All I want for Christmas is you!
Türchen Fünf
Mein kleiner Bruder schleift mich mittlerweile schon seit fünf Stunden durch das Spielzeuggeschäft.
„Ameliiiiiiiiii. Ich will das Auto haben“, mault Jonas, mein fünfjähriger Bruder, und zeigt auf ein Minispielzeugauto. Wieso tu ich mir nochmal diese kleine Nervensäge an? Ach ja weil er mich heute Morgen so lieb gefragt hat. Kleine Brüder sind doch echt eine Qual, obwohl ich ihn auch niemals eintauschen würde, was er zum Glück nicht weiß.
„Ameliiiiii“, nörgelt Jonas. Wieso muss er meinen Namen eigentlich immer so in die Länge ziehen? Einfach Amely zu sagen bringt ihm wohl nichts.
„Ist ja gut“, ich nehme das Auto aus dem Regal und gehe hinter Jonas zur Kasse.
Ich streite mich noch etwas darum, ob er jetzt das Auto erst an Weihnachten bekommt oder ob er es jetzt habe darf, bis ich merke, dass der Verkäufer uns anstarrt.
„Ähm, E-entschuldigung“, ich werde rot und gebe ihm das Auto. Der Braunhaarige nimmt das Auto und guckt dann zu Jonas. „Du weißt schon, dass man Weihnachtsgeschenke erst an Weihnachten bekommt?“
Jonas nickt.
Ich gucke beide erstaunt an, bei mir mault Jonas eigentlich nur rum. „Aber vielleicht bekommt deine große Schwester ja den Weihnachtsmann überredet, dass der Nikolaus dir das bringt. Meine große Schwester hat sowas für mich getan“, redet er weiter und plötzlich gucken mich beide erwartungsvoll an. „Ja natürlich rede ich mal mit den Beiden“, sage ich schnell und gucke den Verkäufer böse an, aber meine Wut verfliegt sofort, als ich in seine Teddyaugen gucke.
„Siehst du“, sagt der Braunhaarig lächelnd und packt das Auto in Geschenkpapier ein.
Dann packt er es noch in eine Tüte und tut irgendwelche Zettel mit rein, ich bezahle und gehe dann schnell mit Jonas nach Hause, bevor er noch etwas anderes tolles sieht. „Kannst du wirklich mit dem Weihnachtsmann reden?“, fragt mich Jonas nach einer Weile.
Ich nicke, wie soll man einem kleinen Kind auch erklären, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt? Das soll er mal schön selbst raus finden. „Klar kann ich das.“
Jonas ist anscheinend damit zufrieden und verschwindet in seinem Zimmer, vorher stellt er aber noch seinen Schuh raus, damit der Nikolaus auch ja was rein packt.
Ich hole das Geschenk aus der Tüte und packe es in seinen kleinen Stiefel.
Als ich die Tüte grade wegwerfen will, fällt ein Zettel raus. Auf ihm steht eine Nummer und der Name Liam.
Ich überlege fieberhaft wer das war, bis mir einfällt das es der süße Verkäufer mit den Teddyaugen war.
Ich renne schnell in mein Zimmer und rufe ihn an. Ob er jetzt schon Schluss hat?
Vielleicht hat er morgen ja Zeit.