
Turandot, Prinzessin von China
Habt Dank, ihr Götter! Auch zu Peckin sollt‘ ich eine gute Seele finden!, ruft Prinz Kalaf aus, als er zu Beginn von Schillers Bearbeitung nach Carlo Gozzi vor einem Stadttor auftritt und dort unverhofft seinem totgeglaubten Gefährten Barak begegnet: Seh‘ ich recht? Prinz Kalaf! Wie? Er lebt noch!, ruft dieser erstaunt aus, denn er floh nach der Niederlage seines Volkes verwundet nach Astrachan zurück, wo er erfuhr, daß Kalaf und König Timur, sein Vater, im Treffen umgekommen seien, und eilte in Verzweiflung zum Palast, um Elmazen, Kalafs königliche Mutter, zu retten, doch er suchte sie vergebens. Barak erzählt Kalaf, was inzwischen am Kaiserhof geschehen ist: daß jedem Prinzen königlichen Stamms vergönnt sein soll, um die Hand der Prinzessin zu werben, doch wollte sie dem Freier Drei Räthsel ihm vorlegen; löste er sie, so mög‘ er ihre Hand und mit derselben Kron‘ und Reich empfangen, löste er sie nicht, sollte der Kaiser sich durch einen heiligen Schwur verpflichten, den Unglücklichen enthaupten zu lassen. Kein Prinz der Erde werde so thöricht sein, sein Haupt in solchem blut’gen Spiel zu wagen, habe die listige Prinzessin dem schwachen Kaiser eingeredet, um ihn zu diesem furchtbaren Gesetz zu bewegen.






