Professor Unrat, oder, Das Ende eines Tyrannen
Kapitel XVII
Die Künstlerin Fröhlich dachte am folgenden Morgen lange nach, was sie in
der Stadt zu besorgen haben könne, und als sie es gefunden hatte, ging sie. Sie
schielte nach ihrem Spiegelbild in jedem Schaufenster; sie hatte für ihre Toilette
zwei und eine halbe Stunde gebraucht. In ihrem Pulsschlag war ein bißchen
Erwartungsfieber. Am Anfang der Siebenbergstraße, vor der Buchhandlung von
Redlien blieb sie stehen – sie war noch nie vor der Buchhandlung stehen
geblieben –, senkte den Kopf über die Auslage und spürte im Nacken einen
angstvollen Kitzel, als sollte sogleich jemand hineingreifen. Da sprach es ihr in
den Nacken:
»Gnädige Frau? Sieht man sich mal wieder?«
Sie zwang sich, indem sie sich wendete, zu anmutiger Langsamkeit in der
Bewegung.
»Ach? Herr Lohmann? Sind Sie auch wieder im Lande?«
»Wenn ich dadurch nicht Ihr Mißfallen errege, gnädige Frau?«
»Wieso denn. Aber wo haben Sie bloß Ihren Freund gelassen?«
»Sprechen Sie vom Grafen Ertzum? Nun, der hat seine eigenen Wege ...
Aber gehn wir nicht weiter, gnädige Frau?«
»So? Und was macht er denn für gewöhnlich, Ihr Freund?«
»Er dient als Avantageur, gnädige Frau. Augenblicklich weilt er auf Urlaub
hier.«
»Ach nee, was Sie sagen. Is er denn noch so nett wie früher?«
Daß Lohmann auch gar nicht aus seiner Ruhe kam, obwohl sie sich immer
nur nach seinem Freund erkundigte. Sie hatte sogar das Gefühl, als machte er
sich lustig. Das Gefühl hatte sie auch damals im Blauen Engel meistens gehabt
bei Lohmann, und sonst bei niemand. Ihr ward ganz heiß. Er forderte sie auf, in
die Konditorei einzutreten. Sie erwiderte ärgerlich:
»Gehn Sie man alleine. Ich muß weiter.«
»Wir stehen schon etwas zu lange an dieser Ecke, gnädige Frau, für die
scharfen Augen der Kleinstädter.«
Er machte die Tür vor ihr auf. Sie seufzte und ging raschelnd hinein. Er blieb
auf dem Wege ins Nebenzimmer ein Stück hinter ihr und wunderte sich
nochmals darüber, wie vorteilhaft ihre lange Taille zur Geltung kam; wie sie gut
frisiert war; wie damenhaft sie ihren Rock schleppen ließ; was seither aus ihr
geworden war. Dann bestellte er Schokolade.
»Sie sind ja inzwischen eine bekannte Persönlichkeit hier geworden?«
»Es geht,« sagte sie; und ablenkend: »Aber Sie? Was haben Sie eigentlich
gemacht? Wo haben Sie gesteckt?«
Er berichtete bereitwillig. Er war ein wenig auf der Handelsschule gewesen
in Brüssel, und darauf in England als Volontär bei einem Geschäftsfreund seines
Vaters.
»Sie haben sich gewiß mächtig amüsiert,« meinte sie.
»Nein. Nicht mein Fall,« sagte er dürr, sogar verächtlich, und mit dem
bekannten schauspielerischen Faltenwurf im Gesicht. Sie betrachtete ihn von der
Seite mit scheuer Achtung. Er war ganz schwarz angezogen und hatte den
schwarzen runden Hut auf dem Kopf behalten. Sein Gesicht war noch etwas
gelber und schärfer geworden; es war glattrasiert; und es richtete sich mit
halbgesenkten Lidern, dunkeln und merkwürdig dreieckigen, irgend wohin, wo
nichts los war. Sie wollte ihn nötigen, sie anzusehen. Auch drängte es sie, sich zu
überzeugen, ob er noch seinen Schopf habe.
»Warum nehmen Sie denn Ihren Hut nich ab?« fragte sie.
»Gnädige Frau haben recht,« und er gehorchte. Jawohl; sein Haar stieg noch
als Wirbel in die Höhe und fiel als Locke auf die Stirn zurück. Er betrachtete sie
endlich mit ganzem Blick.
»Im Blauen Engel legten gnädige Frau noch nicht soviel Wert auf die
Formen. Wie man sich verändert. Wie wir alle uns verändern. Und in der
lächerlichen Zeit von zwei Jahren.«
Er sah wieder weg und dachte so sichtlich an etwas anderes, daß sie gar
nichts mehr zu sagen wagte, obwohl seine Äußerung sie ein wenig gestochen
hatte. Aber er hatte dabei vielleicht nicht mal sie gemeint! So hatte es geklungen.
Lohmann hatte Frau Dora Breetpoot gemeint, und daß er sie so anders
wiedergefunden hatte, so anders als das Bild von ihr, das seine Seele mit
fortgenommen hatte. Er hatte sie als große Dame geliebt. Sie war die große
Dame der Stadt gewesen. Einmal in der Schweiz hatte sie die Bekanntschaft
einer englischen Herzogin gemacht, und etwas rituelle Weihe war von dieser
Berührung an ihr haften geblieben. Sie vertrat in der Stadt eigentlich die
Herzogin. Daß der englische Adel der erste der Welt sei, daran durfte hier
niemand zweifeln. Später auf einer Reise nach Süddeutschland war ihr von
einem Rittmeister aus Prag der Hof gemacht worden; damals trat die österreichische Aristokratie gleichberechtigt neben die englische ... Wie
Lohmann von dem allen sich hatte einschüchtern lassen, es gutgläubig
mitgemacht hatte: es war erstaunlich. Es war vor allem erstaunlich, daß das
keine zwei Jahre her war. Jetzt kehrte er in die Stadt zurück – sie hatte sich
zusammengezogen, als sei sie aus Gummi. Das Breetpootsche Haus war nur
noch halb so groß; – und drinnen saß eine kleine Provinzdame. Nicht viel mehr
als Provinzdame. Gewiß, sie hatte immer noch den Medaillenkopf der Kreolin;
aber im Munde der Medaille die Dialektausdrücke! Die Mode vom Vorjahr, und
nicht ganz richtig verstanden. Schlimmer noch, Abstecher ins Persönlich-
künstlerische, die mißlangen. Und der Empfang des aus fernen Gesellschaften
Wiedergekehrten, als habe er ihr Grüße zu bringen; und der irritierende
Anspruch, nicht hier hineinzupassen. Ja, daß ihn das früher nicht irritiert hatte?
Zwar hatte er damals kaum ein Wort von ihr erhalten, war kaum bemerkt
worden. Er war ein Schüler gewesen. Jetzt war er ein Herr, man kokettierte, man
trachtete ihn zu fesseln in dem »Kreis« um die eigene kleine Person herum ... Er
war mit Bitterkeit erfüllt worden bis an den Hals. Er dachte an die alte Flinte, die
damals immer bereit gelegen hatte, ernsthaft bereit für den Fall, daß er entdeckt
ward. Er empfand noch heute melancholischen Stolz auf die
Knabenleidenschaft, die bis an die Schwelle seiner erwachsenen Jahre gedauert
hatte, durch Scham, Lächerlichkeit, ja ein wenig Ekel hindurch immer noch
gedauert. Trotz Knust, von Gierschke und den andern. Trotz der zahlreichen
Nachkommenschaft der geliebten Frau. Wie er in der Nacht nach ihrer letzten
Entbindung das Tor ihres Hauses geküßt hatte! Das war noch etwas gewesen,
davon mußte man zehren. Er erkannte, daß er damals so viel besser gewesen
war, so viel reicher. (Wie hatte er sich damals müde vorkommen können. Jetzt
war er's.) Das Beste, was er in seinem Leben zu verschenken gehabt hatte, die
Frau da hatte es ahnungslos bekommen. Nun, da er leer war, warb sie um ihn ...
Lohmann liebte die Dinge vor allem um ihres Nachklangs willen, die Liebe der
Frauen nur wegen der ihr nachfolgenden bitteren Einsamkeit, das Glück
höchstens der würgenden Sehnsucht zuliebe, die es in der Kehle zurückläßt.
Diese kleine schattenlos gegenwärtige Snobdame war ihm schwer erträglich,
denn sie entstellte ihm die Wehmut des einst Gefühlten. Er nahm ihr alles übel,
auch die Spuren des Verfalls, die sich in ihrem Salon – noch nicht an ihrer
Person – verrieten. Er wußte von Breetpoots schlechtem Stande. Welche Lasten
von Zärtlichkeit würde ihr das ehemals eingetragen haben von ihm. Nun sah er
bloß, wie ihre Bemühungen um Grazie von der um sie her einreißenden
Knappheit anspruchsvoll abstachen, und schämte sich im voraus für sie, wegen
der etwas würdelosen Gespreiztheit, mit der sie die Armut hinhalten und
verleugnen würde. Er war beleidigt, wenn er sie ansah; beleidigt und gedemütigt, wenn er sich klar machte, wie er selbst sich nun innerlich aufführte. Was das
Leben aus einem machte. Gesunken war er. Sie war gesunken. Als er ging, fühlte
er mit ängstlicher Genauigkeit das Entweichen von Lebensjahren, und daß hier
die Tür sich schloß hinter einer Liebe, die so viel gewesen war wie eine Jugend.
Dies war ihm am Morgen nach seiner Ankunft geschehen. Gleich darauf traf
er mit Ertzum zusammen, und dann sie beide in der Siebenbergstraße mit den
Unrats. In dieser Enge konnte das nicht lange ausbleiben. So kurz Lohmann auch
in der Stadt war, er hatte doch schon von ihnen sprechen gehört; und des alten
Unrat Taten hatten seine Liebhaberei für menschliche Seltsamkeiten lebhaft
angesprochen. Er stellte fest, daß Unrat alles erfüllt habe, was sich vor zwei
Jahren in ihm angekündet hatte; eher mehr als weniger. Aber noch großartiger
fast erschien ihm die Entwickelung der Künstlerin Fröhlich. Von der Chanteuse
des Blauen Engels zur Demi-Mondaine hohen Stils! Denn schließlich, auf den
ersten Anblick war sie's. Bei näherem Hinsehn drang dann das Kleinbürgerliche
durch. Immerhin, es war alles mögliche, was hier geleistet war. Und die vielen
gezogenen Hüte auf dem Wege des Ehepaars! Und all die demütige
Begehrlichkeit, wo immer die Künstlerin Fröhlich ihr Parfüm hinwehte!
Zwischen ihr und ihrem Publikum, der Stadt, hatte augenscheinlich eine Art von
gegenseitiger Beschwindelung stattgefunden. Sie hatte sich als repräsentative
Schönheit gebärdet, war allmählich dafür angesprochen worden und hatte es
selbst wieder den Leuten geglaubt. So ähnlich mußte es wohl seinerzeit mit Dora
Breetpoot zugegangen sein und ihrem Anspruch auf mondainen Chic? Lohmann
fand es von prickelnder Ironie, wenn er sich jetzt mit der Fröhlich befaßte. Er
konnte ja der Zeit gedenken, wo er Verse gemacht hatte auf beide; wo er, in der
Rachsucht seines Leidens, Dora Breetpoot hatte beschmutzen wollen, dadurch
daß er, mit ihr im Herzen, den Liebkosungen der andern den Geschmack düstern
Lasters zu geben sich vornahm. Laster? Jetzt, da er keine Liebe mehr hatte,
begriff er auch kein Laster mehr. Keine Bitterkeit seines Herzens gegen Frau
Breetpoot kam Frau Unrat zugute. Nichts würde sich in ihm regen, wenn er mit
ihr am Breetpootschen Haus vorbeiging. Er führte einfach eine elegante Kokotte
durch die entgötterte Stadt.
Ertzum nahm er dabei lieber nicht mit. Ertzum hatte, sobald er das gute
Mädchen zu sehen kriegte, kopflos mit dem Säbel zu rasseln angefangen und
eine ganz rauhe Stimme bekommen. Ertzum war imstande, gleich wieder mit
schweren Gefühlen loszulegen. Für Ertzum war immer alles Gegenwart –
wohingegen Lohmann in der vormittäglich leeren Konditorei, an der Seite der
Künstlerin Fröhlich, aus seinem Gläschen, das nie leer ward, nichts anderes
nippte, als den nebelhaften Nachgeschmack der Stimmungen von einst.
»Soll ich Ihnen etwas Kognak in die Schokolade gießen?« fragte er. »Das ist nämlich sehr gut.« Dann:
»Was man von Ihnen aber alles hört, gnädige Frau!«
»Wieso?« fragte sie wachsam.
»Nun, Sie und unser alter Unrat sollen ja die Stadt auf den Kopf stellen und
massenhaftes Unheil anrichten.«
»Ach das meinen Sie. Na ja, man tut was man kann. Die Leute amüsieren
sich bei uns – obschonst ich mich als Hausfrau nich selber loben will.«
»Das sagt man. Auch ist über Unrats eigentliche Beweggründe wohl
niemand im klaren. Man denkt, er benutze das Spiel für den Lebensunterhalt. Ich
glaube anderes. Wir zwei, gnädige Frau, kennen ihn ja besser.«
Die Künstlerin Fröhlich war bestürzt und schwieg.
»Er ist der Tyrann, der lieber untergeht, als eine Beschränkung duldet. Ein
Spottruf – und der dringt noch nachts durch die Purpurvorhänge seines Bettes
und in seinen Traum – verursacht ihm blaue Flecke auf der Haut, und er braucht,
um sich davon zu heilen, ein Blutbad. Er ist der Erfinder der
Majestätsbeleidigung: er würde sie erfinden, wenn es noch zu tun wäre. Es kann
kein Mensch sich ihm mit so wahnsinniger Selbstentäußerung hinwerfen, daß er
ihn nicht noch als Empörer haßte. Der Menschenhaß wird in ihm zur zehrenden
Qual. Daß die Lungen ringsumher einen Atem einziehn und ausstoßen, den nicht
er selber regelt, durchgällt ihn mit Rachsucht, spannt seine Nerven bis zum
Zerreißen. Es braucht nur noch einen Anstoß, eine zufällige Widersetzlichkeit
von Umständen – ein beschädigtes Hünengrab und alles was damit
zusammenhängt; es braucht nur noch die Überreizung seiner Anlagen und
Triebe, zum Beispiel durch eine Frau – und der Tyrann, von Panik erfaßt, ruft
den Pöbel in den Palast, führt ihn zum Mordbrennen an, verkündet die
Anarchie!«
Die Künstlerin Fröhlich hatte den Mund offen; was Lohmann
zufriedenstellte. Er unterhielt solche Damen immer in einer Weise, daß ihnen
nichts anderes übrig blieb als den Mund offen zu behalten. Übrigens lächelte er
zweiflerisch. Er glaubte ja nur eine abstrakte Möglichkeit auf die Spitze zu
stellen. Die Geschichte des alten lächerlichen Unrat zu erzählen, glaubte er denn
doch nicht. Dazu sah er ihn noch zu sehr aus der Perspektive von unterhalb des
Katheders; hatte es zu schwer, sich Ungeheuerlichkeiten als ganz wirklich
vorzustellen, geschehen an dem, der ihm blöde Pfuschereien über die Jungfrau
von Orleans zudiktiert hatte.
»Ich habe die größte Sympathie für Ihren Gemahl,« setzte Lohmann mit
Lächeln hinzu, und vervollständigte dadurch die Verblüffung der Künstlerin
Fröhlich.
»Ihre Häuslichkeit wird wirklich überall gerühmt,« sagte er darauf.
»Na ja, wir sind nämlich ganz himmlisch eingerichtet. Und auch sonst –«
Sie belebte sich von Ehrgeiz.
»Für unsere Gäste is uns nischt zu viel. Die Leute stehn manchmal Kopp bei
uns, Sie würden lachen. Ach, wenn Sie kämen, Ihnen zu Ehren sing' ich
überhaupt das Affenweib, das tu ich sonst nich, weil es doch 'n bißchen zu sehr
rausfällt.«
»Gnädige Frau sind unwiderstehlich.«
»Sie wollen woll wieder ulken?«
»Sie überschätzen mich. Das Scherzen ist mir vergangen, als ich Sie
wiedergesehen habe. Gnädige Frau müssen ja wissen, daß Sie das Einzige sind,
was hier am Orte in Betracht kommt.«
»Na und?« machte sie befriedigt, aber ohne sich zu wundern.
»Allein schon Ihr Anzug. Das resedagrüne Tuchkleid ist selbstverständlich
durchaus auf der Höhe. Den schwarzen Hut haben Sie sehr mit Recht dazu
gewählt. Wenn ich einen einzigen Einwand vorbringen darf: die Stola aus point-
lace wird dies Jahr nicht mehr getragen.«
»Ach nee.«
Sie rückte näher.
»Wissen sie das auch sicher? Denn hat der Ekel mich doch mit angeschmiert.
Ein Glück, daß sie nich bezahlt is.«
Sie errötete; und rasch:
»Bezahlen will ich sie meinswegen. Aber tragen, nee. Heut zuletzt, verlassen
Sie sich drauf.«
Sie war glücklich, ihm recht geben, sich ihm unterwerfen zu können. Seine
Beschlagenheit in betreff Unrats erhöhte ihre Achtung vor Lohmann bis zur
Fassungslosigkeit. Nun wußte er auch noch in der Mode Bescheid. Er redete
wieder so fein:
»Was Sie, gnädige Frau, diesen Kleinstädtern geworden sein müssen! Eine
Herrscherin über Gut und Blut, eine angebetete Verderberin. Eine Semiramis,
was weiß ich. Alles stürzt sich, von Taumel gepackt, ungebeten in den Abgrund,
nicht wahr?«
Und da sie sichtlich zu weit zurück blieb:
»Ich meine, die Männer lassen sich nicht lange bitten, und Sie haben von
ihnen mehr als Sie brauchen können, von allen ohne Ausnahme, wenn ich mich
nicht irre, gnädige Frau.«
»Nu übertreiben Sie aber bedeutend. Daß ich hier Glück habe und ziemlich
viel geliebt werde, na ja.«
Sie trank erst; das mußte er wissen.
»Aber wie Sie sich einbilden, daß ich hier losgehn soll – nee ... Glauben Sie man nich,« und sie sah ihm in die Augen, »es geht jedermann so gut, daß er mit
mir alleine bei Schokolade und Kuchen sitzen darf.«
»Aber ich darf das? Dann bin wohl ich jetzt daran?«
Er legte den Kopf zurück und bekam Falten. Sie konnte, betreten, nur noch
auf seine niederhängenden Lider blicken.
»Aber,« fuhr er fort, »ich sollte bei Ihnen, wenn ich mich recht erinnere, der
letzte sein? Haben Sie mir das seinerzeit nicht des öftern in Aussicht gestellt,
gnädige Frau? Dann sind also –« und er öffnete ganz unverschämt die Augen,
»alle andern bereits abgemacht?«
Sie war nicht gekränkt, nur gequält.
»Ach Mumpitz, Sie haben ganz falsche Begriffe, die Leute quasseln. Zum
Beispiel, mit Breetpoot. Den soll ich weiß Gott wie ausgelutscht haben. Jetzt
heißt es, er hat auch noch dem Ertzum sein Geld – ach Gott.«
Sie merkte zu spät, was sie gesagt hatte und sah erschrocken in ihre Tasse.
»Das ist allerdings das Schlimmste,« versetzte Lohmann hart und düster. Er
wandte sich halb weg, und es entstand Schweigen.
Die Künstlerin Fröhlich wagte endlich schüchtern zu bedenken zu geben:
»Ich bin es doch nich alleine gewesen. Wenn Sie wüßten, wie der gebettelt
hat. Wie'n Kind, sag' ich Ihnen. Die olle Zahnlücke. Der ganze Kerl is eine
Zahnlücke. Sie werden es nich glauben, aber durchgehn wollt' er mit mir. Der
mit seiner Zuckerkrankheit, danke.«
Lohmann bedauerte es schon, eine moralische Anwandlung gehabt zu haben,
bei einem so unterhaltenden Theater. Er sagte darum:
»Ihre Soireen möchte ich mir tatsächlich einmal ansehen.«
»Also Sie sind eingeladen!« sagte sie rasch und freudig. »Kommen Sie man,
ich rechne bestimmtest drauf. So nu muß ich aber weiter, bleiben Sie man sitzen.
Ach Gott nee!«
Sie wandte sich klagend hin und her, faltete die Hände.
»Es geht ja nich, weil Unrat gesagt hat, nu sind wir komplett, un neue will er
nich. Das vorige Mal hat er mir schon Krach gemacht. Darum, Sie verstehn –«
»Vollkommen, gnädige Frau.«
»I wo, markieren Sie nu man nich gleich die gekränkte Leberwurscht, darum
können Sie mich ja doch besuchen, wenn niemand da is. Zum Beispiel heut
nachmittag um fünf. Nu aber raus.«
Und sie rauschte, mit allen Zeichen höchster Eile, durch die Portiere.
Lohmann wußte gar nicht, wie das gekommen war; wie es gekommen war,
daß er sogar Lust hatte. Er vermutete dabei die Anziehung, die das Verderben
ausübt. Grade weil Ertzum nun eigentlich durch diese spaßige kleine Kypris mit
dem gutmütigen Zynismus ihres Volkstons, seinem Verderben nahe gebracht war. Und Ertzum liebte sie noch immer. Ertzum konnte für sein Geld wenigstens
glücklich werden. Lohmann ging ganz kahl hin, ohne einen Funken. Er ging an
Stelle seines Freundes, der sie sich durch langes Leiden verdient hatte. Wie
unmöglich das vor zwei Jahren gewesen wäre. Er erinnerte sich, daß er damals
mit Unrat – der Alte, selber schon ganz verloren, wollte ihn noch von der Schule
jagen – Mitleid empfunden hatte, aufrichtiges, gar nicht boshaftes Mitleid. Jetzt
dagegen ging er zu seiner Frau. Was das Leben aus einem machte, meinte
Lohmann nochmals, melancholisch und stolz.
Es empfing ihn, aus dem Innern der Wohnung, ein lautes Schelten. Das
Mädchen öffnete ihm verlegen die Tür zum Salon. Lohmann erblickte der
Künstlerin Fröhlich gegenüber, die sehr erregt war, einen schwitzenden Mann
mit einem Blatt Papier in der Hand.
»Was wollen Sie denn?« fragte er den Mann. »Ach so. Wieviel ist es.
Fünfzig Mark! Und darum das Geschrei.«
»Tjä, Herr,« erwiderte der Gläubiger, »ich bin man schon fumfzigmal
gekommen, wegen jede Mark einmal.«
Lohmann bezahlte und entließ ihn.
»Gnädige Frau mögen mir meinen Übergriff nicht verübeln,« äußerte er,
nicht mehr ganz frei. Er fand sich in falscher Lage; was er jetzt etwa bekam, war
ein Entgelt für das Geleistete. Wenigstens durfte es dann nicht bei fünfzig Mark
bleiben; hiergegen wehrte sich Lohmanns Eitelkeit.
»Da ich einmal begonnen habe dreist zu sein – gnädige Frau, man schildert
Sie mir, ich weiß nicht ob mit Recht, als in einige peinliche Geldfragen
verwickelt.«
Die Künstlerin Fröhlich schlang krampfhaft die Finger ineinander und löste
sie wieder. Sie wendete den Kopf ratlos hin und her auf dem steifen Kragen ihres
tea-gown. Die tausend Plackereien ihrer von Lieferanten, Liebhabern und
Wucherern gehetzten Tage stürzten ihr alle auf einmal durch den Sinn; – und
dort, in der ihr hingehaltenen Brieftasche war ein dicker Packen brauner
Scheine.
»Wieviel?« fragte Lohmann ruhig; und immerhin vorsichtig: »Ich würde so
weit gehen, wie ich kann.«
Sie hatte ausgekämpft. Sie wollte nicht gekauft sein, von Lohmann nun mal
grade nicht.
»Nee, es is überhaupt nich wahr,« sagte sie. »Ich brauche nischt.«
»Um so besser. Andernfalls hätte ich mich geschmeichelt gefühlt, gnädige Frau –«
Er dachte flüchtig an Dora Breetpoot, und daß nun auch sie geldbedürftig
und, wer weiß, für Geld zu haben sei?... Um der Künstlerin Fröhlich immer noch
die Wahl zu lassen, legte er die Brieftasche geöffnet auf den Tisch.
»Platzen wir uns man endlich,« sagte sie, und heiter ablenkend:
»Haben Sie aber 'n gespicktes Portefölch!«
Da er in kühlem Schweigen blieb:
»Wie Sie all das Pinke Pinke bloß loswerden. Sie tragen ja nich mal Ringe an
den Fingern.«
»Ich werde es auch niemals los.«
Und er erklärte, unbesorgt, ob sie verstehe.
»Ich bezahle keine Frauen, weil ich mich nicht selber demütigen möchte.
Übrigens ist es unnötig. Es geht wie mit den Kunstwerken, für die ich ja Gott
weiß was hingeben würde. Aber kann man die eigentlich besitzen? Man sieht
eines im Laden, man trägt einen Traum fort. Dann kehrt man vielleicht um und
kauft? Was kauft man? Die Sehnsucht bedarf keines Geldes, die Erfüllung ist es
nicht wert.«
Und er drehte sich von seiner Brieftasche schmollend weg. Zugleich
übersetzte er ins Populäre:
»Ich will sagen, daß ich schon tags darauf genug davon habe.«
Die Künstlerin Fröhlich, von Ehrfurcht berührt und zugleich ein ganz wenig
spottsüchtig im Angesicht ihres Idols, bemerkte:
»Denn kaufen Sie sich woll nischt wie Essen und Trinken.«
»Können Sie mir etwas anderes anraten?« Und er sah ihr auf einmal mit
gefalteter Stirn so unverschämt in die Augen, als fragte er: »Soll ich Sie kaufen,
Sie?« Achselzuckend, als Antwort auf das Unausgesprochene:
»Die körperliche Liebe ist schlechthin widerlich.«
Sie war ganz betreten. Dann wagte sie schüchtern, es komisch zu finden und
sagte:
»Ach nee.«
»Man muß sich herausheben,« bestimmte Lohmann, »sich rein und hoch
machen. Reiten, wie Parsifal. Ich werde wahrscheinlich bei der Kavallerie
dienen und gleichzeitig die hohe Schule erlernen. Es gibt, von den Zirkusleuten
abgesehn, in ganz Deutschland keine hundert Personen, die hohe Schule reiten
können.«
Nun lachte sie ganz offen.
»Aber denn werden Sie ja selber 'n Zirkusfritze. 'ne Art entfernter Kollege
von mir. Wie ich das finde.«
Seufzend:
»Wissen Sie noch, der Blaue Engel? Das war doch das Beste.«
Lohmann stutzte.
»Es kann sein,« versetzte er mit Überlegung, »daß das das Beste war. Die
Epoche im ganzen.«
»Zu der Zeit konnte man woll lachen, man brauchte sich noch nich
rumzuschlagen mit der ganzen Bande. Wenn ich denke, wie wir zwei beide
zusammen getanzt haben, un denn kam Unrat, und Sie mußten durch das rote
Fenster ... Wissen Sie woll, daß er noch immer mächtig scharf is auf Sie –« sie
lachte erregt – »und Wurst von Ihnen machen möcht?«
Sie horchte immer mit einem Ohr nach der Tür; – und dabei sah sie
Lohmann vorwurfsvoll an, weil er alles ihr überließ. Nun, dann wollte sie die
Sache alleine machen. Sie hatte sich Lohmann in den Kopf gesetzt: vor allem,
weil alle ihr erlaubt waren, und dieser einzige nicht. Das war ja nicht
auszuhalten. Dann, weil ein bißchen trotzige Begierde noch aus den einfacheren
Zeiten, deren sie jetzt mit Seufzen gedachte, dank Unrats Mißtrauen und seinem
gräßlichen Haß wachgeblieben war, und nun durch Lohmanns erhöhte
Überlegenheit und seine fremdartige Distinktion gereizt ward bis zum
Schwindel. Schließlich: weil es gefährlich war. Weil die Luft um sie her mit
Katastrophen geladen war und die Herbeiführung ihres Platzens ein Kitzel war
für die Künstlerin Fröhlich.
»Un wie Sie damals gefühlvoll gedichtet haben!« sagte sie. »Das tun Sie
gewiß gar nich mehr. Wissen Sie noch, Ihr Lied vom runden Mond, was ich mal
gesungen hab' und die Leute lachten so dämlich?«
Sie bog sich schwärmerisch über die Seitenlehne ihres Sessels, setzte die
Finger ihrer Rechten auf die Brust und stimmte an, hoch und schwach:
»Der Mond ist ruhnd und alle Sterne scheinen –«
Sie sang die ganze Strophe und dachte sich dabei, daß dies das einzige Lied
auf der Welt sei, das sie nicht singen dürfe; und hatte dabei fortwährend Unrats
Gesicht vor Augen. Es war fürchterlich; aber es war ein bißchen komisch
geschminkt, und die Büchse »bellet« mit dem Spiegel hielt Unrat in der Hand.
»Mein Herze weint, und alle Sterne lachen.«
Lohmann, peinlich berührt, versuchte ihr zu steuern. Aber sie brach
unaufhaltsam die zweite Strophe an.
»Der Mond ist ruhnd ...«
Da krachte die aufgestoßene Tür, und Unrat stand, mit einem langen
Schleichsatz, im Zimmer. Die Künstlerin Fröhlich kreischte hoch auf und flog in
den Winkel, hinter Lohmanns Sitz. Unrat keuchte wortlos; und sie fand ihn
genau so aussehn, wie sie ihn sich beim Singen vorgestellt hatte. Er machte
wieder die scheußlichen Augen von gestern. Warum hatte er auch keinen
Kamillentee gewollt, dachte sie in ihrer Angst.
Unrat dachte: nun sei es aus. Sein ganzes Werk, sein ganzes strafendes
Vernichtungswerk sei umsonst, da zum Schlusse nun doch Lohmann bei der
Künstlerin Fröhlich sitze. Er hatte sie ins Angesicht der ganzen Menschheit
gestellt, daran gearbeitet, daß alles den andern Entrissene ihres werde; – und
inzwischen machte sie seine qualvollsten Gesichte zu Wahrheit, seine Gesichte
von ihr und Lohmann, in dessen Züge alles Schlimmste, Hassenswerteste sich
zusammengedrängt hatte. Was blieb da noch? Es war aus mit der Künstlerin
Fröhlich, und also aus mit Unrat. Er mußte sie zum Tode verurteilen, und damit
sich selbst.
Er hatte nichts gesprochen; – und plötzlich saß er ihr an der Kehle. Er
gurgelte dabei, als sei er selbst der Gewürgte. Eine Sekunde hielt er inne, und
schöpfte selber Atem. Sie benutzte die Sekunde, um zu schreien:
»Ihm is die körperliche Liebe widerlich, hat er so gewiß gesagt.«
Unrat packte von neuem zu. Aber da zerrte es heftig an seinen beiden
Schultern.
Lohmann tat dies nur versuchsweise. Er wußte nicht, ob ihm hier tatsächlich
eine Rolle zufiel; ihm war, als träumte ihm. So etwas gab es ja eigentlich nicht.
In seiner klugen Vorstellung ging Unrats absonderliche Entwicklung glatt von
statten, und gewissermaßen entrückt, wie in einem Buch. Etwas so
Handgreifliches kam darin nicht vor. Lohmann hatte sich aus Anlaß seines alten
Professors eine interessante Theorie zurechtgemacht; aber vor Augen hatte er
Unrats Seele kaum; – kaum ihre Abgrundflüge, ihr fürchterliches Auskohlen, ihr
über alles hinaus zu sich selber Verdammtsein. Die Anschauung der Dinge, die
Lohmann gefehlt hatte, nun kam sie zu jäh, und er hatte Furcht – die Furcht vor
dem Wirklichen.
Unrat wendete sich nach ihm um. Inzwischen entwischte die Künstlerin
Fröhlich, floh kreischend ins Nebenzimmer und schloß geräuschvoll ab. Einen
Augenblick sah Unrat wie betäubt aus; dann raffte er sich auf und fing an
Schleichsätze um Lohmann herum zu machen. Lohmann war, um sich eine
Haltung zu geben, an den Tisch zurückgetreten, nahm seine Brieftasche und
strich darüber hin. Er dachte verschwommen darüber nach, was sich etwa sagen
ließe. Wie dieses Wesen dort aussah! Etwas zwischen Spinne und Katze, mit wahnsinnigen Augen, über die farbige Schweißtropfen rannen, und mit Schaum
auf dem klappenden Kiefer. Es war keine angenehme Lage, es mit gekrümmten
Fangarmen überall um sich her zu haben. Was keuchte es?
Unrat keuchte unverständlich:
»Elender – – wagen es – – Fassen – – endlich fassen – – Hergeben, alles
herausgeben!«
Und da entriß er Lohmann die Brieftasche und stürzte mit ihr hinaus.
Lohmann stand noch da, voll eines großen Schreckens: denn hier wurden
Verbrechen begangen. Unrat, der interessante Anarchist, beging ausgemachte
Verbrechen. Nun war der Anarchist eine moralische Seltsamkeit und ein
wohlverständliches Extrem; das Verbrechen eine Steigerung allgemein
menschlicher Neigungen und Affekte, die nichts Auffallendes hatte. Unrat aber
hatte bei Lohmanns körperlicher Gegenwart seine Frau zu erwürgen versucht,
und er hatte an Lohmann selbst einen Raub begangen. Da geriet denn der
Kommentator ins Stocken, dem Zuschauer versagte das wohlwollende Lächeln.
Lohmanns Geist, der durch so unglaubwürdige Erlebnisse noch nie erprobt
worden war, warf alle Eigenart ab und antwortete auf »Verbrechen« ganz
bürgerlich mit »Polizei«. Wohl bewahrte er das Bewußtsein, dies sei kein
besonders seltener Einfall, aber er sagte sich: »da hört's auf«; und schritt stramm
über das Bedenken hinweg. Ja, Lohmanns Schritt ward stramm, als er sich an die
Tür zum Nebenzimmer begab, um daran zu rütteln. Er hatte deutlich gehört, wie
die Künstlerin Fröhlich sich eingesperrt hatte; aber es war seine Pflicht, sich
vollends zu überzeugen, daß sie nach seinem Weggang nicht in die Gewalt ihres
mörderischen Gatten fallen könne ... Darauf verließ Lohmann das Haus.
Ein Stündchen verrann; dann wälzte sich ein immer noch anschwellender
Haufe um die Straßenecke. Die Stadt war in Jubel, weil Unrats Verhaftung
beschlossen war. Endlich! Der Druck ihres eigenen Lasters ward von ihr
genommen, da die Gelegenheit dazu entfernt ward. Man warf, zu sich kommend,
einen Blick auf die Leichen ringsumher und entdeckte, daß es höchste Zeit sei.
Warum man eigentlich solange gewartet hatte.
Ein Bierwagen, hoch voll Fässern, versperrte schon die halbe Straße, da
mußte noch eine Droschke hindurch; und darin kamen die Beamten. Die
Obstfrau von der Ecke lief mit; Herr Dröge, der Krämer, schleppte den
Gummischlauch herbei.
Vor Unrats Hause johlte das Gedränge. Endlich erschien er, inmitten der
Beamten. Die Künstlerin Fröhlich, wirr, zerzaust, ganz in Tränen, zuckendem Jammer, Reue und unerhörter Unterworfenheit, klammerte sich an ihn, lag über
ihn hingehängt, löste sich auf in ihn. Sie war mitverhaftet worden, was Lohmann
nicht vorausgesehen hatte. Unrat hob sie in den geschlossenen Wagen, der ganz
verfinstert war mit Gardinen; und er suchte zerfahren umher im Geheul. Einer
hinterm Lederschurz, der Bierkutscher, reckte seinen bleichen Schlingelkopf
heraus und quäkte:
»'ne Fuhre Unrat!«
Unrat warf sich herum, nach dem Wort, das nun kein Siegeskranz mehr war,
sondern wieder ein ihm nachfliegendes Stück Schmutz – und erkannte
Kieselack. Er schüttelte die Faust, er schnappte, den Hals vorgestreckt, in die
Luft: aber Herrn Dröges Strahl prallte ihm grade in den Mund. Er sprudelte
Wasser, empfing von hinten einen Stoß, stolperte das Trittbrett hinan und
gelangte kopfüber auf das Polster neben der Künstlerin Fröhlich und in Dunkel.
Anmerkungen zur Transkription:
Im folgenden werden alle geänderten Textstellen angeführt, wobei jeweils zuerst
die Stelle wie im Original, danach die geänderte Stelle steht.
Seite 32:
großen Fenster des Café Central lichlerloh auf. Unrat
großen Fenster des Café Central lichterloh auf. Unrat
Seite 60:
»Vor wem denn?« Hab' ich Gott sei Dank nicht nötig.
»Vor wem denn? Hab' ich Gott sei Dank nicht nötig.
Seite 99:
in einem stark ergrauten Frisirmantel und klopfte ihn
in einem stark ergrauten Frisiermantel und klopfte ihn
Seite 107:
Das Korset war in Ordnung ... Auch Guste
Das Korsett war in Ordnung ... Auch Guste
Seite 109:
Kleidungsstücke weggsteigen, daß seine Rockschöße flogen.
Kleidungsstücke wegsteigen, daß seine Rockschöße flogen.
Seite 112:
in ihrem gründseidenen Kleid, mit ihrem verbogenen
in ihrem grünseidenen Kleid, mit ihrem verbogenen
Seite 124:
Ja, wenn Lohmann durch eifrigeres Memoriren der aufgegebenen
Ja, wenn Lohmann durch eifrigeres Memorieren der aufgegebenen
Seite 125:
und ihm die Öffnung ihres Korsage freigebig zugegewendet
und ihm die Öffnung ihres Korsage freigebig zugewendet
Seite 130:
Die Famlienverhältnisse dieses Schülers leisteten keine
Die Familienverhältnisse dieses Schülers leisteten keine
Seite 131:
»Hoffentlich noch nicht,« erwiderte Lohmann. Ich
»Hoffentlich noch nicht,« erwiderte Lohmann. »Ich
Seite 151:
Magen bekommen, und stöhnte auf vor Scherz. Er
Magen bekommen, und stöhnte auf vor Schmerz. Er
Seite 151:
hochgestellt habe! Ich glaub' noch immer, der Ekel
hochgestellt habe! Ich glaub' noch immer, der Ekel,
Seite 152:
verlangte er empört. Unrat liegt ja viel zu sehr drin,
verlangte er empört. »Unrat liegt ja viel zu sehr drin,
Seite 169:
»Da du jedoch mit dem Ehepaare Kiepert zusammmen
»Da du jedoch mit dem Ehepaare Kiepert zusammen
Seite 171:
zusammen mit ihren komischen alten Unrat, der sich
zusammen mit ihrem komischen alten Unrat, der sich
Seite 181:
»Ich hab' es ganz alleine kaput gemacht. Das
»Ich hab' es ganz alleine kaputt gemacht. Das
Seite 182:
Es war also sonst keiner dabei?« wiederholte der
»Es war also sonst keiner dabei?« wiederholte der
Seite 190:
Fröhlich sich als unglaubwürdig herausstellte,
Fröhlich sich als unglaubwürdig herausstellte.
Seite 197:
mit dem Hühnengrab; eher seiner ungebührlichen Aufführung
mit dem Hünengrab; eher seiner ungebührlichen Aufführung
Seite 203:
und daß bare Geld vermißte, überlegte sie,
und das bare Geld vermißte, überlegte sie,
Seite 208:
im Stadtheater, und Unrat, an ihrer Seite, empfing
im Stadttheater, und Unrat, an ihrer Seite, empfing
Seite 208:
mehr: sie strengte sich an, ihn zu lieben
mehr: sie strengte sich an, ihn zu lieben.
Seite 222:
Und statt seiner anfänglichen Hoffahrt bekam
Und statt seiner anfänglichen Hoffart bekam
Seite 229:
XIV.
XIV
Seite 238:
verstellter Unzufriedenheit. Das is aber gemein, wenn
verstellter Unzufriedenheit. »Das is aber gemein, wenn
Seite 268:
bitten, und Sie haben von Ihnen mehr als Sie
bitten, und Sie haben von ihnen mehr als Sie
Seite 276:
Nebenzimmer und schloß geräuschvoll ab. Ein Augenblick
Nebenzimmer und schloß geräuschvoll ab. Einen Augenblick
Sie haben Professor Unrat, oder, Das Ende eines Tyrannen zu Ende gelesen
Heinrich Mann
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