
Der Nachsommer
Mein Vater war ein Kaufmann, beginnt Stifters großer Bildungsroman: Er bewohnte einen Teil des ersten Stockwerkes eines mäßig großen Hauses in der Stadt, in welchem er zur Miete war, und hatte in demselben Hause auch das Verkaufsgewölbe und die Schreibstube. Mein Vater hatte zwei Kinder, mich, den erstgeborenen Sohn, und eine Tochter, welche zwei Jahre jünger war als ich, erzählt der Ich-Erzähler weiter, und beschreibt, wie die Familie und das Personal getrennt zu Tisch saßen: Die Diener des Vaters speisten an unserem Tische mit Vater und Mutter, die zwei Mägde und der Magazinsknecht hatten in dem Gesindezimmer einen Tisch für sich. Wir Kinder bekamen einfache Speisen, der Vater und die Mutter hatten zuweilen einen Braten und jedesmal ein Glas guten Weines, schreibt der Erzähler, und schildert so, mit ruhiger Genauigkeit, die bürgerliche Häuslichkeit, aus der sein Bildungsweg seinen Ausgang nimmt.






