Das Motiv der Kästchenwahl
- Erstveröffentlichung
- 1913
- Seiten
- 21
Über dieses Buch
Zwei Szenen aus Shakespeare, eine heitere und eine tragische, haben Freud kürzlich Anlass zu einer kleinen Problemstellung gegeben. Die heitere ist die Wahl des Freiers zwischen drei Kästchen im Kaufmann von Venedig: Die schöne und kluge Porzia ist durch den Willen ihres Vaters gebunden, nur den Bewerber zu heiraten, der von drei Kästchen aus Gold, Silber und Blei das richtige mit ihrem Bildnis wählt. Zwei Bewerber sind bereits erfolglos mit Gold und Silber abgezogen, während Bassanio sich für das Blei entscheidet und damit die Braut gewinnt, deren Neigung ihm schon vorher gehörte. Shakespeare habe das Orakel der Kästchenwahl nicht selbst erfunden, sondern aus einer Erzählung der Gesta Romanorum übernommen, in der ein Mädchen dieselbe Wahl trifft, um den Sohn des Kaisers zu gewinnen, und auch dort sei das Blei das glückbringende Metall, was Freud zu der Vermutung führt, hier liege ein altes, deutungsbedürftiges Motiv vor.
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Angaben zum Buch
- Autor
- Sigmund Freud
- Erstveröffentlichung
- 1913
- Seiten
- 21
- Sprache
- Deutsch
- Genre
- Klassiker
- Formate
- PDF, EPUB, Online lesen