
Nachkommenschaften
So bin ich unversehens ein Landschaftsmaler geworden, beginnt Stifters Erzählung: Es ist entsetzlich, klagt der Ich-Erzähler, wenn man in eine Sammlung neuer Bilder gerät, welch eine Menge von Landschaften gibt es da, und wenn man alle Landschaften, welche von allen Landschaftsmalern unserer Zeit gemalt werden, ausstellte, welch allergrößte Menge von Landschaften würde man da finden. Er distanziert sich ausdrücklich von den Landschaften verschämter Töchter, die in Wasserfarben heimlich eine Trauerweide malen, unter welcher ein bekränzter Krug steht, von den Erinnerungsbildern reisender Frauen, die sie vom Dampfschiff aus in ihr Handbuch eintragen, und von den Zeichnungen der Fräuleinschulen, unter denen sich Landschaften mit Bäumen befinden, auf denen Handschuhe wachsen. Nun, es sind der in Ölfarben gemalten und mit Goldrahmen versehenen Landschaften schon genug, schließt er, und doch will er nun auch noch so viele malen, als in ihm liegen.






