Melancholie
- Seiten
- 6
Über dieses Buch
Schwarz war die Nacht, und dunkle Steine brannten durch Wolkenschleier matt und bleich, die Flur durchstrich das Geisterreich, beginnt Tiecks düsteres Gedicht: als feindlich sich die Parzen abwärts wandten und zornige Götter mich ins Leben sandten. Die Eule sang mir grause Wiegenlieder und schrie mir durch die stille Ruh ein grässliches Willkommen zu, dichtet er weiter, der bleiche Gram und Jammer sanken nieder und grüßten mich als längst gekannte Brüder. Da sprach der Gram in banger Geisterstunde, du bist zu Qualen eingeweiht, ein Ziel des Schicksals Grausamkeit, die Bogen sind gespannt, und jede Stunde schlägt grausam dir stets neue blutige Wunde, warnt die personifizierte Trauer den Dichter, und verkündet ihm, die Liebe sei ihm auf ewig versagt, das Tor hinter ihm geschlossen, auf der Verzweiflung wilden Rossen werde er durchs öde Leben hingejagt.
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Angaben zum Buch
- Autor
- Ludwig Tieck
- Seiten
- 6
- Sprache
- Deutsch
- Genre
- Klassiker
- Formate
- PDF, EPUB, Online lesen