
Der Pförtner im Herrenhaus
Wir erzählen folgende Geschichte aus dem Munde einer Freundin, die sie uns mitgeteilt hat, und die selber ein kleiner Teil vor ihr gewesen ist, beginnt Stifters Erzählung: Wir getrauen uns nicht, etwas daran zu verändern oder auszuschmücken, weil wir einerseits der geschichtlichen Treue nicht zu nahe treten wollen, indem sich die Begebenheit wirklich zugetragen hat, und weil wir andrerseits eine große Ehrfurcht vor der Seelenlage und den Seelenleiden anderer Menschen haben. Auch wollen wir, so weit es unsere Erinnerung zulässt, die eigenen Worte unserer Freundin in Schilderungen und Beschreibungen beibehalten, weil sie die handelnden Menschen noch gut gekannt hat, schreibt der Erzähler, und erinnert daran, wie sich jeder, der nicht gar zu jung ist, noch aus seiner Jugend einer glänzenden Künstlerpersönlichkeit erinnern wird, die in jener Zeit das Entzücken der Hauptstadt gewesen sei.






