Nach dem Winter, Entscheide dich

Annika B. · Kapitel 9 von 11

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Nach dem Winter, Entscheide dich

Kapitel 9 ~ Luzifer, mein Schatz, endlich komme ich zu dir!

Kapitel 9 ~ Luzifer, mein Schatz, endlich komme

ich zu dir!

 

Ich befand mich in.. ja.. einem schwarz, dass ich immer noch nicht definieren konnte. Und dieses Mal schon ziemlich lange. Ich war schon ein paar Mal hier. Das ganze fing an meinem 16 Geburtstag an und passierte immer, wenn ich etwas neues an mir entdeckte. Das letzte Mal war, als mir an einem Morgen meine Lippen aufgefallen waren, die auf einmal richtig wundervoll aussahen.

An mir flogen ab und zu ein paar Schattenelfen vorbei und von weitem konnte ich meinen Ehegatten lachen hören. Ich hatte ihn auch schon gerufen, doch weder antwortete er mir, noch bewegte er seinen Knackarsch. Und er sprach von Liebe, pah! Gefallener Engel? In die Realität gezogener Teufel traf es besser!

„Luzifer, kannst du mir bitte endlich mal helfen?", spie ich dem Kerl gelangweilt entgegen und musste auch sofort demonstrativ gähnen, doch wieder hallte nur sein dämliches Lachen in das Schwarz.

Ich hatte mich an diese Situation schon gewöhnt. Ich war schließlich schon das mittlerweile 20 Mal hier. In der Zeit hatte ich Luzifer geheiratet und einen Pakt mit ihm geschlossen, die Ehe erst zu anulieren, wenn "ein bestimmter Kerl in mein Leben traf" und irgendwas mit mir anstellte. Was oder wen er damit meinte, wusste ich immer noch nicht, aber es war mir auch egal. In dieser "Welt" wie ich sie nannte, war alles lustig und so unreal, dass ein Pakt und eine Ehe mit Luzifer das geringste Problem dastellte.

Wenigstens konnte ich nun meine Gedanken in Ruhe ordnen. Das Letzte an das ich mich erinnern konnte, war mein Spiegelbild und die unsanfte Begegnung mit dem Laminatboden in der Pension meiner Tante. Und das war es schon wieder.

„He Luzi! Willst du wissen wie ich jetzt aussehe?", fragte ich irgendwo in die Richtung, wo ich das Lachen ausmachte, bekam aber trotzdem keine Antwort. Das war doch zum Mäuse melken! „Ich würde es gerne hören", piepste ein Schattenelf in mein Ohr. Und obwohl das wirklich bösartige Mistviecher waren, waren sie zu mir sehr nett und hatten auch diese piepsige Stimme, die man von einer Elfe erwartete. „Nun gut. Ich sehe völlig anders aus! Jetzt weiß ich auch was meine Tante mit der "Rund-um-Erneuerung" meinte. Ich habe eine richtig blasse Hautfarbe bekommen, deswegen auch die Bemerkung mit dem Geist. Außerdem sind meine Augen nicht mehr dunkelblau, sondern ein blau-rot Gemisch. Und meine Haare! Ja meine Haare erst! Die sind blau! Blau, kleine Elfe! Pardon Schattenelfe. Ich hab auch richtig große Brüste!", erfreut klatschte ich in die Hände und rieb sie aneinander. Ich freute mich richtig wieder aufzuwachen. Der Schattenelf kicherte, etwas zu hysterisch für meinen Geschmack, aber es schien, als würde er sich mit mir freuen.

„Ich bin wirklich wunderschön", murmelte ich etwas verträumt. „Hast du gehört Luzifer? Wunder-schön!", betonte ich das wunderschön ein wenig übertrieben, aber ich wollte mit meiner neu gewonnenen Schönheit eben ein wenig Aufmerksamkeit erhaschen.

„Kannst du mir vielleicht sagen wo ich bin?", versuchte ich aus ihm heraus zu bekommen. Bis jetzt wollte mir noch niemand etwas über das alles hier sagen. Vielleicht hatte ich ja jetzt Glück. „Tut mir leid Alexis, aber du kennst die Regeln", brüllte Luzifer aus seiner Ecke und kam langsam auf mich zu. Ich konnte zwar nichts sehen, aber die Aura konnte ich bei einer gewissen Entfernung ausmachen. Das hatte mir ein Dämon names Callum beigebracht. Eigentlich schade, dass ich sie nur sehen konnte, wenn ich in Ohnmacht fiel. „Jetzt mal ehrlich, wie würdest du dich bitte fühlen, wenn du als Mensch, in eine Traumwelt mit übernatürlichen Geschöpfen geworfen wirst und das ganze 20 Mal!", gummelte ich barsch und gönnte meinem Mittelfinger etwas Bewegung.

Ich hatte heraus gefunden, dass die Geschöpfe alles sehen konnten. Nur ich und die Schattenelfen nicht. Warum war mir nicht bewusst, aber ich musste den Ehevertrag mit meinem Blut überströmten Daumen unterzeichnen, da ich nicht sehen konnte, was und wohin ich schrieb. Wieder ertönte sein grauenvolles Lachen in die Dunkelheit. „Eben weil du schon sagenhafte 20 Mal hier warst, müsstest du doch langsam etwas realisieren, Alexis!", spottete er.

Und ab da verstand ich nichts mehr. Was gab es den zu realisieren? Hier war doch nichts real. Ich kam mir vor, wie in einem schlechten Film und ich war die Hauptdastellerin.

„Ich realisier ich gar nichts und jetzt schick mich wieder in die Wirklichkeit, es wird öde", versuchte ich ihm glaubhaft zu machen. Hier war gar nichts öde, aber ich wollte nicht, dass er mir etwas anmerkte. Es war vollkommen still und ich merkte, wie die Aura sich wieder verzog und mich in der Dunkelheit allein ließ. Selbst der Schattenelf war verschwunden. Da keiner mehr mit mir reden wollte, dachte ich weiter über den heutigen Tag nach.

Connor war kein Mensch. Oder er war einer und hatte sehr gruselige Superkräfte. Er wollte mich manipulieren und hatte das bereits auch schon einmal geschafft. Beim zweiten Mal, konnte ich mich Mental befreien, was mich auf die nächste Frage brachte. Wieso konnte ich das? Ich war ein Mensch ohne jegliche Superkräfte und konnte mich gegen dieses Etwas wehren. Gab es noch mehr von ihm? Kannte ich welche davon? So viele Fragen in meinem Kopf und ich konnte keine davon beantworten. So viele Tatsachen und nichts plausibles! Wenigstens eins war sicher.. Ich würde mich ihm nie wieder nähern. Aber was hatte es mit seinem Zweitnamen auf sich? Das war das größte Fragezeichen in meinem Kopf. Ich kannte ihn, definitiv, aber wieso konnte ich mich nicht an ihn erinnern? Hatte er mir die Erinnerung genommen? Es wäre nicht auszuschließen. Wenn er mich zu Sachen zwingen konnte, konnte er bestimmt auch Erinnerungen aus meinem Gehirn entfernen. Oder vielleicht auch nicht? Ich sollte umbedingt mal das Internet befragen!

Mein Kopf rauchte und ich bekam unfassbare Kopfschmerzen. Mein kleiner Zeh fing an zu zittern, was das Zeichen dafür war, dass ich wieder zurück in meinen Körper kam. Es würde jetzt noch fünf Minuten brauchen, bis ich wieder hören, 15 Minuten, bis ich wieder Finger und Zehen bewegen, 18 Minuten, bis ich meine Augen öffnen konnte und 30 Minuten bis ich wieder vollständig anwesend war. „Adieu Luzifer, ich hoffe es war das letzte Mal, dass wir uns sehen und ich will die Scheidung!", rief ich, wie auch sonst, in die Richtung in der ich das letzte mal seine Aura ausmachen konnte und schloss meine Augen.