Nach dem Winter, Entscheide dich
Kapitel 2 ~ Arrogante Prinzen denken nicht
„Ich hab dir doch gesagt, dass du mich nicht immer Prinzessin nennen sollst!", protestierte ich.
„Aber wenn du doch eine bist", murrte Anthony etwas zu überzeugt. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und weigerte mich, auch nur noch einen Satz von mir zu geben.
„Nun sei doch nicht so, Alexis!", schimpfte er doch auch darauf bekam er keine Antwort von mir.
Den Rest der Busfahrt verharrte ich so, bis wir dann vor der Schule standen.
„Du kommst auch wirklich mit, Evelyn?", fragte ich sie lächelnd. „Ja, wenn ich es dir doch sage"
„Gut, dann müssen wir dich noch anmelden", stellte ich fest.
„Schon erledigt, Prinzessin", sagte Anthony. Verwundert starrte ich ihn an.
„Wie, schon erledigt?", hakte ich nach.
Er wusste doch selbst erst seit ein paar Minuten davon. „Evelyn steht schon seit dem ersten Anmeldungstag auf der Liste"
Nun verstand ich nichts mehr.
„Kann mir mal bitte jemand erklären was genau hier los ist?", fragte ich die beiden.
„Naja wir, ähm", druckste Evelyn herum.
„Wir wussten eben, dass du nicht ohne sie fahren willst, also haben wir sie auf die Liste setzen lassen", sagte Anthony monoton.
„Moment, moment, moment! Also erstens, wer ist "wir" und zweitens, woher wolltet "ihr" wissen, dass ich sage, "Hey, komm, ich bezahl einfach mal fünfhundert Pfund, damit du mich begleiten kannst!", noch bevor ich selbst wusste, dass ich überhaupt fahre?", pöbelte ich wütend rum und lehnte mich gegen die Eingangstür.
Anthony kratzte sich am Kopf, in der Hoffnung, ihm würde dadurch etwas einfallen.
Irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht und außerdem hasste ich es, wenn meine besten Freunde mich anlogen. Und das taten sie gerade, ohne auch nur zu versuchen, glaubwürdig zu wirken.
„Wir, sind Connor Scott und ich und nein, wir dachten eher, dass du schmollend mit uns, entschuldige mir, mitfährst und wir beide die Fahrt für Eve bezahlen", beantwortete er meine Frage wahrheitsgemäß.
„Wir dachten, du würdest dich freuen, wenn ich morgen am Treffpunkt stehe", erklärte sie und zu meinem Bedauern, machte sie mir damit unglaubliche Schuldgefühle.
Wie konnte ich auch nur denken, dass meine besten Freunde mich jemals anlügen würden, denn das taten sie nie. Nur eine Frage blieb unbeantwortet, Connor Scott?
Gerade als ich mich bewegen wollte, um einen der beiden zu fragen, wer zur Hölle das war, öffnete jemand die Eingangstür und ich wurde mit einem starken Stoß in Richtung Boden befördert.
„Au!", jammerte ich, als ich mich langsam wieder aufrappelte. „Sag mal, gehts noch? Hast du keine Augen im Kopf, oder was?", pflaumte ich die Person an, die mich so unsanft den Boden hat begrüßen lassen.
Wütend rieb ich den Dreck und das Blut, meiner neu gewonnenen Schürfwunden, an meiner Hose ab und funkelte die Person, welche ich eindeutig als männlich identifizieren konnte, wütend an. „Sorry", sagte diese dann und verschränkte seine Arme vor seiner Brust.
„Wer ist auch so blöd und lehnt sich an eine Eingangstür", sagte er spöttisch.
Meine Schuldgefühle waren verpufft und wurden durch Wut und Hass ersetzt.
„Wer ist auch so blöd und lehnt sich an eine Eingangstür", äffte ich ihn nach.
„Wer ist so blöd und schaut nicht, ob vielleicht ein Mensch an der Tür lehnt!", murrte ich, bereit diesem.., diesem Penner eine zu verpassen.
Seine Brust fing an zu beben und ehe ich mich versah, fing er tatsächlich an zu lachen!
„Ist die eigentlich immer so?", seine Worte an Anthony gerichtet.
Er zögerte, „Nun ja, eigentlich nicht", seufzte er.
Mir wurde das hier alles zu viel und ich entschloss mich dazu, freiwillig, in die Klasse zu gehen.
Ich schob meine Hände in meine Hosentaschen und wollte mich in Bewegung setzen, als "Mr. IchschubsegerneLeuteaufdenBoden" mich am Handgelenk packte und zurück zog.
„Was?", fragte ich gereizt.
Ich hatte echt keinen Kopf mehr für so ein Getue. „Wo willst du denn hin, Miss Cavanagh?", fragte er mich belustigt.
Ich war mir sicher, dass er mich mit seinem Verhalten einfach nur provozieren wollte, aber das ließ ich nicht mit mir machen. „Ich wüsste nicht, was dich das angehen sollte, Mr. IchschubsegerneLeuteaufdenBoden", sprach ich meinen Gedanken aus und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Er ließ mein Handgelenk los und verschränkte erneut seine Arme vor der Brust.
„Jetzt denkt sie sich sogar schon Spitznamen für mich aus, wie niedlich!", gluckste er.
„Wenn du in die Klasse willst, kann ich dir gleich sagen, dass du umsonst läufst", fügte er ausgesprochen freundlich hinzu.
„Umsonst?", fragte ich und hätte mir für die Frage am liebsten gegen die Stirn geschnipst.
Ich seufzte, „Ich geh dann mal, wir sehen uns dann morgen", sagte ich an Eve und Anthony gerichtet und machte mich aus dem Staub.