All I want for Christmas is you!
Türchen Dreiundzwanzig
- für Turtle
Ich mache mich auf den Weg zum Weihnachtsmarkt. Normale Leute gehen dahin um Glühwein zu trinken oder gebrannte Mandeln zu essen, ich gehe dahin weil ich die neue Chorleiterin des Kinderchors bin und wir gleich unsere erste gemeinsame Probe haben.
„Laura da bist du ja endlich“, begrüßt mich Frau Sommer, die Musikschulleiterin. „Der zweite Chorleiter kommt gleich.“ Bitte was?
„Ich dachte ich mache das allein“, sage ich verwirrt. Sie bringt mich hinter die Bühne.
„Nein, wir dachten uns ein Chor braucht einen weiblichen und einen männlichen Chorleiter“, dann verschwindet sie und lässt mich mit den kleinen Kindern allein.
Kurz danach höre ich wie Frau Sommer wieder jemanden begrüßt. „Ach, hallo Liam, freut mich, dass du schon da bist.“ Liam? Bitte nicht der Liam!
„Deine neue Chorleiterpartnerin ist schon da“, sagt Frau Sommer die mit jemandem redet den ich noch nicht sehe. „Laura kommst du kurz?“
Ich gehe zu ihr und guckt geschockt zu ihrem neuen Chorleiterpartner.
„Hi Laura“, sagt Liam.
Ich kann es nicht glauben, ich habe jetzt ungefähr ein Jahr, ziemlich erfolgreich bis jetzt, versucht ihm aus dem Weg zu gehen und jetzt steht er vor mir, mein Ex.
„Ihr kennt euch? Das ist ja wunderbar!“, sagt Frau Sommer glücklich. „Kinder kommt ihr mal. Das sind eure neuen Chorleiter ihr hört auf die Beiden, die können euch beim singen helfen“, dann wendet sie sich nochmal an uns. „Viel Spaß.“
Ich gucke ihr sauer hinterher, als sie weggeht. „Laura...“, fängt Liam an, aber ich unterbreche ihn. „Sei einfach leise, wir machen unsere Arbeit und das war's dann auch“, sage ich zickig und drehe mich zu den kleinen süßen Kindern um.
Die Kleinen haben echt ein anstrengendes Programm, insgesamt singen sie zwei Stunden.
Nach dem sie fertig sind, bildet sie einen Kreis um Liam, den ich die letzten zwei Stunden ignoriert habe, und mich. „Singt uns mal was vor“, sagt eines von den Mädchen. „Ja bitte“, rufen die anderen alle dann im Chor. Liam guckt mich lächelnd an. „Komm tun wir ihnen den Gefallen und singen mal wieder zusammen.“
Ich nicke.
„Habt ihr Wünsche?“, frage ich und die Kinder fangen an sich zu beraten.
Die Kinder drehen sich zu uns. „Last Christmas!“ Nicht ernsthaft?
Wieso immer Lieder die fast perfekt passen? Ich gucke Liam an und wir fangen an zu singe.
"Last Christmas I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears,
I'll give it to someone special
Last Christmas I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears,
I'll give it to someone special...."
Nach dem wir das Lied fertig haben, fangen die Kinder an zu klatschen.
„Ihr singt voll toll“, sagt ein Junge.
Ich nicke und gehe weg, damit niemand sieht, dass ich Tränen in den Augen habe.
Dieses Lied... es erinnert einfach an zu viel. „Wir sind fertig, ihr könnt gehen. Bis morgen“, sagt Liam und kurz danach ist alles still, wenn man die Leute vor der Bühne ignoriert die über den Weihnachtsmarkt gehen.
„Ich gehe dann mal“, sage ich und verschwinde. Ich gehe zur nächsten Bank und setzte mich hin. Kurze Zeit später, wird mir eine Tasse Glühwein vor die Nase gehalten.
Ich nehme sie ohne zu gucken wer sie mir gibt. Derjenige setzte sich neben mich.
„Laura, es tut mir so leid.“
Es ist Liam. Wieso muss er mir eigentlich nachrennen? „Aber glaub mir, bitte. Du musst mir glauben da ist nichts gelaufen“, sagt er verzweifelt.
Ich versuche ihn zu ignorieren.
„Laura guck mich an.“
Ich schüttel den Kopf und kurz danach kniet Liam vor mir auf dem Boden.
Jetzt muss ich ihn wohl angucken.
„Ich wollte dir doch nie weh tun, du bist doch meine verrückte Süße“, sagt er und ich muss etwas lächeln.
„Da du lächelst!“, sagt Liam glücklich. „Laura, du musst mir glauben. Ich habe dich nicht betrogen, ich habe dich geliebt.“ Ich gucke ihn verwundert an.
„Ich liebe dich immer noch“, sagt er und ich sehe ihm an, dass er nicht lügt.
Was soll ich tun?
Er redet weiter. „Ich habe dieses ganze Jahr, in jedem Monat, an jedem Tag, zu jeder Uhrzeit nur an dich gedacht. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurück drehen, zu dem Punkt, wo du mich geliebt hast.“
„Ich habe nie aufgehört, aber du hast mich so verletzt“, sage ich und kann die Tränen nicht mehr zurück halten. „Meinst du, du kannst mir vielleicht diese letzte Chance geben? Ich verspreche dir, ich werde alles tun, um dich nicht nochmal zu verlieren.“
Was soll ich tun? Ohne ihn bin ich unglücklich. Soll ich dieses Risiko wirklich eingehen nochmal so verletzt zu werden? „Lass dir Zeit“, sagt Liam und steht auf.
Was soll ich tun?
Ich stehe auf und renne ihm hinterher.
„Liam warte!“
Er dreht sich zu mir um und im nächsten Augenblick küssen wir uns.