Nach dem Winter, Entscheide dich
Kapitel 11 ~ Klare Worte, die Bindung und andere Welten
Kapitel 11 ~ Klare Worte, die Bindung und andere
Welten
„Hör mal, Prinzessin", mein Vater seufzte laut, ehe er anfing weiter zu sprechen. „Du hast dank Nath bestimmt mitbekommen, dass irgendwas hier nicht ganz normal läuft", sofort unterbrach ich ihn, um meinen Senf dazu zugeben.
„Der Kerl ist ein Monster! Er kann irgendwas mit seinen scheiß beschissenen Augen und murmelt ständig irgendwas davon, dass er schon 18 Jahre darauf warten würde und irgendwas von Prinzessinen und so einen Scheiß! Der Kerl ist krank! Sein beschissener Zweitname stellt Dinge mit mir an, die ich nicht will und geküsst hat der Penner mich auch und das wollte ich auch nicht, aber irgendwie schon und die Gefühle die ich dabei hatte waren nicht normal Dad! Der hat mich manipuliert mit seinen dummen, verrückten Augen! Und ich hasse ihn so sehr, so ein Sackkobolt!" spie ich durch das Zimmer und zeigte ständig auf die Tür durch die der Verrückte gestürmt ist.
Mein Vater und auch meine Tante starrten mich verdutzt an, ehe meine Tante anfing wirklich teuflisch zu grinsen und mein Vater mich besorgt musterte. Sie konnte ihn also wirklich nicht leiden und er wohl schon.
„Das war naja, nicht geplant, aber Nath ist kein Verrückter, kein Monster und auch nicht krank. Er ist genau wie du ein Savant und höchstwahrscheinlich bist du genau wie er ein Vampir.", sprach mein Vater weiter und ich unterbrach ihn wieder barsch. „Bitte was?", fragte ich spitz und in einem quickigen Ton. „Lass mich doch einfach aussprechen", bat er mich, worauf hin ich einfach nur nickte.
„Das er dich manipulieren konnte, liegt an seiner Begabung. Er kann jedes exstierende Wesen mit den Farben seiner Augen manipulieren, so auch dich", endete er und blickte mich besorgt an. Verständlich, wenn man seiner Tochter weiß machen wollte, es gab Vampire und sie selbst war einer davon. Ich lachte auf bevor ich sprach und winkte mit meiner Hand von meinem Gesicht rum.
„Du bist wohl nicht ganz dicht, Vampire, Savants, ist klar Dad", lachte ich ihn voller Hohn aus. „Prinzessin, dass ist mein voller Ernst" Er blickte mich tatsächlich mit einem sehr ernsten Gesichtsausdruck an, der keinen Zweifel zuließ. „Du, nein, du verarscht mich hier doch, oder?", fragte ich sichtlich unsicher und aufgelöst. „Nein mein Schatz. Du bist ein Savant und wahrscheinlich auch ein Vampir, vielleicht aber auch ein Medium, wenn du nach deiner Mutter kommst. Wenn sich unsere Gene nicht einigen konnten, beides." Liebevoll blickte er mich an und strich mir über mein Haar. Ich schüttelte wirr meinen Kopf und schlug seine Hand weg.
„Nein", flüsterte ich und versuchte zu flüchten, doch mein Vater hielt mich eisern fest. „Prinzessin, lass es mich dir von anfang an erklären", sprach er autoritär auf mich ein. So hatte ich ihn noch nie erlebt. Ich nickte leicht und ließ mich wieder aufs Bett fallen.
„Vor einiger Zeit sind die Familien deiner Mutter und mir durch das Portal, dass zu dieser Welt führt geflüchtet. Auf der anderen Seite herschte großer Krieg, sodass die führenden Familien flüchten mussten, um weiter agieren zu können. Dein Opa war damals der erste König und wäre damals sicherlich gestürzt worden. Der Vater deiner Mutter war sein oberster Führer und musste ihn begleiten. So kam es, dass deine Mutter und ich uns verliebten. Wir waren gerade 18 geworden, sodass ich die Unsterblichkeit erlangte und sie die Gabe der Seelenführer bekam. Damit waren wir beide Unsterblich. Der Krieg verebbte und alle kehrten zurück. Kurze Zeit später wurden deine Mutter und ich verbannt, weil damals die Liebe zwischen nicht gleicher Wesen verboten war. Der Grund war, dass deine Mutter mit dir schwanger geworden ist, dass war vor circa 19 Jahren. Wir kehrten also zurück in das Leben, dass wir hier führten und lernten die Familie von Nath kennen. Sofort war klar, dass du und Nath Savants seit, also Seelenspiegel, es heißt oft auch Seelenverwandt oder auch Seelenverbunden. Das passiert nicht oft, musst du wissen. Die Chance seinen Seelengefährten zu finden ist so gering, dass es damals nur ein Mythos war. Nur die Königsfamilien wussten von ihnen, weswegen ich handeln konnte. Nath war damals 17, als er dich zum ersten Mal sah und seine Familie waren normale Vampire ohne jegliche Macht in der damaligen Gesellschaft. Wir baten ihnen also an, wenn sie annahmen, dass wir dich ihnen versprechen, sie einen gewissen Machtheitsgrad in der anderen Welt erhielten. Ich war einer der Söhne des Königs und somit ein Prinz. Das Gleiche galt für dich und so wäre Nath ebenfalls Prinz geworden. So wollten wir verhindern, dass sie Nath, wenn er 18 wird, mit irgendeiner dahergelaufenen Vampirin verheirateten. Deswegen auch das gerede davon, dass er 18 Jahre auf etwas warten musste. Nämlich auf dich. Das er sich dir nähern darf, dich berühren darf, verstehst du? Seine Eltern wurden nach einiger Zeit sehr skeptisch, weshalb wir ihnen schließlich erklären warum wir darauf beharrten dich mit ihm zu verheiraten. Damals musste ein Vampir, es sei denn er war versprochen, mit 18 seinen Gefährten wählen und heiraten. Als du dann geboren wurdest, wollten dich deine Großeltern entführen. Du musst wissen, dass Könige und Königinen nach einer bestimmten Rangfolge ausgewählt werden. Aber das werde ich dir ein anderes Mal erklären. Sie haben dich also gefangen genommen, sodass Nath, Olivia und ich dich erst einmal wieder bekommen mussten, was wir ja, wie du siehst, geschafft haben. Ab da haben Nath und ich dafür gesorgt, dass du unbeschwert leben kannst. Beide aus einer gewissen Entfernung. Das war auch der Grund, warum ich so wenig Zeit mit dir verbringen konnte, es tut weh und es tut mir auch schrecklich leid meine kleine Prinzessin. Achja du hast dich ja immer gewundert, warum dich alle Prinzessin genannt haben, nunja, du bist eine.", lachend beendete mein Vater seinen Vortrag.
Und um ehrlich zu sein, ich glaubte ihm und schlimm war es für mich auch nicht. Irgendwie hab ich schon immer gespürt, dass alles um mich herum, inklusive mir, nicht ganz normal war. „Das heißt, ich meine, sind Evelyn und Anthony auch übernatürlich?", fragte ich neugierig. „Ja, Evelyn ist ein Vampir und Anthony ein Medium. Ich hoffe du bist uns nicht böse, aber sie waren all die Jahre für deinen Schutz zuständig. Als du in den Kindergarten kamst, waren alle dort Wesen aus der anderen Welt. Du hatttest viel Auswahl, dich aber trotzdem für die beiden entschieden und nach langem Reden haben wir uns dann auch für die beiden entschieden, sie sind deine Umbra. Naja, sie waren deine Umbra. Mit deinem 18 Lebensjahr benötigst du keine gesetzlichen mehr, jetzt sind sie einfach nur deine besten Freunde die nebenbei auf dich aufpassen", erzählte er, wobei es mir ziemlich leid für die Beiden tat. Durch mich hatten sie ja dann quasi kein eigenes Leben.
„Meint ihr, ich, dürfte ich Connor suchen gehen?", fragte ich meinen Vater, worauf meine Tante schnaubte. „Natürlich, aber nenne ihn doch bitte nicht Connor, er heißt Nathaniel, Connor war nur, damit du ihn nicht als Savant entarnen kannst", bat mich mein Vater und ich nickte.
Ich stand vom Bett auf und ging durch die gerade noch zu geschmissene Tür. „Nathaniel?", rief ich durch den Gang der Pension und kurze Zeit später lugte ein Kopf aus der letzten Tür. Sofort spürte ich wieder, wie mein Herz anfing zu rasen.
„Es tut mir leid, natürlich erinnere ich mich noch an dich" Ich lächelte leicht, hoffte er würde nicht so nachtragend sein. Sofort stürmte er durch die Tür und zog mich in seine Arme. „Ich hatte so sehr gehofft, dass du scherzt", lachte er und drückte mich enger an sich. Okay, er war kein nachtragender Mensch.
„Kommst du?", fragte ich ihn und deutete auf die Tür aus der ich gekommen war. „Natürlich", antwortete er und zog mich hinter sich her. Er öffnete die Tür und ließ mir den Vortritt. Er setzte sich auf einen der Stühle, die neben das Bett gezogen wurden, während ich es mir wieder auf dem Bett bequem machte.
„Es gibt einiges das doch ungesagt ist, aber ich denke es ist am besten, wenn wir wieder nach Brighton fahren, Nath übernachtet solange bis seine Eltern wieder kommen bei uns" Ich nickte und stand auf.
Auf dem Weg zur Limousine, die immer noch dort stand, wo ich sie zuletzt gesehen hatte, ergriff Nathaniel meine Hand und verschränkte sie mit einander. Ich war übernatürlich und es machte mir nichts aus. Komisch war das Wort, dass sich in meine Gedanken schlich, ehe ich ins Auto stieg.
Texte: Meine Fantasie, mein Buch, alles meins. Bildmaterialien: Therianthrop
Alle Rechte vorbehalten.
Tag der Veröffentlichung: 13.05.2014
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Annika B.
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