
Die Leute von Seldwyla: Band 2
von Gottfried Keller

Man wird sich diesen Namen unbedingt notieren müssen, schreibt Rilke im April 1902 über einen damals kaum bekannten Autor. Mit einem Roman von elfhundert Seiten habe Thomas Mann einen Beweis von Arbeitskraft und Können gegeben, den man nicht übersehen kann. Andere hätten sich mit dem letzten Stadium des Verfalls begnügt, mit dem Letzten, der an sich und seinen Vätern stirbt. Mann dagegen habe dort begonnen, wo der höchste Glücksstand der Familie erreicht ist, und daraus vier Generationen erzählt. Rilke sagt auch, warum das gelingt: Mann musste Chronist werden, ruhiger und unerregter Berichterstatter, und nirgends neigt sich ein überlegener Schriftsteller zum Leser hinunter.