Das Tabu und die Ambivalenz der Gefühlsregungen
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Buchcover: Das Tabu und die Ambivalenz der Gefühlsregungen von Sigmund Freud
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Das Tabu und die Ambivalenz der Gefühlsregungen

Tabu ist ein polynesisches Wort, dessen Übersetzung uns Schwierigkeiten bereitet, weil wir den damit bezeichneten Begriff nicht mehr besitzen, beginnt Freud, und stellt fest, dass den alten Römern ihr sacer dasselbe war wie das Tabu der Polynesier, ebenso wie das ágos der Griechen oder das Kadausch der Hebräer Ähnliches bedeutet haben müsse. Die Bedeutung des Tabu gehe uns nach zwei entgegengesetzten Richtungen auseinander: einerseits heilig, geweiht, andererseits unheimlich, gefährlich, verboten, unrein, wobei der Gegensatz im Polynesischen noa heiße, gewöhnlich, allgemein zugänglich. Die Tabubeschränkungen seien etwas anderes als religiöse oder moralische Verbote, würden nicht auf das Gebot eines Gottes zurückgeführt, sondern verböten sich gewissermaßen von selbst, ohne jede Begründung und unbekannter Herkunft, weshalb Wundt das Tabu den ältesten ungeschriebenen Gesetzeskodex der Menschheit nenne, älter als die Götter und bis in die Zeit vor jeder Religion zurückreichend.

Über den Autor

Sigmund Freud

Sigmund Freud (1856–1939) war ein österreichischer Neurologe und der Begründer der Psychoanalyse. Er praktizierte den größten Teil seines Lebens in Wien und musste 1938 vor dem damaligen Regime nach London fliehen. Seine Schriften über das Unbewusste und die Traumarbeit veränderten das Menschenbild der Moderne nachhaltig.

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