und näher an Jandria heran und betrachtete seine Tochter
ausführlich. Ein kleiner Kuss auf die Stirn ließ Jandria für einen Moment ihre Äuglein öffnen und sie blickte ihren Vater mit roten Augen an.
Augen, welche eigentlich eher blau oder grün oder sonstige Farben hatten, konnten doch nicht einfach Rot sein. Goradon erschrak ein wenig bei dem Anblick und lies Galathea selbst schauen.
Auch sie versuchte es zu erklären und der Magus ebenso, welcher fassungslos am Bett noch stand.
Alle Drei blickten sich eine Zeit lang an und ein jeder versuchte seine Antwort darauf zu formulieren, doch niemand schaffte es wirklich. So blieb Jandria das Mädchen mit den roten Augen.
Die Eltern aber wollten es immer wissen, was es zu bedeuten hatte, das ihr Kind anders als die andern ist.
So suchten sie in Büchern herum und wälzten immer wieder andere Werke, aber in keines von diesen Werken war irgendwas darüber beschrieben.
Sicherlich gab es Menschen, dessen Haut so Weiß wie Schnee war und diese rote Augen hatten,
doch nur die roten Augen standen nirgendwo erläutert. Langsam verstrich die Zeit und sie wollten sie auch nicht weiter damit befassen.
Denn die Antwort wird sicherlich bald gegeben werden, wieso gerade ihre Tochter,
Ihr geliebtes Kind diese Augen hatte.
War es ein Fluch oder gar eine Gabe ?
Würde man sie damit akzeptieren oder verstoßen ? Die Fragen brannten in den Köpfen der Eltern, aber doch war ihnen eines klar,
das sie ein Magierin wird, genau wie sie.
Welchen Weg sie einschlagen wird, das wusste man noch nicht, doch hatte sie die Fähigkeiten.