Nach dem Winter, Entscheide dich

Annika B. · Kapitel 1 von 11

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Nach dem Winter, Entscheide dich

Kapitel 1 ~ Der frühe Vogel fängt bekanntlich alle Würmer

Kapitel 1 ~ Der frühe Vogel fängt bekanntlich alle

Würmer

 

„Alexis, steh auf, heute ist dein letzter Tag vor den Ferien!", rief meine Mutter die Treppen hoch.

„Ich will aber nicht! Lass mich in Ruhe, ich gehe nicht!" Ich wälzte mich zur anderen Seite und zog mir die Decke über den Kopf. Dann hörte ich leise Schritte, eine Türklinke wurde runter gedrückt und dann regnete es.

Moment mal, Regen in meinem Zimmer? „Oh mein Gott!", schrie ich auf. „Evelyn!" Scheiße war das kalt!

„Stehst du jetzt auf oder brauchst du noch mehr Wasser?", fragte sie in einem festen und ernsten Ton.

„Nein ist okay, ist okay, ich steh ja schon auf!", grummelte ich ihr entgegen, schlug meine durchnässte Decke zur Seite und stieg aus dem Bett.

„Was machst du so früh hier?", wollte ich von dem blauhaarigen Mädchen wissen.

„Ich bin schon seit einer Stunde hier und warte darauf das du aufstehst"

Sie stemmte ihre Hände in die Hüften und schaute mich wütend an. „Wie spät ist es?", fragte ich sie nun. „Du hast noch genau 43 Minuten, bis der Bus kommt", sagte sie belustigt. Ich schaute sie geschockt an.

„Ist das dein Ernst?"

„Mein voller Ernst", grinste sie und zeigte mir ihren schönsten Finger.

Ich schubste sie zur Seite, so dass sie auf mein Bett fiel und rannte ins Badezimmer.

In Rekordzeit sprang ich unter die Dusche, putze meine Zähne, föhnte meine Haare, trug dezent Make up auf und rannte, mit nur einem Handtuch gekleidet zu meinem Schrank. „Wie lange hab ich noch?", fragte ich Evelyn histerisch. „Noch genau 19 Minuten, aber das schaffst du, du musst dich nur anziehen und deine Sachen packen, den Rest hab ich freundlicherweise für dich erledigt"

Ich zog mich an und ging dann zu meinem Schreibtisch, um mein Zeug für die Schule und den anderen Kram, den ich brauchte einzupacken.

„Fertig" Evelyn lachte. „Noch genau 10 Minuten, bis der Bus kommt" Schnaubend nahm ich sie in den Arm und begrüßte sie.

„Guten Morgen und jetzt komm, bevor ich wieder zuspät komme" Zusammen gingen wir die Treppen runter. Ich begrüßte und verabschiedete mich gleichzeitig von meiner Mutter und ging dann mit Evelyn zur Bushaltestelle, die zum Glück direkt vor meiner Haustür war.

„Wie viele Stunden haben wir heute eigentlich?", fragte ich sie, doch sie zuckte nur mit der Schulter.

„Ich glaube Anthony hat gestern irgendwas von 3 Stunden erzählt, aber du kennst mich"

Ich nickte nur.

„Der Bus" Sie zeigte auf den Bus, der auf uns zu kam. „Eve, ich stehe direkt neben dir"

Sie grinste. „Ich weiß" Ich schüttelte nur den Kopf und stieg in den besagten Bus, als die Türen aufgingen.

„Guten Morgen, Mädels", begrüßte uns unser Busfahrer mit einem Zwinkern.

„Guten Morgen, Kevin", sagten wir beide wie aus einem Mund und gingen auf die hinteren Sitze zu.

„Ich frage mich wirklich, warum die so einen jungen Typen als Busfahrer einstellen"

Ich nickte zustimmend und machte es mir auf einem der Sitze bequem.

„Ich will nicht, dass der Tag heute endet!", sagte ich nach einer Weile.

„Ach ja, morgen ist ja der Tag"

„Kannst du wirklich nicht mitkommen?", schmollte ich. „Ich hab dir doch schon gesagt, dass Mom es nicht einsieht, für mich Geld auszugeben"

„Dann bezahl ich für dich!", sagte ich nun fest entschlossen.

Sie wusste, dass ich ihr ein nein nicht durch gehen lassen würde und versuchte erst gar nicht zu widersprechen. „Ich zahls dir zurück, versprochen!", quitschte sie nun mit einem Lächeln im Gesicht. „Das brauchst du nicht. Ich muss da nicht allein hin, dass ist es Wert", sagte ich.

„Du fähst im Grunde genommen nicht alleine. Guten Morgen, Eve. Alexis", meldete sich mein bester Freund zu Wort. „So war das doch gar nicht gemeint Anthony! Du bist ein Kerl und das ist was ganz anderes, als wenn Eve mich begleitet!", schmollte ich erneut.

„Das weiß ich doch Prinzessin", murmelte er und gab mir ein Kuss auf die Wange.