
Morgenlied
Ein Stern still nach dem andern fällt tief in des Himmels Kluft, schon zucken Strahlen durch die Welt, ich wittre Morgenluft, beginnt das Gedicht, während in Qualmen das Tal steigt und sinkt und der weite Freudensaal, noch verödet vom Fest, mit all seinen toten Gästen still daliegt. Da hebt die Sonne aus dem Meer, eratmend, ihren Lauf, und zur Erde geht, was feucht und schwer ist, was klar, steigt zu ihr hinauf, hebt grüner Wälder Trieb und Macht neurauschend in die Luft und zieht Städte und blaue Berge durch den Duft. Der Mensch tritt nun aus der tiefen Welt der Träume heraus und freut sich, dass alles noch so hält, dass das Spiel noch nicht aus ist, und geht ans Fleißigsein, während die Sonne einsam aufsteigt und, ernst über Lust und Weh, ihren ungestörten Lauf zu stiller Glorie lenkt, sodass der Mensch, wie er sich auch stellt, nimmermehr aus dieser Narrenwelt hinauskann.






