All I want for Christmas is you!
Türchen Sechzehn
Fortsetzung von Türchen Vier
Ich verfolge die Fußspuren von dem Lockenkopf im Schnee und finde ihn dann.
Im Wald. An einem zugefrorenen See.
„Ähm du...“, fange ich an, als ich hinter ihm stehe. Er dreht sich zu mir um und hat tatsächlich Tränen in den Augen. Weichei.
„Was?“, fragt er und dreht sich wieder um. „Also... naja es tut mir leid“, ich hoffe er glaubt mir diese Lüge, ich will zurück in mein warmes Zimmer.
„Deine Entschuldigung kannst du dir sparen, Xenia. Du meinst es ja eh nicht ernst“, sagt der Lockenkopf traurig. Moment mal! Er weiß meinen Namen? Okay jetzt wird’s peinlich, ich hab seinen nämlich schon vergessen.
Meine Mum wird mir den Kopf umdrehen, wenn er mir die Entschuldigung nicht abkauft. Aber wie heißt er nochmal? Ich hatte schon immer ein schlechtes Namensgedächtnis, aber wenn dann noch dazu kommt, dass ich jemanden nicht mag... „Ach komm schon. Es tut mir leid. Wirklich.“ Ich muss anscheinend sehr verzweifelt klingen, denn der Lockenkopf dreht sich um.
„Wenn du zugibst, dass unsere Musik gut ist und nicht nervig, dann verzeihe ich dir“, sagt er grinsend.
„Okay, eure Musik ist gut und nervt mich nicht“, wiederhole ich was er gesagt hat.
Er grinst weiter. „Nö. So leicht kommst du nicht davon, du musst dir das schon anhören.“
Nicht im Ernst? Ich muss mir diese Gruselmusik anhören, damit ich keinen Hausarrest bekomme?
Schwere Frage, was ist schlimmer die Musik oder Hausarrest? Ich entscheide mich für letzteres.
„Gut dann sing halt“, murre ich und setzte mich neben ihn, aber nur weil meine Beine einfrieren.
Das lässt er sich natürlich nicht zweimal sagen.
„Lately I found myself thinking
Been dreaming about you a lot
And up in my head I'm your boyfriend
But that's one thing you've already got[...]“
(I Would)
Ich höre mir also drei Minuten sein komisches Gesinge an. „Das hört sich wirklich gut an“, muss ich widerwillig zugeben. Der Lockenkopf grinst mich an. „Ich wusste dir gefällt es.“ „Wer schreibt eigentlich eure Texte?“, frage ich doch etwas neugierig.
„Die meisten schreiben wir. Das grade hab ich geschrieben“, erklärt mir der Lockenkopf.
Interessant.
Ich stehe auf und gehe.
„Es ist nicht nett, einfach zu gehen, wenn man mit jemandem redet.“ Ich drehe mich wieder um und gucke direkt in seine grünen Augen. „Sorry, aber mir ist eiskalt“, erkläre ich und gehe weiter. Der Lockenkopf hält mich fest.
„Ich weiß da eine Lösung gegen“, sagt er grinsend. Ich gucke ihn fragend an.
Er beugt sich zu mir runter und küsst mich. „EY!“, ich löse mich schnell von ihm und will ihm eine klatsche, aber er hält meine Hand fest.
„Komm schon, dass wolltest du doch auch“, sagt der Lockenkopf grinsend.
Also eigentlich ja schon, es hat sich irgendwie gut angefühlt. Ich schüttel den Kopf und er geht an mir vorbei. „Ich wollte es anders“, rufe ich ihm hinterher und er dreht sich um. Ich gehe langsam zu ihm und ziehe ihn zu mir runter. Bevor er etwas sagen, küsse ich ihn.
„Du hast mir den Tag gerettet Harry.“