Nach dem Winter, Entscheide dich
Kapitel 7 ~ Geburtstagsgrüße aus der Hölle
Ich hatte wirklich meinen 18 Geburtstag vergessen. Immer noch fassungslos, starrte ich den Kerl vor mir an. Der Kerl, der gerade zum zweiten Mal meine Lippen berührt hat! „Du! Was hast du da mit mir gemacht?", blaffte ich ihn an und ließ erneut meine Hand schnellen. Diesmal hielt er mich nicht davon ab und ließ die Bachpfeife über sich ergehen. „Na los! Sag schon!"
Doch statt mir eine Antwort zu geben, legte er etwas in meine noch immer offene Hand. Ich starrte auf dieses Etwas. Ein Ausweis. Sein Ausweis! Ich nahm das Ding genau unter die Lupe.
Name.
Wollte ich wirklich wissen wer er war?
Ja, dass wollte ich!
Connor Nathaniel Scott. Er.., schoss es mir in den Kopf, ganz von selbst.
Plötzlich bahnte sich etwas den Weg durch meine Blutbahn, direkt zu meinem Herzen. Nathaniel.
Dieser Name kam mir so unendlich bekannt vor. Nathaniel, Nathaniel, Nathaniel.
Jedes Mal wenn ich auch nur den Anstand machte seinen Namen in Gedanken auszusprechen, zog sich mein Herz zusammen und eine dicke Gänsehaut überfuhr meinen ganzen Körper. Ich riss mich selbst aus meinen Gedanken und starrte ihn an. Immer noch völlig durch den Wind, ließ ich meine Hand mit dem Ausweis sinken.
„Was hast du mit mir angestellt?", es war eher ein flüstern, was da aus meinem sonst so lauten Mundwerk kam. Er sah mich an, ein sanftes Lächeln stahl sich auf seine Lippen, dann nahm meine Hand. „Ich hab rein gar nichts mir dir gemacht, dass warst allein du", murmelte er und küsste sie keusch. Was war da nur los mit mir?
Ich hatte nichts getan, dass war allein er! Auch wenn mich das alles mehr als störte, hatte ich nun Grundinformationen.
Sein Name war also Connor, ich wollte den Zweitnamen definitiv nie wieder aussprechen, er war 18 und hatte am 19.07 Geburtstag. Genau einen Monat nach mir!
Apropos Geburtstag, meiner war heute!
„Ach du meine Güte!", rief ich durch den Gang. Ich sprang auf und rannte auf und ab.
Ich war 18, endlich 18!
Wie lange ich schon auf diesen Moment gewartet hatte. Nach dem Tamtam der mich die nächsten Wochen begleitete, würde ich ausziehen, weg aus Brighton!
Mein eigenes Haus in der Gegend der Reichen und das in Paris oder Italien!
Das war das was ich mit meiner Mom besprechen musste und was die Strapazen der nächsten Wochen wett machen würde. Verdammt nochmal!
„Ich muss.. ich muss nach Hause", stammelte ich wirr durch die Gegend.
„Was?! Du kannst doch jetzt nicht gehen, der Bus hält gleich", engegnete Connor auf mein immer noch wirres Gestammel. „Was? Wel- welcher Bus?"
Anstatt mir eine Antwort zu geben, zog er mich einfach hinter sich her.
Ich wehrte mich nicht, ließ es einfach geschehen. Was würde das auch nützen, er war viel zu kräftig. „Wo ist Evelyn?", fragte ich ihn, da mir bewusst wurde, dass auch sie meinen Geburtstag vergessen hatte.
Genau so wie meine Mutter!
Hallo? Ich wurde 18, wie konnte man das vergessen? Und Anthony! Er hatte mich an meinem 18 Geburtstag versetzt! Das würde noch eine Standpauke geben. Mein Vater hielt es ebenfalls nicht für wichtig, wenigstens an meinem Geburtstag aufzutauchen...
Er lief und lief und lief und dann standen wir vor einer weißen Limousine.
„Das nennst du Bus? Sag mal, ist dir eigentlich noch zu helfen?", nörgelte ich rum und schlug ihm mit meiner freien Hand gegen die Schulter.
Ich wartete nicht auf seine Antwort, riss mich los und drehte mich um, um nachhause zu gehen.
Ich musste mit meiner Mutter reden, wenn ich so schnell wie möglich aus Brighton weg wollte.
Die Bewerbungsphase für die Eliteschulen waren schon am laufen und ich musste mich dringend bewerben. Ein Glück, dass ich eine Einserschülerin oder eher Musterschülerin war.
Sie würde mich danach sicherlich ins Auto setzen und nach Small Dole fahren lassen.
„Alexis, bleib doch bitte stehen", rief Connor mir hinterher und hatte mich auch schon bald eingeholt.
Er warf mich über seine Schulter und ging zurück zur Limousine. Ich hämmerte wie verrückt auf seinem Rücken rum, aber ihn störte das nicht ein bisschen. Seine Haut war hart und auch irgendwie kalt, ganz anders als seine Lippen und seine Hände, die eine durchaus normale Temperatur hatten.
Dabei war es mehr als warm!
Sanft setzte er mich in die Limousine und schob mich rein, damit er sich selbst setzen konnte.
Bevor ich mich überhaupt bewegen konnte, um die Tür aufzuschlagen, verriegelte er diese und wies dem Fahrer an, loszufahren.
Super!