
Flaubert und die Herkunft des modernen Romans
Flaubert und die Herkunft des modernen Romans beschreibt Heinrich Mann den französischen Schriftsteller als einen Autor, der sein ganzes Werk im Kampf gegen sich selbst vollbringe: Dieser endgültige Eroberer des Realismus sei kein Liebhaber der Wirklichkeit, dieser Erfinder des unpersönlichen Romanstils habe zeitlebens eigene Lyrik zu verbergen gehabt. Mann zeichnet nach, wie die spätromantische Schwärmerei seiner Jugend, die Träume vom Räuberleben und von großer Liebe, in Flauberts reifem Werk unterdrückt und in eine kühl beobachtende, gegen die eigene Empfindsamkeit gerichtete Erzählprosa verwandelt wird, und stellt eine direkte Linie zu Emma Bovary her, die an genau jener romantischen Schwärmerei zugrunde geht, die Flaubert selbst in sich bekämpfte. Der Essay liest Flauberts Stil als Selbstdisziplin und macht ihn zum Ursprung des modernen, unpersönlichen Romans.






