All I want for Christmas is you!
Türchen Neun
- für Mara
„Stefanie, komm jetzt!“, höre ich meine Mum rufen. Ich betrachte mich ein letztes Mal im Spiegel. Meine Haare fallen mir in blonden Wellen über die Schultern, meine Augen sind blau-grün geschminkt und passen perfekt zu meinem kurzen blau-grünem Kleid und den blauen Pumps.
„Stefanie!“, ruft jetzt auch mein Vater und ich laufe schnell runter. Wir fahren zu einer Weihnachts-Charitygala, von denen es im Winter leider viel zu viele gibt, weil mein Vater Manager von so einer komischen Girlband ist.
Als wir dann auch endlich da ankommen, läuft mein Vater zu diesen komischen vier Weibern und meine Mum geht aufs Klo. Vielen Dank fürs allein lassen.
Ich entdecke das Buffet und gehe auch sofort dahin. Ich nehme mir einen Teller und packe alles drauf was irgendwie lecker aussieht. „Isst du immer so viel?“, fragt mich ein Junge, der aufeinmal neben mir auftaucht.
Ich gucke ihn böse an. „Ja ein Problem damit?“ Ich drehe mich um und gehe zu einem der vielen Tische auf der Suche nach meinem Platz, alles schön mit Namensschildern versehen.
Irgendwann finde ich ihn dann, ein Tisch für 15 Leute. Diese komische Girlband sitzt dann nachher noch bei uns und irgendeine Boyband, weil da irgendwelche miteinander zusammen sind. „Was machst du den hier? Reserviert!“, maule ich den braunhaarigen von eben an, der sich neben mich gesetzt hat. „Guck mal auf das Namensschild, Stefanie“, sagt er und zeigt auf das Schildchen vor ihm.
Louis Tomlinson. Ist DER etwa einer aus dieser komischen Band. „Ist ja gut“, maule ich und fange an zu essen. Irgendwann setzten sich dann auch meine Eltern und noch andere Jungs und vier Mädchen und noch so komische dazu. Nach ein paar Reden, fängt an eine Band zu spielen. „Lust zu tanzen?“, fragt dieser Louis.
Soll ich? Oder soll ich nicht?
Er steht auf und streckt mir die Hand entgegen. Na gut. Ich nehme seine Hand und er zieht mich zur Tanzfläche. Wieso ist er so nett zu mir?
Wir tanzen eine Weile zu schnelleren Liedern, bis dann irgendwann ein langsames kommt.
Er zieht mich näher zu sich und ich gucke in seine blau-grünen Augen. Wow.
„Du bist wunderschön“, sagt er leise.
Ich kann das nicht, er ist viel zu nett.
Ich drehe mich um und kämpfe mich durch die tanzenden Menschen zum Ausgang.
„Stefanie!“, ich merke, dass er mir hinterher läuft. Plötzlich werde ich am Handgelenk rumgerissen und falle gegen ihn. Er hält mich sofort weiter an sich gedrückt. Wir sagen beide nichts und ich fange an zu frieren, weil es anfängt zu schneien.
„Ist dir kalt?“, fragt Louis aufeinmal und zieht seine Jacke aus und legt sie mir über die Schultern.
„Etwas“, sage ich leise, ich habe wohl etwas zu spät reagiert. Ich spüre seinen warmen Atem auf meinen Lippen. Er ist mir doch viel zu nah.
„Immer noch kalt?“, fragt er und ich nicke. Er zieht mich weiter an sich. Ich gucke ihm wieder in seine unglaublichen Augen.
Das dauert mir jetzt zu lange.
Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und küsse ihn. Sofort löse ich mich und gucke auf den Boden. Aber bevor ich irgendwas sagen kann, küsst er mich schon wieder. Und ich dachte diese Charitygala wird langweilig.